Rennsportfreunde trauern auch in Schleiz um Jürg Dubler

Ende Juli ist der Formel-3-Rennfahrer aus der Schweiz im Alter von 73 Jahren gestorben. 2011 war er, gezeichnet von seiner Krankheit, zum letzten Mal in Schleiz zu Gast.

So haben die Schleizer den schnellen Schweizer in Erinnerung, der hier viele Male über den Kurs ging. Doch einen Sieg konnte der Rennfahrer dabei nie ein­fahren. Foto: Jürgen Müller

So haben die Schleizer den schnellen Schweizer in Erinnerung, der hier viele Male über den Kurs ging. Doch einen Sieg konnte der Rennfahrer dabei nie ein­fahren. Foto: Jürgen Müller

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Schleiz/Dielsdorf. Die Anhänger des Schleizer Dreiecks trauern um Jürg Dubler. Wenige Wochen nach seinem 73. Geburtstag starb Dubler am 26. Juli, nachdem er zehn Jahre lang gegen seine Alzheimererkrankung gekämpft hatte.

Nach Freddy Kottulinsky reißt Jürg Dubler eine weitere Lücke in die Reihe der Formel ­3-Piloten, die zwischen 1961 und 1971 Geschichte auf dem Schleizer Dreieck schrieben. Der Schweizer war letztmalig im Juli 2011 zum Classic Grand Prix - trotz seiner schweren Krankheit - auf dem Schleizer Dreieck zu Gast. "Es war unbeschreiblich, wie viel Autogramme damals mein Mann noch schreiben musste", erinnert sich Marianne Dubler.

Der Schweizer zählte zu den typischen Formel 3-Racern der 1960er Jahre. Bei nationalen Bergrennen begann er als Zwanzigjähriger seine rennsportliche Laufbahn mit einem Volvo. Über die Formel Junior führte sein Weg in die Formel 3. Er bestritt zwischen 1965 und 1971 unzählige Formel 3-Schlachten und gehörte zum exklusiven Kreis der Formel-3-Elite; hier kämpfte er gegen die späteren Formel-1-Größen wie James Hunt, Nicky Lauda, Ronnie Peterson und Francois Cevert.

Der vielsprachige Jürg Dubler war an mehreren Fronten tätig. Als Journalist ermöglichte er einen Einblick hinter die Kulissen des Rennfahrer-Alltags. Als nach vielen tödlichen Unfällen Ende der 1960er Jahre die Piloten mehr Sicherheit von den Streckenbetreibern forderten, erarbeitete er ein Projekt für einen schnellen Einsatzwagen mit Löschanlage. Die Jürg Dubler Racing Organisation (JDRO) handelte auf Honorarbasis Verträge für die Rennfahrerkollegen aus.

1965 weilte Jürg Dubler erstmals in Schleiz. Das Rennen entwickelte sich zu einem Desaster für den Mann aus der Alpenrepublik: Nach einem zwischenzeitlichen dritten Rang verabschiedete sich der Motor.

Ein Jahr später stand Jürg Dubler auf dem zweiten Startplatz in Schleiz hinter dem Schweden Ulf Svensson. Die Spitzenposition übernahm jedoch Patrick Dal-Bo (F) nach dem Start, gefolgt von Jürg Dubler in unmittelbarer Lauerstellung. Rundenlang entfachte sich ein Zweikampf zwischen diesen beiden Kontrahenten. Beim Versuch, den Franzosen auf der Innenseite in der Waldkurve auszubremsen, machte der gnadenlos das Loch zu. Mit dem Erfolg, dass sich der Wagen von Jürg Dubler in ein Flugzeug verwandelte. Nach 40 Metern kam das Auto zum Stehen, der Fahrer blieb zum Glück unverletzt.

1967 wollte er endlich den ersten Sieg einfahren. Doch bereits im Training kam die Ernüchterung: der Trainingsschnellste Chris Williams (GB) umrundete den Kurs mit seinem Brabam-Holbay fast vier Sekunden schneller. Der Brite behielt auch im Endlauf vor Dubler und Svensson die Oberhand.

Erst 1969 kehrte Jürg Dubler wieder ans Dreieck zurück, wiederum mit wenig Erfolg. Nach einem sechsten Trainingsplatz beendete ein technischer Defekt im Vorlauf die Hoffnung auf einen Podestplatz.

Zum letzten Mal als Aktiver weilte Jürg Dubler 1970 in Ostthüringen. Der Vorlauf wurde bei strömendem Regen in Angriff genommen. Ein loses Kabel an der Zündspule erzwang einen kurzen Zwischenstopp, danach war er mit einer Runde Rückstand ohne Chance auf einen der vorderen Plätze. Der Endlauf wurde zwar zu einer klaren Angelegenheit für den Schweizer, doch in der Addition von Vor- und Endlauf hieß der Gesamtsieger Roland Salomon (CH). Erneut wurde ein anderer Name für den Tagesschnellsten in den Stein in der Haarnadelkurve gemeißelt. "Das habe ich leider nie geschafft", bedauerte Jürg Dubler bei seinem letzten Besuch in Schleiz.

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