Olympiasiegerin Kati Wilhelm im Interview, warum sie TV-Experte statt Trainer geworden ist

Altenburg  Interview mit Kati Wilhelm: Die dreimalige Biathlon-Olympiasiegerin startet am Sonnabend als Ehrengast beim Skatstadt-Marathon in Altenburg

Kati Wilhelm wurde auch zur Sportlerin des Jahres in Thüringen gewählt. Mit Staffel-Bronze bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver beende sie ihre überaus erfolgreiche Biathlon-Laufbahn. Archivfoto: Alexander Volkmann

Kati Wilhelm wurde auch zur Sportlerin des Jahres in Thüringen gewählt. Mit Staffel-Bronze bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver beende sie ihre überaus erfolgreiche Biathlon-Laufbahn. Archivfoto: Alexander Volkmann

Foto: Alexander Volkmann

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die dreimalige Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm ist als Ehrengast beim Skatstadt-Marathon am Sonnabend in Altenburg dabei. Die 42-Jährige wird die 13,3-km-Strecke in Angriff nehmen, am Vorabend einen Vortrag halten und sicherlich mit den Läufern ins Gespräch kommen.

Wie läuft es bei Ihnen? Der Terminkalender ist nach wie vor voll, oder?

Mir geht es gut. Ich habe gut zu tun. Aber die Anfrage aus Altenburg habe ich gern angenommen. Eigentlich sollte ich schon im Vorjahr dabei sein, aber da konnte ich nicht.

Nils Schumann war 2018 am Start.

Genau.

Er kommt ja vom Laufen, war 2000 Olympiasieger über 800 Meter...

... ich hab ja auch eine Laufvergangenheit. In der Jugend war ich auch oft als Leichtathletin unterwegs, die Mittelstrecken waren mein Ding. In Altenburg werde ich die 13,3-km-Strecke laufen. Doch als ich letztens in meinen Kalender geschaut habe, hab‘ ich mit Erschrecken festgestellt, das sind ja nur noch paar Tage, da muss ich mal die Laufschuhe anziehen. Aber es wird schon gehen. Im Winter stehe ich auf Skiern und laufe auch, jetzt steige ich wieder häufiger aufs Rad.

Am Tag vor dem Skatstadt-Marathon halten Sie einen Vortrag. Worum geht es da?

Es geht um Motivation und darum, wie man Entschiedenheit lernt. Denn wie im Biathlon, kann man auch im Leben durch die richtige Mischung an rationalen und intuitiven Entscheidungen gewinnen. So gibt es auch viele Parallelen zwischen Wirtschaft und Leistungssport und wir erfolgreiche Sportler sind gern gesehene Vorbilder für das Thema Motivation. Anhand meiner Karriere kann ich sehr anschaulich meine Erfahrungen einbringen, bin bei vielen Unternehmen und Firmen und stehe auf der Bühne.

Da können Sie mir ja vielleicht einen Tipp geben. 2007 bin ich den Rennsteiglauf-Marathon gelaufen. Zum Ende hin hat jeder Schritt weh getan. Seither läuft aber nicht mehr viel. Wie komm‘ ich wieder in Gang?

So wie Ihnen geht es vielen, der innere Schweinehund will überwunden werden. Setzen Sie sich ein Ziel, versuchen Sie sich einer Gruppe anzuschließen – als Einzelkämpfer ist alles noch viel schwerer. Und ganz wichtig: Belohnen Sie sich, erfüllen Sie sich Wünsche – auch wenn die Ziele zunächst klein erscheinen. Gehen Sie Schritt für Schritt.

Das hört sich gut an. Da muss ich kein schlechtes Gewissen habe, wenn ich beim Skat spielen ein Bierchen trinke.

Das sagen Sie jetzt, weil wir über den Skatstadt-Marathon sprechen, oder?

Spielen Sie eigentlich Skat?

Ich weiß, wie es geht. Auf Wettkampfreisen oder im Trainingslager haben wir schon mal Skat gespielt. Jetzt bin ich eher bei Uno dabei. Meine Kinder sind fünf und sieben, da passt das gut.

Sie sind ja nach wie vor viel unterwegs, da kommt die Familie aber nicht zu kurz?

Ein gutes Zeitmanagement ist wichtig. Ich habe mich ja gegen eine Trainerlaufbahn entschieden, weil ich eben nicht Woche für Woche und Wochenende für Wochenende unterwegs sein wollte. Auf meine Termine nehm ich meine Kinder ab und zu mit,wenn wir noch ein wenig Familienzeit anhängen können. Ansonsten bin ich ja meist abends wieder zurück und dafür habe ich zwischendurch auch Tage, an denen ich mich ganz der Familie widmen kann. Ich denke, wir haben da einen guten Modus gefunden.

Dem Biathlon sind Sie nach wie vor verbunden, sind als TV-Expertin seit der Saison 2010/11 auf dem Bildschirm zu sehen.

Das ist ein toller Job, der mir großen Spaß macht und in den ich viel einbringen kann. Ich bin ja noch nahe an den Athleten und den Trainern dran und mein Mann, der als Cheftechniker tätig ist, erzählt mir natürlich auch, was los ist. Nicht alles gehört an die Öffentlichkeit, das ist klar – aber ich kann vieles einordnen und dem Zuschauer erklären.

Thüringen wird 2023 im Fokus stehen, die Biathlon-WM wird in Oberhof ausgetragen. Was erwarten Sie von der WM?

Sie soll etwas Besonderes werden, ohne abgehoben zu wirken. Wenn wir es schaffen, eine WM mit einem eigenen, besonderen Flair zu organisieren, dann wird es eine gute Werbung für ganz Thüringen.

11. Skatstadt-Marathon, 8. Juni mit Start und Ziel auf dem Markt in Altenburg

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren