Volleyball, Thüringenliga

SV Tröbnitz empfängt Ligaprimus: Keine Freundschaft, keine Kulanz

Tröbnitz.  Knuth Schurtzmann findet nur lobende Worte. Dass dem so ist, ist der Tatsache geschuldet, dass die Damen des SV 1923 Tröbnitz in den vergangenen Wochen und Monaten hart gearbeitet hätten. Ja, der Coach schwärmt regelrecht von dem Engagement, das seine Spielerinnen während des Trainings an den Tag legen würden.

Leistungsträgerin beim SV Tröbnitz: Nele Pilz.

Leistungsträgerin beim SV Tröbnitz: Nele Pilz.

Foto: Foto: Veit HÖntsch / OTZ

Knuth Schurtzmann findet nur lobende Worte. Dass dem so ist, ist der Tatsache geschuldet, dass die Damen des SV 1923 Tröbnitz in den vergangenen Wochen und Monaten hart gearbeitet hätten. Ja, der Coach schwärmt regelrecht von dem Engagement, das seine Spielerinnen während des Trainings an den Tag legen würden. „Die Beteiligung hat sich im Vergleich zum Vorjahr enorm verbessert“, betont Schurtzmann, der seine Spielerinnen als ehrgeizig, diszipliniert und auch zielstrebig charakterisiert. Und weil dem nun einmal so sei, hätte sich der Verein aus dem kleinen Dorf am Rande des Saale-Holzland-Kreises den zweiten Platz in der Tabelle auch redlich verdient, resümiert Schurtzmann. Er verweist jedoch auch darauf, dass besagter Platz auch dem Umstand geschuldet sei, dass der VSV Jena II bis dato weniger Spiele als der SVT absolvierte.

Gleichzeitig sei das ganze Volleyball-Unterfangen in dieser Saison für ihn eine riesige Herausforderung, wie denn der Trainer betont. Was er mit dem Wort „Herausforderung“ meint, wird deutlich, wenn er auf seinen Kader zu sprechen kommt. Oder vielmehr dessen Umfang. Schurtzmann greift dafür auf einen Vergleich zurück: „Als würde eine Fußballmannschaft mit 35 Spielern aufschlagen.“ Kurzum: der Kader ist riesig, umfasst dreimal so viele Spielerinnen, als auf das eigentliche Spielprotokoll passen. 18 aktive SVT-Protagonistinnen, zu denen sich dann noch sechs weitere gesellen, die aufgrund von Verletzung oder Mutterfreuden derzeit nicht in das Geschehen eingreifen können, aber bereits signalisiert hätten, dass sie ebenfalls wieder spielen wollen.

Das wiederum ist Fluch und Segen zugleich für den Trainer, der letztlich sehen muss, dass die Stimmung intern nicht umschlägt, zumal der Konkurrenzkampf in seinen Reihen enorm sei. Schurtzmann meidet bewusst das Wort „Spannungen“, das sei ihm zu negativ besetzt, vielmehr spricht er von „gesunder Konkurrenz“, aber auch „Enttäuschung“. Natürlich sei die Enttäuschung bei all jenen Spielerinnen groß, die es nicht in den zwölfköpfigen Kader für einen Spieltag schaffen – insbesondere bei einem Heimspiel, wenn womöglich Freunde und Verwandte zugegen sind. „Auf der einen Seite ist das auch für uns Trainer jedes Mal aufs Neue kompliziert, auf der anderen haben wir aber auch ein absolutes Luxusproblem, da wir vieles von der Tagesform abhängig machen können, was letztlich auch ein Stück weit unser Erfolgsrezept ist“, sagt Schurtzmann, der keinen Hehl daraus, dass er diesen permanenten Drahtseilakt in Sachen Gefühlslage in seinem Kader ohne seinen Co-Trainer Jens Löwenberg kaum meistern könne. Löwenberg und er würden sich perfekt ergänzen, auch – oder gerade – weil sie grundverschiedene Typen seien. Während bei Löwenberg in erster Linie die erbrachte Leistung Priorität genießen würde, sei er eher der soziale Typ, der das Gesamtkonstrukt stets im Blick hat und zudem den Seismographen gibt.

Letztlich würde sie der derzeitige Erfolg in ihrem gemeinsamen Agieren bestätigen, sagt Schurtzmann, der mit seinem nächsten Atemzug auf Nele Pilz verweist, die auf der Diagonalposition spielt. Sie sei eine absolute Leistungsträgerin.

„Sie ist bis jetzt in keiner Partie eingebrochen“, lobt der Trainer. Des Weiteren verweist er auf Zuspielerin Aneta Köhler, die in der vergangenen Saison noch für den 1. VSV 90 Jena spielte. „Sie bereichert unser Spiel ungemein. Sie hat aufgrund ihrer Erfahrung aus der Regionalliga das Händchen und auch den Kopf, um ihre Mitspielerinnen so zu bedienen, dass wir unsere Angriffsstärke vollends entfalten können“, führt Schurtzmann. weiter aus.

Besagte Angriffsstärke wird heute ab 11 Uhr in der Dreifelderhalle der Regelschule Stadtroda dann auch vonnöten sein, wenn der SV Tröbnitz in seiner ersten Partie Tabellenführer VfB 91 Suhl II empfängt. Anschließend wird sich das Volley-Team Schwarz-Weiß Erfurt III die Ehre geben. Gegen den Ligaprimus, der in der vergangenen Saison noch in der Regionalliga beheimatet war, liebäugelt der Coach zumindest mit einem Punkt. Gegen die Gäste aus Erfurt soll es indes ein Sieg werden. „Wenn man Tabellenplatz eins anstrebt, muss man siegen. Deshalb werden wird auch immer mit dem stärksten Kader spielen, werden nicht aus Freundschaft und Kulanz irgendjemand aufstellen, was sich dann hinterher rächt“, sagt der Coach entschlossen.

Ach ja, Spaße bereite ihm die ganze Sache natürlich auch, sagt Schurtzmann. Selbst wenn hie und da eben etwas verzwickt sei.

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