Schüler löchern Thomas Röhler

Am Sportgymnasium Jena gab es einen etwas anderen Unterricht für Mädchen und Jungen der fünften und sechsten Klasse

Der Jenaer Thomas Röhler bestätigt auch beim Köstritzer Werfertag seine Top-Form und schockt die starke Konkurrenz gleich im ersten Versuch mit 86,74 Meter. Foto: Jens Lohse

Der Jenaer Thomas Röhler bestätigt auch beim Köstritzer Werfertag seine Top-Form und schockt die starke Konkurrenz gleich im ersten Versuch mit 86,74 Meter. Foto: Jens Lohse

Foto: zgt

Jena. Reportern stand der erfolgreiche Speerwerfer Thomas Röhler (noch 22) vom LC Jena in den vergangenen Monaten regelmäßig Rede und Antwort.

Gestern wurde der Sieger der Diamond League-Serie von neugierigen Mädchen und Jungen der fünften und sechsten Klasse des Jenaer Sportgymnasiums eine Unterrichtsstunde lang mit Fragen gelöchert.

"Das war für mich eine neue Erfahrung. Kinder fragen ganz anders als Erwachsene. Ich hoffe, ich habe niemanden enttäuscht", sagte der prominente Interviewpartner.

Die Idee für den etwas anderen Unterricht hatte Ulrika Fiebig, Lehrerin am Sportgymnasium für Musik, Ethik und Kunst. "Der Thomas war ja bis vor drei Jahren auch an unserer Schule. Vor zwölf Jahren ging er in die fünfte Klasse. Vielleicht werden wir ja von den Schülern in zwölf Jahren wieder einen erfolgreichen Sportler begrüßen können."

Warst du schon mal bei den Olympischen Spielen, fragte ein Mädchen. Röhler schüttelte mit dem Kopf und sagte, "leider noch nicht. 2012 war ich dicht dran. Ich hatte zwar die internationale Norm geschafft, aber nicht die Norm in Deutschland. Die liegt immer fünf, sechs Meter drüber."

Die Reaktion aus dem Publikum ließ nicht auf sich warten. "Das ist doch dämlich", sagte ein Junge. Röhler nickte. "Da hast du Recht. Die ausländischen Sportler reden genauso über uns. Die verstehen das auch nicht."

Warst du schon immer Speerwerfer, fragte ein Mädchen. "Nein, vom Herzen vielleicht. Angefangen hatte ich als Dreispringer. Ich war gar nicht so schlecht. Ich war Achter bei einer U"18-Meisterschaft."

Ein Mädchen fragte nach einem Glücksbringer. "Ich habe einen kleinen grünen Tiger immer in meiner Sporttasche dabei."

Ist es nicht komisch, wenn man sein Foto in der Zeitung sieht, wollte ein anderes Mädchen wissen. Röhler lächelte. "Nein, ich sehe das als eine Bestätigung, dass man wahrgenommen wird."

Und wie sieht es mit der Aufregung vor einem Wettkampf aus, hakte ein Junge nach. "Positive Aufregung bringt mir immer den gewissen Kick. Angst habe ich dagegen keine." Ein anderer Junge stellte eine ähnliche Frage, "Haben Sie vor Gegnern Angst?" - "Nein, die habe ich nicht. Mein Spruch lautet immer: Gegner sind Gegner, um geschlagen zu werden. Unter uns Speerwerfern, auch im Ausland, herrscht eine freundschaftliche Atmosphäre. Man kennt und achtet sich durch die vielen Wettkämpfe." Und die nachwuchs-Reporter wollten auch wissen, ob Thomas Röhler neben dem Speerwerfen noch ein anderes Hobby hat. Der LC-Sportler zögerte keinen Moment: "Ich fahre viel Rad. Und dann gehe ich gern Fliegenfischen."

Röhler verriet auch seine Lieblingssportstätte. "Das ist Oslo. Das liegt mit am Publikum." Finnland hingegen sei für jeden Speerwerfer ein Heimspiel. "Die Leute erkennen einen sofort am Flughafen. Das ist der Wahnsinn."

Fast zum Schluss kam die Frage: "Möchtest du dich noch verbessern?" Logisch, sagte Röhler. "Mein Trainer und ich setzen uns aber keine Grenzen."

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