„Völlig unbestimmt!“: USV-Geschäftsführer über mögliche Rückkehr des Frauenfußballs in den USV

Jena  Das Schicksal des FF USV Jena bleibt ungewiss. Eine Insolvenz scheint kaum mehr abzuwenden – allein der Zeitpunkt ist offen. Steht der Frauenfußball am Ende vor einer Rückkehr zum Mutterverein USV Jena? Diese und andere Fragen stellten wir Geschäftsführer Thomas Fritsche.

Thomas Fritsche ist Geschäftsführer beim USV Jena.

Thomas Fritsche ist Geschäftsführer beim USV Jena.

Foto: Michael Ulbrich

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Das Schicksal des FF USV Jena ist weiter ungewiss. Eine Insolvenz scheint kaum mehr abzuwenden – allein der Zeitpunkt ist offen. Steht der Frauenfußball am Ende vor einer Rückkehr zum Mutterverein USV Jena? Diese und andere Fragen stellten wir dem Geschäftsführer Thomas Fritsche.

Wie akut ist dieses Thema für den USV Jena?

Gar nicht akut. Um eine Wiedereingliederung geht es auch nicht. Wenn, dann geht es nur darum, ob wir als USV Jena in Zukunft wieder Frauenfußball als eine normale Abteilung haben werden. Eine Übernahme gibt es nicht.

Die Spielrechte müssten doch aber zumindest übertragen werden, oder?

Dazu können wir aktuell gar nichts sagen, denn die Situation, in der sich der FF USV derzeit befindet, ist uns nicht im Detail klar. Dort muss man sagen, ob und wie es weitergehen kann. Wir versuchen, mit dem FF USV in Kontakt zu bleiben, damit wir auf dem Laufenden sind. Wir würden schon schauen wollen, dass wir in unserem Verein darüber sprechen, wie man zu diesem Thema steht. Ich denke, das würden wir zunächst im Vorstand und mit den Abteilungsleitern besprechen. In welcher Form, in welcher Liga, mit welchem Aufwand, wir vielleicht wieder Frauenfußball anbieten können, ist völlig unbestimmt.

Der FF USV ist eine besondere Abteilung im USV Jena – gibt es Bedenken, dass man unter Umständen im Falle einer Insolvenz für die Schulden geradestehen muss?

Nein. Wir haften ja nicht für Schulden, die ein Mitglied bei uns hat. Ob das Mitglied nun eine natürliche Person ist, wie ich, oder ein anderer Verein, ist egal. Wir sind ja als Verein auch Mitglied im Landessportbund und die haften ja auch nicht, falls wir Schulden hätten.

Welchen Status hat der FF USV denn im USV?

Es gibt eine besondere Abteilung, deren Mitglied eine juristische Person ist – in dem Fall der Verein ‚FF USV‘.

Wäre es für den USV denkbar, falls der FC Carl Zeiss beispielsweise den Nachwuchs des FF USV rettet, weiterhin Trainingskapazitäten zur Verfügung zu stellen?

Das ist zu früh, um dazu etwas zu sagen. Für alle sollte es das Ziel sein, in Jena weiterhin Frauenfußball anzubieten. Das hat eine gewisse Tradition, es hängt viel Engagement dran. Aber wie? Das kann ich nicht sagen. Dafür ist die Situation uns nicht klar genug. Wenn der FF USV zu uns kommt, uns fragt, ob wir es uns vorstellen können, wieder Frauenfußball anzubieten, dann werden wir uns darüber Gedanken machen. Gleiches gilt, wenn der FC Carl Zeiss wegen Trainingskapazitäten anfragen sollte.

Kann sich der USV Jena eine Finanzhilfe vorstellen, damit der FF USV zumindest die gerade laufende Saison überlebt?

Das glaube ich nicht. Es wäre eine Entscheidung, die der Vorstand träfe. Aber ich wüsste nicht, wo wir das Geld jetzt hernehmen sollen. Es gibt feste Budgets und eine feste Haushaltsplanung, die beschlossen ist. Es geht ja nicht um 100 Euro. Vor mehreren Jahren haben wir mit einem Kredit ausgeholfen. Aber so etwas müsste man von vorn überlegen.

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