Radetappe der Thüringen-Rundfahrt mit schwerem Unfall

Bei bester Stimmung an den Straßen und optimalen Wetterbedingungen verläuft die dritte Etappe der Internationalen Thüringenrundfahrt der Frauen "Rund um Schleiz". Ein schwerer Unfall trübt jedoch die Radsportidylle.

Bei der Zieldurchfahrt war Andrea Graus dem übrigen Feld noch weit enteilt, konnte aber auf der verbliebenen Distanz von ihren hier zu sehenden Verfolgerinnen eingeholt werden. Foto: Jürgen Müller

Bei der Zieldurchfahrt war Andrea Graus dem übrigen Feld noch weit enteilt, konnte aber auf der verbliebenen Distanz von ihren hier zu sehenden Verfolgerinnen eingeholt werden. Foto: Jürgen Müller

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Schleiz. Schleiz ist eine radsportbegeisterte Stadt. Das stellten die Organisatoren der Internationalen Thüringenrundfahrt der Frauen auch bei der 26."Auflage des Sportereignisses fest, als der Tross am gestrigen Mittwoch in der Rennstadt Station machte. Mehrere hundert Zuschauer fanden sich allein an der Start- und Zielgeraden vor dem Landratsamt ein, die das Feld gleich dreifach passierte.

Die Zuschauer boten den Aktiven eine tolle Kulisse und bekamen dies vor allem in Form eines "grandiosen Finales" - wie es vom Sprecher aus den Boxen dröhnte - zurückgezahlt. Es war ein relativ großes Feld, das in einer Rechtskurve auf die Zielgerade einbog, und im Zielsprint konnte sich Annemiek Van Vleuten durchsetzen.

Die diesjährige Etappe "Rund um Schleiz" verband mehr oder weniger zwei Vorjahresetappen - "Rund um Schleiz" und "Rund um Neustadt" - und führte die Radsportlerinnen von Schleiz über Pößneck nach Saalfeld und anschließend wieder zurück in die Rennstadt. Anders als 2012 gab es beim Streckenverlauf auch keinerlei Probleme. Damals wurden auf einer Straße kurz vor der Rundfahrt Baumaßnahmen durchgeführt und die Strecke musste kurzfristig geändert werden.

In den Augen von Rundfahrt-Leiterin Vera Hohlfeld ist die Etappe "Rund um Schleiz" trotz der veränderten Streckenführung auch in diesem Jahr wieder sehr anspruchsvoll, wenn nicht die Königsetappe. "Um Schleiz herum gibt es ohnehin nichts, was einfach zu fahren wäre", kommentierte sie kurz nach dem Startschuss, den der Schleizer Bürgermeister Juergen K. Klimpke um 13.30 Uhr abgab.

Während die Radsportlerinnen anschließend quer durch die Landkreise Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt tourten, wurden auch in Schleiz viele Kilometer geradelt, ohne dass sich jedoch von der Stelle bewegt wurde. Während des Rahmenprogramms, das bereits gegen 12.30 Uhr startete, nahmen sechs Mannschaften im Namen der Stadt Schleiz an der Aktion "Städte aktiv" teil. Hierbei treten die einzelnen Etappenorte gegeneinander an und kämpfen sowohl gegeneinander darum, wer die sportlichste Stadt ist, als auch miteinander für den guten Zweck: Pro gefahrenem Kilometer gab es von der Kreissparkasse einen Euro. Jeweils eine Stunde auf dem Ergometer hetzten sich die Mannschaften der Sparkasse selbst, des Landratsamtes, der Stadtverwaltung Schleiz, der Schleizer Jugendfeuerwehr, der SG Möschlitz sowie ein Team aus Oberböhmsdorf ab. "Bei diesem herrlichen Sommerwetter sind wir besonders motiviert, an der Spendenaktion mitzuwirken", sagte beispielsweise Marian Römer von dem Schleizer Rathaus-Team.

Über die rege Teilnahme freute sich auch Rundfahrt-Sprecher Patrick Janovsky, der meinte, dass "in Schleiz immer etwas los ist" und lobte, dass die Spendenaktion nicht überall so ernst genommen werde, wie in der Rennstadt.

Es gibt aber auch einen faden Beigeschmack des großen Radsportfestes. Denn das unfallfreie Rennen, das sich Juergen K. Klimpke in seinem Grußwort wünschte, sollte es nicht werden. Wie die Landespolizeiin­spektion Saalfeld am frühen Abend mitteilte, kam es in Krölpa zu einem schweren Unfall.

"Eine 21-jährige belgische Radrennfahrerin fuhr auf der Bundesstraße 281 in Richtung Saalfeld und wollte an einer Kreuzung in Richtung Ranis abbiegen. Beim Abbiegen missachtete sie die Vorfahrt eines Lkw und prallte frontal gegen das Fahrzeug", schildert Polizeikommissarin Heidi Sonnenschmidt den Unfallhergang. Die 21-Jährige wurde mit schwersten Verletzungen nach Jena geflogen. Die Fahrerin sei allerdings nicht als Teilnehmerin in der gestrigen Wertungsetappe unterwegs gewesen.

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