Jena. Mit den C-Junioren des FCC wird Coach Ruben Fredrich am Freitag und am Samstag beim Karl-Schnieke-Turnier antreten. Was er sich für seine jungen Kicker wünscht, welche Spieler sie bewundern und was junge Fußballer mitbringen müssen, um in einem Nachwuchsleistungszentrum zu bestehen, verriet der 34-Jährige.

Ruben Fredrich meldet sich eine Stunde früher. Er hat eher Feierabend. Die C-Junioren trainierten ob der eisigen Temperaturen am späten Mittwochnachmittag lediglich eine Stunde. „Wir hatten uns aufgrund der Witterung bereits im Vorfeld darauf geeinigt, dass wir die Einheiten verkürzen“, sagt Ruben Fredrich, seines Zeichens Trainer der U14 des FC Carl Zeiss Jena, dem jüngeren Jahrgang der hauseigenen C-Junioren.

Am Freitag und am Samstag werden der FCC-Trainer uns seine jungen Fußballer der Kälte nicht derartig ausgeliefert sein, schließlich wird auch die nunmehr 34. Auflage des Karl-Schnieke-Turniers unter einem wärmenden Hallendach ausgetragen – einem äußerst imposanten: Erstmals treten die C-Junioren für den Wettbewerb in der Arena in Burgau in zwei Gruppen gegeneinander an. In den Jahren zuvor spielte der kickende Nachwuchs stets im Sportkomplex Lobeda-West, wobei die letzte Turnier-Auflage im Januar 2020 über die Bühne ging.

Trainer freut sich wahnsinnig auf das Turnier

„Für meine Fußballer ist das natürlich eine tolle Sache. Daher wünsche ich mir, dass sie ein schönes Turnier erleben und es einfach genießen, vor so einer imposanten Kulisse und all den Jenaer Fans spielen zu können – es soll ihr Tag werden“, sagt Ruben Fredrich. Auch für ihn sei das Schnieke-Turnier eine Premiere. Er freue sich wahnsinnig darauf – genau wie seine Spieler.

Ein konkretes Ziel benennt der Trainer für den Wettstreit indes nicht. Dafür kann er etwas zu den Gegnern der B-Gruppe sagen, mit denen sich seine Kicker am Samstag ab 9 Uhr messen müssen. Gegen den 1. FC Nürnberg, den VfL Wolfsburg und auch gegen den Chemnitzer FC habe man schon einmal gespielt, berichtet Fredrich. Über die Sachsen triumphierte man erst am vergangenen Wochenende beim Gerd-Schädlich-Gendenkturnier mit 7:2 triumphiert, gegen das Team aus der Franken-Metropole während eines Leistungsvergleich sogar 10:4.

„Lediglich Austria Salzburg kennen wir nicht, aber Hallenfußball mit Bande kann man nur bedingt mit klassischem Großfeld-Fußball vergleichen – das ist eine Sportart für sich, da ist alles möglich“, sagt Ruben Fredrich. Für ihn wiederum ist Hertha BSC der Favorit in Sachen Turniersieg. Auf die Hauptstädter könnten die Gastgeber jedoch frühestens in der Runde der letzten Vier treffen, da sie in der A-Gruppe beheimatet sind.

Seit der U12 lenkt Ruben Fredrich die Geschicke des Nachwuchsteams

Seit der U12 lenkt der 34-Jährige nunmehr die Geschicke des Nachwuchsteams, das in der Verbandsliga beheimatet ist und auf Platz drei überwintert. Die kleinen Saalestädter haben jedoch eine Partie weniger als ein Großteil ihrer Konkurrenten absolviert. „Mit einem Sieg könnten wir an der Tabellenspitze stehen“, sagt der FCC-Coach, um mit seinem nächsten Atemzug darauf zu verweisen, dass es sich bei der ausstehenden Partie um das Derby gegen den FC Rot-Weiß Erfurt II handelt. Aufgrund des Schneefalls Anfang Dezember musste die Ansetzung jedoch verschoben werden.

Geboren und aufgewachsen ist Ruben Fredrich in Haynsburg in der Nähe von Zeitz im Burgenlandkreis, doch seit nunmehr zehn Jahren lebt er an der Saale. „Mittlerweile bin ich ein eingefleischter Jenaer“, sagt der Projektmanager für Logistik, der bei der hiesigen Carl Zeiss AG arbeitet. Für das Studium sei er einst vom südlichsten Zipfel Sachsen-Anhalts gen Ostthüringen gezogen. Im Burgenlandkreis schnürte er indes jahrelang für den TSV Tröglitz seine Fußballschuhe, musste diese jedoch nach zwei Kreuzbandrissen im Alter von nur 21 Jahren an den berühmten Nagel hängen. „Danach war Feierabend“, sagt der ehemalige Mittelfeldakteur, der mit seinem Heimatverein in der Kreisoberliga spielte.

Nach dem durch und durch unfreiwilligen Ende seiner sportlichen Laufbahn wechselte er vom Spielfeld an die Außenlinie. Als Trainer im Nachwuchsleistungszentrum des FCC arbeitet er seit 2018. Davor engagierte er sich vier Jahre als Nachwuchstrainer beim SV Schott Jena. „Im Frühjahr 2018 hatte ich ein Gespräch mit den Verantwortlichen des FCC - es hat beidseitig gepasst“, erinnert sich Ruben Fredrich.

Seit E-Junioren-Tagen Kader nicht großartig verändert

Der Zusammenhalt, eben das Wir-Gefühl, sei indes die ausgesprochene Stärke seines Teams, sagt Fredrich. Außerdem profitiere es davon, dass der Kader sich seit E-Junioren-Tagen, der U10, nicht großartig verändert habe. Das Gros seiner Spieler besuche die Sportschule, über die Hälfte wohne zudem im Internat. Von seinem 17-köpfigen Kader – 16 Feldspieler ein Keeper – stamme ein Drittel aus der Saalestadt. Zu ihnen gesellen sich Kicker, deren biographische Wurzeln unter anderem in Gera, Bad Salzungen, Plauen, Eschwege und dem hiesigen Umland liegen.

Für das Turnier wiederum werden seine Akteure auf zwei Teams aufgeteilt: eines bestreitet außer Konkurrenz das Qualifikationsturnier am Freitagabend gegen die Teams aus Jena, Neustadt, Weimar oder Kahla, das andere das eigentliche Turnier am Samstag. Letzteres soll von Kapitän und Mittelfeldregisseur Elia Zimmermann in der Arena auf den Platz geführt werden, doch am Mittwochnachmittag war noch offen, ob der Spielführer am Wochenende auflaufen kann. Er sei angeschlagen, sagte der Trainer.

Die Junioren von Ruben Fredrich rekrutieren sich jedoch nicht allein aus männlichen Akteuren: In seinen Reihen gibt es mit Tessa Gerstenhauer auch eine Fußballerin. Dreimal wurde die Innenverteidigern, die aus Niederzimmern bei Weimar stammt, bereits in den U15-Kader des DFB berufen.

Leistungsgedanke und Opferbereitschaft vonnöten

Und was muss ein Spieler oder eine Spielerin in diesem Alter mitbringen, um an einem Nachwuchsleistungszentrum zu bestehen? „Neben einer rein sportlich-fußballerischen Begabung sind ein ausgeprägter Leistungsgedanke und auch die Bereitschaft, Prioritäten zu setzen, vonnöten – man muss für den Fußball sehr viel Freizeit opfern, der in jener Phase bereits weitaus mehr ist als ein schlichtes Hobby. In dem Alter, in dem sie sich jetzt gerade befinden, verspüren sie jedoch alle noch eine ausgesprochene Lust auf den Sport, was sich jedoch ändern kann, wenn sie vollends in der Pubertät angekommen sind“, gibt Ruben Fredrich zu bedenken.

Und welcher Fußballer steht bei seinen Kickern hoch im Kurs? „Kylian Mbappé“, sagt Ruben Fredrich, der keine Sekunden überlegen muss – er antwortet umgehend. Doch der Stürmer in den Diensten von Paris Saint-Germain sei nicht der einzige Star, der die Gemüter seiner juvenilen Spieler erregen würde. Auch für seine 13-jährigen Kicker stelle sich immer noch die Gretchenfrage in Sachen Fußball: Messi oder Ronaldo?

„Darüber habe ich nicht schlecht gestaunt, schließlich sind beide ja im gefühlten Spätherbst ihrer Karriere. Doch als uns einmal Maximilian Krau? vom Regionalligateam während eines Trainings besuchte, wurde ihm seitens meiner Spieler tatsächlich diese Frage gestellt – daraufhin haben wir sie dann gefragt.“

Gretchenfrage in Sachen Fußball: Messi oder Ronaldo?

Und das Ergebnis? „Die eine Hälfte Messi, die andere Ronaldo – gefühlt fifty-fifty.“

Und mit wem sympathisiert der Trainer? „Das sind sehr gegensätzliche Spielertypen. Ronaldo ist ein Vorzeigeathlet und eine Torfabrik. Messi hingegen ist meines Erachtens der komplettere Spieler – er macht mehr für das Spiel und weiß immer, was zu tun ist. Seine Torausbeute und Assists sind beeindruckend. Daher tendiere ich zu Messi. Seine Art, mit dem Ball umzugehen, fasziniert mich einfach.“