Motor Altenburg und SV Roschütz haben schon bessere Zeiten erlebt

Gera.  Fußball, Kreispokal: Im Duell zweier namhafter Kreisligisten gewinnt Motor Altenburg in Roschütz nach Elfmeterschießen 6:5 (3:2, 2:2, 0:1).

Altenburgs Fabian Baur (r.) ist im Mittelfeld vor dem Roschützer Moritz Rückmann am Ball.

Altenburgs Fabian Baur (r.) ist im Mittelfeld vor dem Roschützer Moritz Rückmann am Ball.

Foto: Jens Lohse

Beide Mannschaften hatten schon bessere Fußballzeiten erlebt, sind aber derzeit in der Fußball-Kreisliga zu Hause. Vier Spielzeiten lang kickte der SV Roschütz in der Landesklasse, der zweithöchsten Thüringer Liga. Nach zwei freiwilligen Abstiegen kickt man nun genauso in den Niederungen des Kreisfußballs wie die Altenburger Motor-Spieler, deren Verein Gründungsmitglied der DDR-Oberliga 1949/50 war und 2016/17 letztmals Thüringenliga spielte.

Der Zufall bescherte beiden Teams ein Aufeinandertreffen in der ersten Runde des Kreispokals. Es entwickelte sich ein durchaus gutklassiges Spiel, dass die Gäste aus der Skatstadt nach 120 Minuten und Elfmeterschießen mit 6:5 für sich entschieden. Wirklich enttäuscht war man im Roschützer Lager nicht.

„Wir sind froh, dass wir uns als Mannschaft nach den vielen Abgängen im Sommer stabilisiert haben. Bis jetzt haben wir unsere vier Kreisliga-Partien gewonnen und peilen die Rückkehr in die Kreisoberliga an“, verrät Trainer Rene Steger. Die verbliebenen Routiniers haben sich mit der Situation abgefunden, bleiben dem Verein treu.

„Wenn wir gewusst hätten, dass so viele Spieler bleiben, hätten wir unseren Platz in der Kreisoberliga auch behalten können. Der freiwillige Rückzug war die Sicherheitsvariante, weil uns der Verband ein Ultimatum gestellt hat, in welcher Liga wir antreten wollen“, so René Steger, der ergänzt: „Wir brauchten ein paar Erfolgserlebnisse auf dem Platz. Es war in jedem Fall die richtige Entscheidung."

Auch Motor Altenburg will wieder angreifen. „Als Saisonziel haben wir Platz eins bis vier ausgegeben. Natürlich liebäugeln wir mit dem Aufstieg, wollen in die Kreisoberliga, die ich für recht attraktiv halte“, sagt Motor-Mannschaftsleiter Frank Ludewig. 2018 hatte man das Team aus der Landesklasse zurückgezogen und in der 1. Kreisklasse neu begonnen.

„Thüringenliga und Landesklasse haben viel Geld verschlungen. Es gab keine gesunde Basis mehr. Deshalb war der Schritt folgerichtig. Jetzt wachsen wir wieder von unten, engagieren uns auch im Nachwuchsbereich", erzählt Ludwig. Ohne vier Stammkräfte hatten sich die Altenburger Motor-Kicker in Roschütz nicht viel ausgerechnet. Doch es lief besser als gedacht. Nach Toren von Colin Wiechert (2) und Moritz Bauer war man zweimal kurz vor dem Weiterkommen.

Doch Roschütz wehrte sich. Raik Friedrich rettete sein Team mit dem 2:2 in die Verlängerung, Stefan Kretschmar später mit dem 3:3 ins Elfmeterschießen. Dort wurde Motor-Torwart Norman Schote zum Matchwinner, der die Schüsse von Patrick Seidlitz, Robert Großer und Robert Betz parierte. Im Vorjahr hütete er noch den Roschützer Kasten. Vergangenheit ist eben wichtig.