SG VfR Bad Lobenstein: „Wir haben einen guten Kader“

Bad Lobenstein.  Für den zweifachen Vizemeister SG VfR Bad Lobenstein kann es im zweiten Teil der Meisterschaft 2019/20 nur noch um Wiedergutmachung gehen.

Torjäger Sebastian Mai von der SG VfR Bad Lobenstein erzielte in der bisherigen Saison bisher 19 Tore.

Torjäger Sebastian Mai von der SG VfR Bad Lobenstein erzielte in der bisherigen Saison bisher 19 Tore.

Foto: Jens Henning/ OTZ

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Für den zweifachen Vizemeister der Jahre 2018 und 2019, für die SG VfR Bad Lobenstein, kann es im zweiten Teil der Meisterschaft 2019/20 nur noch um Wiedergutmachung gehen. Der Punktabstand auf die Top-Teams Blau-Weiß 90 Neustadt, FSV Schleiz, SV Jena-Zwätzen und FC Saalfeld ist zu groß. Elf Zähler fehlen den Bad Lobensteinern als Tabellenachter zum Herbstmeister Neustadt. Eine dritte Vizemeisterschaft in Folge dürfte kaum möglich sein, auch wenn die anderen Teams, die ganz oben stehen in der Tabelle, alles andere als konstant auftreten.

Der Saisonstart der Mannschaft von Trainer Heiko Becker war enttäuschend. Nach fünf Spieltagen fanden sich die Bad Lobensteiner, die auch diesmal zum erweiterten Kreis der Meisterschaftsanwärter gehörten, auf dem letzten Tabellenrang der Landesklasse wieder.

Fünf Spiele in Folge wurden verloren. Die Konkurrenz staunte über diese Ergebnisse. „Ich hatte bei einigen Spielern eine gewisse Selbstgefälligkeit ausgemacht. Einige dachten nach den erfolgreichen Jahren, das läuft schon irgendwie wieder von allein. Wenn man nur 80 oder 85 Prozent seiner Leistungsfähigkeit bringt, kannst du dafür bestraft werden. Es war für alle eine neue Situation. Wir hatten lange gebraucht, um den Schalter wieder in die andere Richtung umzulegen“, sagte Becker.

Erst am sechsten Spieltag gelang der erste Dreier beim 5:2 gegen den FC Saalfeld. Als am siebten Spieltag bei der SG Traktor Teichel die sechste Pleite folgte, dachten einige, die Minusserie geht weiter. Doch die Bad Lobensteiner erholten sich, wenn auch langsam. Gegen den FSV Grün-Weiß Stadtroda, dessen Verantwortliche den Aufstieg als Saisonziel formulierten, gelang ein 3:1, und bei den anderen Grün-Weißen aus Blankenhain ein mühsames 3:2. Es hätte nicht viel gefehlt und es hätte auch gegen den damaligen Tabellenführer BSG Chemie Kahla zum vierten Saisonsieg gereicht. Doch es kam anders, trotz der besten Halbzeit, die die Bad Lobensteiner spielten. Marco Narr und Oliver Hölzel hatten den VfR nach einer Stunde mit 2:0 in Führung gebracht. Das Spiel schien gelaufen, zumal die Gäste aus Kahla nach einer Roten Karte nur noch zu zehnt auf dem Platz standen. Innerhalb von zwei Minuten kippte das Spiel, die Bad Lobensteiner verließen ihre taktische Linie und wurden dafür noch mit dem Gegentor zum 2:3 bestraft. Kahla feierte, die Bad Lobensteiner schauten sich nach dem Abpfiff lange Zeit an. Es blieb die letzte Niederlage bis zur Winterpause.

Bei der Reserve des SV Schott Jena überzeugten die Bad Lobensteiner mit einer gnadenlosen Effektivität und gewannen 5:1. Die Jenaer machten das Spiel, die Bad Lobensteiner die Tore. „Diese Spielweise liegt uns, wenn der Gegner den Ball hat und wir können kontern“, sagte VfR-Torjäger Sebastian Mai unmittelbar nach diesem Spiel. Gegen den Neuling aus Kaulsdorf gab es eine überzeugenden Kantersieg mit 7:0, „weil die Jungs den Match-Plan sehr gut umgesetzt hatten“, sagte Trainer Becker.

Zum Abschluss der Hinserie spielte der VfR seine Routine aus im Saale-Orla-Duell in Moßbach (3:1). Einen Spitzenplatz nimmt der Verein nur in der Torschützenliste ein. Sebastian Mai steht bei Saison-Halbzeit bei 19 Treffern. Das ist Liga-Spitze. Der 31-Jährige ist auf dem besten Weg, seinen eigenen Torrekord aus der Saison 2015/16 anzugreifen. Damals erzielte Mai 38 Tore. Beckers Hoffnung ist, dass sich das Szenario der Monate August und September nicht im Frühjahr wiederholt. Der März wird richtungsweisend, wenn es zum Auftakt der Rückrunde gegen die Teams geht, die den Bad Lobensteinern den Horror-Saisoneinstieg bescherten. Drei der vier Gegner sind da Tabellenführer Neustadt/Orla, der Zweite Schleiz und der Dritte Jena-Zwätzen. „Dass meine Spieler über eine individuelle Klasse verfügen, muss ich nicht extra betonen. Das reicht aber nicht aus, wenn die Grund-Tugenden des Fußballs vernachlässigt werden“, sagte Becker.

Wozu die Bad Lobensteiner sportlich in der Lage sind, deuteten sie im Landespokal gegen den Verbandsligisten SV 1879 Ehrenhain an. Mit etwas mehr Glück beim Torabschluss hätten die Bad Lobensteiner diese Hürde nehmen können. Spektakuläre Transfers wird es in Bad Lobenstein in der Winterpause nicht geben. „Wir haben einen guten Kader. Wir haben junge Leute in der Truppe, sie sollen weiter Verantwortung übernehmen. Wir wollen die Saison seriös zu Ende spielen“, sagte Becker. Vielleicht übernimmt der VfR in dieser Spielzeit eine andere, eine neue Rolle, die des Meistermachers? Die Stadtrodaer bekamen bei ihrem 1:3 einen ersten Vorgeschmack, und die Kahlaer traten die Heimreise mit zwei blauen Augen an.

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