Nach Tod von Kevin Günther: Keine Freude beim HSV Ronneburg nach Sieg

Ronneburg.  Handball, Thüringenliga: Die sportliche Pflichtaufgabe erledigt der HSV, muss aber den Unfalltod von Torwart Kevin Günther verdauen

Ronneburgs Martin Bäumler (r.) ist im Konter von Arnstadts Aurel-Philipp Bartsch nicht zu halten.

Ronneburgs Martin Bäumler (r.) ist im Konter von Arnstadts Aurel-Philipp Bartsch nicht zu halten.

Foto: Jens Lohse

Sie trugen das Torwart-Trikot mit der Rückennummer 16 nach dem Abpfiff durch den Hexenkessel, wollten Torwart Kevin Günther nochmals teilhaben lassen an der Stimmung in der Halle nach dem Ronneburger 29:17-Heimerfolg gegen die SG Motor Arnstadt/Plaue. Doch der Schlussmann, der noch vor einer Woche den HSV-Kasten gegen Aufbau Altenburg hütete, wird nie wieder zwischen den Ronneburger Torpfosten stehen.

Ein tragischer Motorradunfall am Donnerstag zwischen Altenburg und Borna beendete das Leben des 33-Jährigen.

„Wir haben lange überlegt, ob wir überhaupt spielen sollen. Nach Rücksprache mit Kevins Vater haben wir uns dazu entschieden, weil er es auch so gewollt hätte“, erklärte HSV-Trainer Stefan Koska sichtlich gerührt nach der Partie.

Gegen die Arnstädter, die aus Altenburg immerhin einen Punkt entführt hatten, gewährten die Ronneburger Verantwortlichen jedem Spieler lange Einsatzzeiten. Richtig absetzen konnte sich der Gastgeber zunächst nicht. Bis zum 8:7 (20.) blieb die Motor-Sieben auf Tuchfühlung, ehe der HSV mit fünf Treffern hintereinander durch Christopher Eisenstein, Mirko Alexy, Richard Vogel, Andre Stölzner und Michael Seime auf 13:7 enteilte und mit einem Fünf-Tore-Vorsprung in die Kabine ging.

Torwart Maximilian Weihrauch hatten einen starken Tag erwischt. Der 6-0-Abwehrriegel erwies sich als wirksames Mittel gegen die aus dem Rückraum eher harmlosen Gäste, die ihre Angriffe sehr lange ausspielen durften, weshalb die Torquote relativ gering blieb.

Nach Wiederbeginn bauten die Ronneburger den Vorsprung kontinuierlich aus. Beim 21:11 (48.) betrug der Abstand erstmals zehn Tore. Bis auf Silvio Stölzner trugen sich alle zehn Feldspieler in die Torschützenliste ein. Mit sieben Treffern war Christopher Eisenstein am erfolgreichsten. In der Schlussphase durfte auch der reaktivierte Hannes Seidemann zwischen den Pfosten ran. Mit drei tollen Paraden bei freien Arnstädter Würfen begeisterte er die Zuschauer, verzichtete im Gedenken an Kevin Günther aber selbst auf jegliche Jubel-Posen.

Rot für Ronneburgs Philipp Stark nach einer etwas übermotivierten Abwehraktion am Kreis und die Disqualifikation für Arnstadts Christian Bergner nach dessen dritter Zeitstrafe (57.) waren eher am Rande erwähnenswert.

Mit dem vierten Meisterschaftserfolg schloss die Koska-Sieben in der Tabelle zum SV Hermsdorf auf, bei dem man am 14. November zum Spitzenspiel gastiert.

„Die Zeit bis dahin werden wir im Training nutzen. Mal sehen, was passiert. Die Corona-Zahlen verheißen nichts Gutes. Wir werden uns jedenfalls mit aller Kraft und Konzentration auf das Derby vorbereiten. Alles andere steht nicht in unserer Macht“, so Stefan Koska.