Rennsteig-Etappen-Lauf über 170 Kilometer: Pure Freude, ein Jubiläum und ein Streckenrekord

Blankenstein  Zum 40. Mal gab es nun den Rennsteig-Etappen-Lauf über die gesamten 170 Kilometer des beliebten Höhenwanderwegs – eine organisatorische und mehrere sportliche Meisterleistungen.

In Blankenstein (Saale-Orla-Kreis) am Saale-Ufer starteten am Montag Morgen um 8 bzw. 9 Uhr 37 Läuferinnen und Läufer aus 11 Bundesländern zum 40. Rennsteig-Etappen-Lauf des Rennsteig-Laufvereins. An fünf Tagen absolvieren die Sportler 168 km in fünf Etappen und damit den gesamten original Rennsteig -- immer entlang des weißen R's -- von Blankenstein bis nach Hörschel. Foto: Brit Wollschläger

In Blankenstein (Saale-Orla-Kreis) am Saale-Ufer starteten am Montag Morgen um 8 bzw. 9 Uhr 37 Läuferinnen und Läufer aus 11 Bundesländern zum 40. Rennsteig-Etappen-Lauf des Rennsteig-Laufvereins. An fünf Tagen absolvieren die Sportler 168 km in fünf Etappen und damit den gesamten original Rennsteig -- immer entlang des weißen R's -- von Blankenstein bis nach Hörschel. Foto: Brit Wollschläger

Foto: zgt

„Diesen Weg auf den Höh’n bin ich oft gegangen, Vöglein sangen Lieder. . .“ , singt Herbert Roth aus dem CD-Player des Betreuerfahrzeugs. Die Thüringen-Fahne flattert an dem Tischchen, auf dem Getränke, Obst und Salzgebäck für die Läufer bereit stehen. Nach und nach passieren fast 40 Läuferinnen und Läufer aus elf Bundesländern die Verpflegungsstelle und werden von den tüchtigen Helfern angefeuert. „Ihr seid gut“, lobt Horst Schulz, selber ein Rennsteig-Lauf-Urgestein, der 19 Mal den Supermarathon lief, bevor er in die Organisation einstieg. Fünf Tage lang bestreiten die Laufenthusiasten zwischen 27 und 72 Jahren ein Trainingslager der besonderen Art. Und das nun schon zum 40. Mal.

Es war vor 20 Jahren im August, da setzte Uli Röder, Läufer und Leichtathletik-Kampfrichter aus Passion, zum ersten Mal seine Idee in die Tat um: nämlich den ganzen Rennsteig an fünf Tagen zu laufen, nicht zu wandern. Und dass es dabei wieder und wieder schneller geht, beweisen die Teilnehmer mit immer mit Renn-Rekorden.

Angela Beckmann aus Neu-Ulm gewann im April die Damen-Konkurrenz mit Streckenbestleistung – und das, obwohl sie sich auf der letzten Etappe verlaufen und einen rund zwei Kilometer langen Umweg genommen hatte. Mit 15:26:37 h unterbot sie die Bestmarke von Uta Jurkschat aus Schmiedefeld um über 18 Minuten.

Rennsteigklänge zum Schunkeln

David Mendelski aus Uhlstädt-Kirchhasel siegte bei seinem Etappenlauf-Debüt in 14:14:45 h. Mehrfach kam er vom offiziellen Wege ab und rannte zusätzliche Kilometer. „Lauft immer nach dem weißen R“, mahnt Organisator Uli Röder vor jeder Etappe. Aber im Gegensatz zum offiziellen Rennsteig-Lauf im Mai erleben die Etappen-Läufer den Normal-Zustand des Höhenwanderweges – ohne Flatterbänder. Da kann man sich verlaufen. „Die Strecke war auch jeden Tag anders spannend“, beschreibt der 33-jährige Spitzenläufer Mendelski das besondere Lauferlebnis. Bisher habe er nie den ganzen Rennsteig zu Fuß erkundet. „Ich fand’s toll“, sagte er begeistert.

Genau wie Rita Reinhardt aus Oberhof. Die 49-jährige war stellvertretend für die Hoteliers und Gastronomen erstmals und erfolgreich dabei. Gemeinsam mit Ehemann Jens-Uwe Reinhardt betreibt sie das Hotel und Restaurant Quisisana in Oberhof. „Seit vielen Jahren kommen die Läufer zu uns. Ich wollte immer schon mal mitmachen. Jetzt hat es geklappt“, erklärte sie. Obwohl ihr Haus in dieser April-Woche Betriebsferien hatte, wurden am Nachmittag der dritten Etappe von Neustadt nach Oberhof die Läufer hier verwöhnt, sogar mit der herzhaften Bärlauch-Suppe, die extra für sie gekocht wurde.

Auch Wirt André Leipold vom Gasthof „Hubertus“ in Neustadt am Rennsteig empfing die Läuferschar mit großer Begeisterung und hatte sogar die Musiker der Neustädter Rennsteig-Klänge zur musikalischen Erbauung engagiert. Sie brachten die Läufer mit dem Rennsteig-Lied zum Schunkeln, aber auch dem Schneewalzer.

Die meisten Etappen-Läufer sind langjährige Marathon- und Supermarathon-Läufer auf dem Rennsteig. So wie Hans-Friedlich Lauerwald aus Gera oder Irmgard Eggert aus Halberstadt: Die „Miss Rennsteig 1992“ ging schon 16 Mal zum Super-Marathon und zehn Mal beim Marathon an den Start. Vor dem Etappenlauf hatte sie zunächst sehr viel Respekt. Aber bei ihrer ersten Teilnahme vor acht Jahren schaffte sie ihn nicht nur, sie gewann ihn auch. Zum Rennsteiglauf am 21. Mai sind fast alle Etappenläufer wieder dabei.

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