Paradies Kubb Jena: Vom Underdog zum Fünften der WM

Jena  Kubb Jenaer Studententeam reist zum ersten Mal zur Kubb-Weltmeisterschaft nach Schweden und belegt, ursprünglich als Außenseiter gehandelt, überraschend unter über 150 Teams Platz fünf.

Paradies Kubb Jena kommt bei der WM im schwedischen Gotland bis ins Achtelfinale und belegte überraschend Platz fünf. Hier wirft Tim Kasper für sein Team. Foto: Rebecca Rech

Foto: zgt

Die Vorrunde überstehen und dabei so viel Spaß wie möglich haben. Mit diesem Ziel reisten zwei Teams des Vereins Paradies Kubb Jena zur Kubb-WM nach Schweden – und erlebten die Überraschung ihres Lebens: Auf Platz fünf setzten sich sechs der Jenaer auf Gotland gegen über 150 Mannschaften in dem Geschicklichkeitsspiel mit Wurfhölzern durch.

„Das Hochgefühl ist immer noch da. Damit haben wir wirklich nicht gerechnet. Wir waren schon froh, uns mit einem Team für den zweiten Tag qualifiziert zu haben. Ab da war alles möglich“, erklärt Vereinsgründer Franz Ludwig. Zwar schaffte es die zweite Mannschaft „Mett-Cup Universe“ nicht, sich für die nächste Runde zu qualifizieren, unterstützte aber die Vereinskollegen vom Spielfeldrand.

Mit Erfolg, schließlich trafen die Jenaer dann auf Teams aus Schweden und der Schweiz, die im Vorfeld als Favoriten gehandelt wurden und konnten mit zwei von drei Punkten sowie im Stechen überzeugen. „Schon nach drei Würfen stand fest, dass wir weiter sind. Aber wir waren schon sehr aufgeregt, das war schlimmer als Abitur und Führerscheinprüfung zusammen“, erinnert sich Ludwig lachend. Das Lachen verging dem Team dann aber im Achtelfinale, als es auf eine befreundete deutsche Mannschaft stieß. „Ich glaube bei den anderen Spielen hatten wir den Vorteil, dass uns keiner kannte. Die Schweden und Schweizer haben uns wohl unterschätzt“, sagt der 23-jährige Einwerfer. Diesen Vorteil hatte das Team beim bekannten Gegner nicht, schließlich überzeugten die Jenaer in dieser Saison bereits bei der Deutschen Kubb-Meisterschaft mit Platz drei. „Das war schon der erste Wink mit dem Zaunpfahl an die Konkurrenz.“ Doch nach dem knapp zweistündigen Turnier standen sie wieder als Sieger da und zogen stolz, wenn auch völlig erschöpft ins Viertelfinale ein. „Nach zwei Stunden Aufregung hätten wir eigentlich erst mal eine Pause gebraucht. Aber 15 Minuten später ging es schon weiter. Wir fühlten uns leer und haben gleich den ersten Satz verloren und dachten, so können wir uns nicht verkaufen“, so Ludwig. Zwar schaffte das Team Paradies Kubb Jena den 1:1 Anschluss, doch am Ende ging das Spiel an die taktisch versierteren Schweden von „Berras Sorkar“.

Dennoch ist bei der Mannschaft um Franz Ludwig, Martin Hohmann, Alexander Suffeda, Marcel Wehmann, Tim Kasper und Maximilian Fleischmann die Freude über den geteilten fünften Platz groß.

„Das Viertelfinale war schon ein Highlight. Mindestens 300 Leute standen ums Feld herum, davon 75 Prozent Schweden und nur wenige Deutsche, die gegen die Fangesänge der anderen anjubelten. Das war ein richtiger Gänsehautmoment“, sagt Martin Hohmann, der als einziger Linkshänder dem Team regelmäßig taktische Vorteile verschaffte und schätzt ein: „Wir hatten immer lange Spiele, wenig Pausen. Da hat am Ende die Konzentration gelitten. Das war im ersten Moment etwas ärgerlich, aber der fünfte Platz war sowieso viel mehr als wir erwartet hätten, ein voller Erfolg.“

Der WM-Titel ging dennoch nicht an eine der berühmten Kubb-Nationen, sondern an die Berliner Truppe „Gipfelstürmer & Freunde“. „Aber wir werden nächstes Jahr auch auf jeden Fall wieder antreten. Durch das Studium wird es wohl das letzte Mal sein“, sagt Franz Ludwig mit Blick auf seinen fast ausschließlich aus Medizinstudenten bestehenden Verein, auch wenn er nicht daran glaubt, an den WM-Triumph im nächsten Jahr anknüpfen zu können.

Das Achtelfinale der Jenaer Mannschaft gibt es auch als Video unter: www.youtube.com/watch?v=3frbodzDVMw

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