Vanessa Geithel und Blau-Weiß Auma vor nächster Bundesliga-Herausforderung

Schmölln/Auma.  Auma kegelt in Bamberg und Vanessa Geithel weiß aus eigener Anschauung, was den Bundesliga-Aufsteiger erwartet

Die Schmöllnerin Vanessa Geithel kegelt für den SV Blau-Weiß Auma.

Die Schmöllnerin Vanessa Geithel kegelt für den SV Blau-Weiß Auma.

Foto: Andreas Rabel

Morgen gilt es in Bamberg. Der SKC Victoria ist deutscher Serienmeister, Weltpokalsieger. Die Aumaer Keglerinnen kennen die Sechs-Bahnanlage, im Vorjahr spielte der SV Blau-Weiß in der zweiten Bundesliga gegen Victoria Bamberg II. Am Sonntag geht es für den Aufsteiger um Bundesligapunkte. „Wir wissen, was uns erwartet“, sagt Vanessa Geithel. „Wir haben schon im letzten Jahr schauen können, was da gekegelt wird.“

Doch gegen den großen Favoriten müssen sich die Aumaerinnen keinen Druck machen, jede Bahn, jeder Punkt ist ein Erfolg, und auch mit den Augen kann man lernen. Eine Lernende ist Vanessa Geithel, 15 Jahre jung, das dritte Jahr ist die Schmöllnerin in Auma. In erster Linie des Trainers wegen.

Beim jährlichen Jugend-Championat sprach Jugend-Landestrainer Jan Koschinsky das Kegel-Talent vom KSC Turbine Schmölln an, bot Vanessa Geithel an, in Auma zu trainieren. Der Familienrat entschied, „das machen wir“.

Eine richtige Entscheidung wie Platz drei bei den Deutschen U14-Meisterschaften im Team und Platz sechs im Einzel belegt. Mit den Aumaerinnen schaffte Vanessa Geithel den Aufstieg in die erste Bundesliga, die Mannschaft startete mit einem Sieg beim Mitaufsteiger Freiburg in die Saison, die 15-Jährige holte gegen Pöllwitz und Erlangen-Bruck Mannschaftspunkte. Ihre Bestleistung steht bei 578 Holz, die 600er-Marke hat sie im Blick.

„Die 600 soll zu einem schönen Anlass fallen, wenn es in der Bundesliga drauf ankommt oder bei einer Meisterschaft oder der WM.“

Technik und Körpersprache

Doch zunächst geht es in der Bundesliga um Punkte und darum, sich gut zu präsentieren. „Vanessa hat eine gute Technik, eine gute Körpersprache. Das ist alles ausbaufähig. Ich hoffe, sie macht so weiter“, sagt Jan Koschinsky. Das will sie, besser werden. So gut wie jeden Tag trainiert die 15-Jährige. Papa Jens hat einen Schlüssel für die Kegelbahn, zweimal in der Woche geht es nach Auma zum Training.

Vanessa Geithel kommt aus einer Kegler-Familie. Opa Ulrich, inzwischen 70, spielt noch immer in der ersten Schmöllner Mannschaft, Vater Jens hat sich sportlich etwas zurückgenommen, spielt in der dritten Mannschaft, da mit seinem Sohn Sören. Von klein auf war Vanessa an der Kegelbahn, versuchte sich zunächst in der Leichtathletik, doch begann sie vor sechs Jahren dann „doch ein bisschen zu murmeln“.

Inzwischen ist aus dem bisschen kegeln viel mehr geworden. Als U18-Nationalspielerin hatte sie die WM-Titelkämpfe 2021 in Plauen vor Augen. Das Ziel bleibt, die Vogtländer haben die WM wegen der Corona-Krise abgegeben. Polen ist als Ausrichter im Gespräch.