Knau gegen Pößneck: Ein Schmetter-Derby mit Seltenheitswert

Weimar  Erstmals seit zweieinhalb Jahren treffen die Volleyball-Herren aus Knau und Pößneck in der Liga aufeinander. Allerdings findet das Nachbarschaftsduell in Weimar statt.

Hält der Block der Rot-Weißen um Andy Fest (links) und Timo Schöler auch im Derby gegen Pößneck? Um die Antwort vor Ort zu erfahren, müssen die Volleyballfreunde aus der Region den Weg nach Weimar auf sich nehmen.

Hält der Block der Rot-Weißen um Andy Fest (links) und Timo Schöler auch im Derby gegen Pößneck? Um die Antwort vor Ort zu erfahren, müssen die Volleyballfreunde aus der Region den Weg nach Weimar auf sich nehmen.

Foto: Veit Höntsch

Im Sport den Gang nach unten antreten zu müssen, ist wohl in den seltensten Fällen eine angenehme Sache für die Beteiligten. Doch wenn man dem Abstieg der Pößnecker Volleyballherren in die Bezirksliga etwas Positives abgewinnen kann, dann sicherlich das: Es gibt in dieser Saison wieder das Derby gegen die Rot-Weißen aus Knau – und zwar in einem Pflichtspiel.

Das kam bisher deutlich seltener vor, als mancher denken mag. Zuletzt spielte man in der Saison 2015/16 gegeneinander, nachdem sich der einstige Regionalligist Knau aus der Thüringenliga zurückzog. Damals siegten die Rot-Weißen mit 3:0 in Knau und mit 3:1 in Pößneck. Das 27:25 im zweiten Durchgang war übrigens der einzige Satz, den die seinerzeit übermächtigen Knauer in der gesamten Bezirksliga-Saison abgaben. „Kurioserweise haben wir davor noch nie im Ligabetrieb gegeneinander gespielt, auch im Pokal nicht“, weiß Knaus Volleyball-Abteilungsleiter Kay Weise zu berichten.

"„Gerade da wir viele junge Spieler haben, ist es für uns wichtig, wie wir in die Partie reinkommen.“"

Jürgen Kühn, 1. SV Pößneck

Insofern beschränkt sich die Geschichte des Nachbarschaftsduells im Wesentlichen auf freundschaftliche Vergleiche. So zuletzt Anfang September, als die Pößnecker den Oberländern im Fortuna-Cup mit 2:0 das Nachsehen gaben. Allzu viel sollte man in so ein Resultat natürlich nicht hineininterpretieren, aber immerhin: „Man hat zumindest innerlich das Gefühl, dass man Knau schlagen kann“, so Pößnecks Trainer Jürgen Kühn, der nicht müde wird zu betonen, dass er ein sehr ausgeglichenes Spiel erwartet. „Ich sehe die Chancen bei 50:50. Es wird auf die Tagesform ankommen.“

Bevor die beiden Lokalrivalen aufeinandertreffen sind sie aber jeweils gegen den SSV Weimar III gefordert und das ist der weniger schöne Aspekt aus Sicht der hiesigen Volleyballfreunde. Denn das Derby findet weder in Pößneck, noch in Knau statt, Gastgeber sind die Goethe­städter. Und genau deswegen will sich Rot-Weiß-Coach Andre Weise auch nicht allein auf das Duell Zweiter (Knau) gegen Dritter (Pößneck) beschränken. „Um ehrlich zu sein, gehen wir es so an, wie bei jedem anderen Spieltag auch. Weimar hat schon gute Ergebnisse erzielt und wir werden sie auf keinen Fall unterschätzen. Erst danach werden wir den Fokus auf Pößneck richten“, so Andre Weise, der auf Nachfrage immerhin noch bekräftigt, dass es sicher einige Ballwechsel geben werde, in denen Derbycharakter aufkommt, und man sich sehr auf das Spiel freue.

Dass die Partien nicht in der kleinen Knauer Halle, sondern in der Weimarer Nordstraße stattfinden, mache schon einen Unterschied. „Da müssen wir uns erst etwas einspielen, aber spätestens nach dem ersten Satz ist das kein Problem“, so Weise. Sein Gegenüber Jürgen Kühn meint mit Blick auf das Derby, dass es jedenfalls kein Nachteil sei, dass in Weimar statt Knau gespielt wird. Wichtiger als diese Begleitumstände sei es für seine Mannschaft aber, gut ins Spiel zu starten. „Die Erfahrung spricht für Knau, muss aber kein Vorteil sein. Gerade da wir viele junge Spieler haben, ist es für uns wichtig, wie wir in die Partie reinkommen“, so Kühn, der personell voraussichtlich aus dem Vollem schöpfen kann.

Etwas anders sieht es schon bei den Rot-Weißen aus, wo neben Andre Weise noch zwei weitere Stammkräfte fehlen werden. „Ein Bisschen Qualität fehlt schon, aber das soll keine Ausrede sein. Wir sind auf alle Fälle auch so in der Lage, beide Spiele zu gewinnen“, so die kämpferische Ansage des Knauer Spielertrainers.

SSV Weimar III – Rot-Weiß Knau SSV Weimar III – 1. SV Pößneck Rot-Weiß Knau – 1. SV Pößneck 1. Aufschlag: Sonnabend, 11 Uhr Sporthalle Nordstraße, Weimar

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