Rudolstadts Holger Jänisch mit glücklichem Trainerhändchen

Rudolstadt.  Fußball-Oberliga: FC Einheit Rudolstadt besiegt Blau-Weiß Zorbau 3:1

Luiz Miguel Schack (FC Einheit Rudolstadt, vorn)  gegen  Gregor Schlichting (Blau-Weiß Zorbau).

Luiz Miguel Schack (FC Einheit Rudolstadt, vorn) gegen Gregor Schlichting (Blau-Weiß Zorbau).

Foto: Peter Scholz

Holger Jähnisch ist nicht nur der dienstälteste Oberliga-Trainer. Er kennt auch den jeweiligen Gegner zumeist recht genau. So war er auch über Blau-Weiß Zorbau, der mit der Empfehlung von drei Siegen in Folge angereist war, gut informiert, denn er hatte sich die Mannschaft zuvor in Jena angeschaut.

Doch ein Trainer braucht auch etwas Glück und ein glückliches Händchen. Das hatte der 50-Jährige in seinem neunten Oberligajahr mit den Einwechslungen von Robert Bismark und Markus Baumann zweifellos. Denn beide erzielten die Tore, die den ersten Dreier der Grün-Gelben im fünften Spiel sicherstellten.

Früh attackierten die Gäste zu Beginn die Hausherren und besaßen beim Schuss von Schlichting, dessen Schuss am langen Pfosten vorbei zischte (3.), die erste Möglichkeit. Auch danach blieben sie die etwas präsentere Mannschaft und kamen zu einigen Standards, die die Rudolstädter aber gut abwehrten.

Die erste Gelegenheit für die Einheit wurde in der 15. Minute registriert, als Bahner bei einer Maßflanke von Giebel nicht genügend Druck hinter den Ball bekam. Das war ein Signal, mutiger aufzutreten. Zorbau änderte die Taktik, zog sich hinter die Mittellinie zurück und ließ die Einheimischen in deren Hälfte gewähren. Nach 23 Minuten erreichte ein weiter Abschlag von Torwart Bresemann Rupprecht. Der wurde bei seinem Lauf von den Beinen geholt. Bahner schnappte sich die Kugel und versenkte sie sicher (23.).

Auch nach dem Rückstand blieb Blau-Weiß Zorbau seiner Linie treu, besaß aber bei einem Konter, bei dem Schlichting nach dem besten Angriff überhaupt das Spielgerät neben den Pfosten jagte, eine sehr aussichtsreiche Tormöglichkeit (35.). Auch der Schuss von John Winkler brachte nichts Zählbares ein (37.).

Vier Minuten nach Wiederbeginn war der knappe Vorsprung dahin. Diesmal zeigte der Unparteiische nach einem Foul von Szymanski erneut auf den Strafstoßpunkt und wiederum gab es keinerlei Proteste. Jähnisch war in dieser Situation mit dem Abwehrverhalten seiner Akteure sehr unzufrieden. Winkler besorgte den Ausgleich.

In der Folge mussten sich die Kontrahenten wohl erst wieder ordnen und es entwickelten sich 20 Minuten, in denen es kaum ansehnliche Kombinationen auf beiden Seiten gab und die Nervosität regierte.

Das sollte sich ab Spielminute 70 ändern. Zunächst wurde ein Kopfball von Bahner von der Linie geköpft (69.). Dann zog der vier Minuten zuvor eingewechselte Bismark aus 22 Metern ab und der abgefälschte Schuss schlug unhaltbar ein (70.).

Erneute Führung tut gut

Diese erneut Führung tat dem Selbstvertrauen der Gastgeber gut. Die spielten weiter nach vorn und ließen in der Deckung nichts zu. Das 3:1 war viel früher möglich. So bei den „Riesen“ von Riemer, als Zorbaus Keeper Heine fantastisch hielt (76.), und von Bahner, dessen Schuss gerade noch geblockt werden konnte (80.). Auch ein Kopfball von Kaiser führte nicht zum erlösenden dritten Treffer (81.). Den besorgte erst Baumann, der ein Zuspiel von Bahner, der zuvor einen Zweikampf fast an der Eckfahne gewonnen hatte, technisch gekonnt aus sechs Metern in das Eck platzierte (90.+3).

„Leider ist es uns nicht gelungen, in der letzten Zone Druck zu entwickeln. Da haben wir uns zu leicht wegverteidigen lassen. Heute hat es für uns nicht gereicht. Das muss man akzeptieren. Rudolstadt hat das hinten heraus verdient gezogen, weil sie gut gespielt und verteidigt haben“, analysierte Gäste-Trainer Maik Kunze.

Holger Jähnisch sagte: „Wir sind glücklich, dass wir den ersten Dreier eingefahren haben. Wir hatten auch in den anderen Spielen zumeist einen guten Anfang, haben es aber nie gut zu Ende gebracht. Wir hatten diesmal das Glück des Tüchtigen, dass so ein Schuss mal abgefälscht wurde. Das haben wir einfach gebraucht. Bis zum 2:1 war es ein Spiel auf Augenhöhe und auch ein wenig Überlebenskampf. Nach dem 2:1 haben wir drei Einhundertprozentige, um noch eher das dritte Tor zu erzielen. Dann hätte das Spiel auch hinten heraus noch kippen können. Aber ich habe den Jungs gesagt, dass sie alles in die Waagschale werfen müssen. Das haben sie heute sehr gut getan.“