René Enders Vorfahrer im Thüringer Sprintteam

Neues Radteam soll Thüringer Talenten Perspektive geben - über Rio 2016 hinaus. Enders tüftelt an kleinen Verbesserungen.

Präsentation auf der Erfurter Radrennbahn: Richard Aßmus, René Enders, Maximilian Dörnbach (von links) starten für das Thüringer Sprintteam. Foto: Sascha Fromm

Präsentation auf der Erfurter Radrennbahn: Richard Aßmus, René Enders, Maximilian Dörnbach (von links) starten für das Thüringer Sprintteam. Foto: Sascha Fromm

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Erfurt. Ein Team für Thüringen, ein Team mit drei Thüringern. Der Name: Thüringer Sprintteam. Doch was sich einfach und logisch anhört, war nicht so einfach zu händeln. Der Erfurter Radsport-Manager Jörg Werner (Teamspirit GmbH) hatte über Jahre das Sprintteam geführt.

René Wolff (Erfurt), der Saalfelder Matthias John, die Geraer Michael Seidenbecher, Robert Förstemann fuhren, der in Auma aufgewachsene René Enders tut es noch immer. Doch Werner zog sich zurück. Wie weiter mit den schnellen Männern? Eine schnelle Lösung musste her. Landessportbund, Olympiastützpunkt, Sporthilfe, Innen- und Sozialministerium und Radsport-Verband sowie Sponsoren waren sich schnell einig. "Das Sprintteam sollte am Leben erhalten werden", sagt TRV-Präsident Uwe Jahn. "Nach einer schwierigen, ja holprigen Phase haben wir es geschafft."

Der Absichtserklärung vom 4."Juli folgte die Gründung der "TRV Sportmanagement UG". Die Köpfe der Unternehmensgruppe sind Stephan Hauspurg (Elxleben) und der Geraer Christian Magiera, der eine Leistungssportkoordinator, der andere Geschäftsstellenleiter des Thüringer Radverbandes. Es ist vollbracht.

Das Sprintteam mit René Enders, Maximilian Dörnbach und Richard Aßmus steht, der Etat von geschätzten 50"000 Euro ist dank Sponsoren und der Landespolitik gesichert. "Radsport ist Thüringens mit Abstand erfolgreichste Sportart. Der Sprint unser Aushängeschild", sagt LSB-Geschäftsführer Rolf Beilschmidt. "Wir wollen in der Thüringer Traditionssportart Talenten eine Perspektive geben - über Rio 2016 hinaus", betont Uwe Jahn.

Wenn ich einmal zufrieden bin, dann höre ich auf mit dem Sport.

René Enders

Mit Erleichterung nahm René Enders, der weltschnellste Teamsprint-Anfahrer, die Entscheidung pro Sprintteam auf. "Thüringen ist das Land, in dem ich Sport treiben will", sagt er. "Zweimal stand das in den letzten beiden Jahren auf der Kippe. Ich hoffe, dass ich nun längerfristig planen kann." Aufgewachsen in Auma, im Radsport groß geworden bei Gerald Mortag beim SSV Gera, wechselte der 27-Jährige 2003 ans Sportgymnasium nach Erfurt, fährt seit 2006 im Sprintteam der Landeshauptstadt. "Rio ist das Ziel. Wenn es erreicht ist, geht es um den Olympiasieg", sagt er. Wer ihn kenne, der wisse, dass er nie zufrieden ist. Selbst WM-Silber in Kolumbien sieht er als Niederlage. "Ziel war Gold", stellt er klar.

Auch nach vielen Jahren im Sattel, WM-Titeln, zwei olympischen Bronzemedaillen will er noch schneller werden und hat sich mit seinem Trainer Tim Zühlke, 2007 JWM-Silbermedaillengewinner im 1000-m-Zeitfahren, Neues ausgedacht. Von einer geänderten Pedalstellung, einer größere Übersetzung ist die Rede. Doch der Clou: Enders könne doch beim Start nicht mit dem starken rechten Bein den ersten Tritt machen, sondern mit dem noch etwas schwächeren linken.

"Wenn wir das koordinativ hinkriegen, das Krafttraining anpassen, dann kann er schon im zweiten Tritt einen Tick mehr Tempo aufnehmen, das Teamsprinttrio schneller machen." Der Plan ist da, an der Umsetzung wird bereits gearbeitet, in der vergangenen Woche auf dem Straßenrad auf Mallorca und ab morgen beim Athletik-Lehrgang in Kienbaum. Es gehe im Sport darum, besser zu werden, sagt Enders. "Ich bin nie zufrieden. Wenn ich es einmal bin, dann höre ich auf mit dem Sport."

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