Maximilian Remde (SV Hermsdorf): Womöglich letzte Saison bei den Kreuzrittern

Hermsdorf.  Womöglich könnte es die letzte Saison für Maximilian Remde beim SV Hermsdorf werden. Doch zuvor will er noch die Meisterschaft holen

Seit der Saison 2016/17 spielt Maximilian Remde für den SV Hermsdorf.

Seit der Saison 2016/17 spielt Maximilian Remde für den SV Hermsdorf.

Foto: Foto: Christian AlbrechT

Maximilian Remde hat nicht vergessen, wie ein Handball aussieht. „Immer dann, wenn ich meine Schuhe aus meiner Trainingstasche hole, sehe ich auch meinen Handball“, sagt Remde und lacht.

Doch derzeit haben auch beim Kapitän des SV Hermsdorf die Schuhe Konjunktur, während sein Ball ein einsames Dasein in der Sporttasche fristen muss. Auch Remde widmet sich während des Lockdowns dem Athletik- und Krafttraining: er geht joggen, nutzt aber auch den Crosstrainer seiner Freundin oder greift gar auf die Fitnessapp „Freeletics“ zurück – wobei sich bei Letzterem seine Begeisterung in Grenzen hält. „Das macht nicht wirklich Spaß.“

Ja, in Sachen Fitness stehen beim SVH-Kapitän derzeit alle Zeichen auf Eigenorganisation. Und die meiste Zeit ist er dann auch alleine in Weimar unterwegs. Das wiederum mag den einen oder anderen verwundern, schließlich gibt es ja auch noch den anderen Teil der „Weimar-Connection“ in den Reihen der Kreuzritter: Sebastian Hammer.

„Das passt meistens bei mir mit der Arbeit nicht, sodass ich es alleine stemmen muss“, sagt Remde, der keinen Hehl daraus macht, dass ihm das solitäre Fitnesstraining doch einiges an Überwindung abverlangen würde. „Aber man muss ja etwas machen, sonst hat man beim Wiedersehen zehn Kilo mehr auf den Rippen.“

Naturgemäß vermisst Maximilian Remde auch seine Mitstreiter, vermisst die sozialen Kontakte, die mit dem Handball in Hermsdorf einhergehen. „Wir sind ja auch eine ziemlich geile Truppe.“

Und die Zwangspause in der Thüringenliga? „Dass es so kommt, war ja irgendwo vorhersehbar, doch ich gehe davon aus, dass die Saison im neuen Jahr fortgesetzt wird“, sagt der 28-Jährige. Er glaube jedoch nicht daran, dass die Liga bereits im Januar ihren Betrieb wieder aufnehmen wird. So oder so, entscheidend sei, dass die Saison nicht abgebrochen wird, sagt der Kapitän.

Entspannter sind die Tage für Maximilian Remde während des Lockdowns jedoch nicht geworden. Im Gegenteil, verbringt er doch einen Großteil seiner Freizeit gerade mit Lernen. „Ich bin gerade in der Prüfungsphase für meinen Betriebswirt, habe am Montag und am Dienstag meine letzten Prüfungen“, sagt Remde, der als Personalsachbearbeiter bei den Weimarer Stadtwerken arbeitet. Nein, Freizeit sei in den vergangenen Wochen auch ohne klassisches Mannschaftstraining ein eher rares Gut gewesen.

Überhaupt sei es eine wahre Herausforderung, Beruf und Privatleben, Weiterbildung sowie ambitionierten Amateursport unter einen Hit zu bekommen. „Dreimal in der Woche trainieren, dann am Wochenende noch ein Spiel – das ist schon alles recht zeitintensiv“, betont der Rückraum-Akteur. Doch das sei ja längst noch nicht alles, schließlich dürfe man auch nicht die Fahrtwege vergessen, die er für jedes Training und jedes Spiel von Weimar auf sich nimmt.

„Alles in allem ist der Aufwand recht groß, und deshalb denke ich schon geraume Zeit darüber nach, ob das womöglich meine letzte Saison beim SV Hermsdorf werden wird“, sagt Remde. Er wolle seine Prioritäten neu setzen, wolle sich beruflich und perspektivisch auch privat weiterentwickeln.

Dem Handball will er natürlich treu bleiben, dann jedoch mit etwas weniger Aufwand. So liebäugelt er damit, künftig in seiner Heimatstadt beim HSV Weimar, seiner alten Wirkungsstätte, wieder zu spielen. Aber eins nach dem anderen.

„Die jetzige Situation ist natürlich alles andere als ideal, eigentlich richtig blöd, denn sollte die Saison tatsächlich abgebrochen werden, wäre das ein trauriges Ende nach den fünf Jahren, die ich in Hermsdorf gespielt habe“, sagt Remde und schiebt dann noch hinterher: „Wenn die Saison fortgesetzt werden würde und wir dann auch noch die Meisterschaft holen, wäre das doch ein sehr versöhnlicher Abschluss.“