Rot-Weiß Knau besiegt 1. SV Pößneck in fünf Sätzen

Weimar  Das Derby zwischen Knau und Pößneck hält, was es verspricht, geht über die volle Distanz und liefert mitunter sehenswerte Ballwechsel. Im Tiebreak setzte sich die Routine der Rot-Weißen durch.

Am Ende hatten die Knauer die Nase im Derby knapp vorn. In dieser Szene versuchen die Pößnecker Steffen Wegwerth (11) und Tony Neumeister den Angriff von Michael Ruhkieck zu blocken.Foto: Nils Radig

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Eigentlich hätten sich die Mannschaften die Mühe ein Stück weit sparen können. Als sich Pößnecks Trainer Jürgen Kühn und Knaus Kay Weise, der in Abwesenheit von Trainer Andre Weise für die Rot-Weißen verantwortlich war, im Vorfeld des Derbys unterhielten, waren sich beide einig: Das geht heute über fünf Sätze. Und so wurde auch. Doch da man nun einmal nicht einfach mit dem Tiebreak beginnen kann, lieferten sich die Lokalrivalen eine fast zweistündige Schmetterschlacht in der Weimarer Nordstraße.

"„Ab dem dritten Satz war es das, was ich erwartet habe: ein richtig gutes Volleyballspiel.“"

Jürgen Kühn, 1. SV Pößneck

Das bessere Ende hatten letztlich die Rot-Weißen aus Knau für sich, die im fünften Satz ihre Routine ausspielten und mit 15:10 gewannen. „Es ist schon so, dass ihnen da ihre Erfahrung geholfen hat. Knau hat nicht überragend, aber sicher gespielt, während uns zu viele eigene Fehler unterliefen“, sagte Jürgen Kühn zum Verlauf des entscheidenden Durchgangs.

Dass es überhaupt soweit kam, deutete sich anfangs allerdings nicht an, denn die ersten beiden Sätze gingen klar an die Oberländer. „Wir sind super ins Spiel gekommen und haben Pößneck völlig im Griff gehabt“, berichtet Kay Weise von der einen Seite der Medaille. Die andere – nämlich dass es nicht an Knaus Stärke sondern Pößnecks Schwäche lag – sah Jürgen Kühn, der von den zwei schwächsten Sätzen der bisherigen Saison sprach. „Leider verschlafen wir immer wieder den Start in unsere Spiele. Wenn ich wüsste, wieso das so ist, würde wir häufiger gewinnen.“ 25:16 siegte Knau im ersten Durchgang, im zweiten führte Rot-Weiß zeitweise mit zwölf Punkten und wechselte dann kräftig durch, so dass am Ende ein 25:19 stand.

Alles entschieden? Nicht in diesem Spiel. Während sich Knau auf der Führung ausruhte, kam Pößneck nun richtig ins Rollen und punktete vor allem mit schnellen Bällen über außen. „Ab dem dritten Satz war es das, was ich erwartet habe: ein richtig gutes Volleyballspiel“, sagte Kühn und auch Kay Weise stellte fest: „Es war dann das Derby, dass man sich erhofft hat und es gab auch ein paar Nickligkeiten. Insofern ist es gut, dass das Netz zwischen beiden Mannschaften ist und Volleyball kein Kontaktsport ist“, stellte der Knauer augenzwinkernd fest und unterstrich, dass es dennoch ein sehr faires Spiel gewesen sei.

Nachdem der dritte Satz mit 25:16 klar an Pößneck ging, schien Knau umgehend zurückschlagen zu können. Mit 12:6 lagen die Rot-Weißen bereits in Front und auch wenn der Vorsprung schmolz, konnten sie ihn doch bis zum 21:18 und 23:11 behaupten. Letztlich aber holte sich der 1. SV diesen Durchgang mit 26:24 und erzwang damit den Tiebreak, der das bekannte Ende nahm. „Wenn der Fünfte auch bis 25 gehen würde, weiß ich nicht wie es ausgeht“, kommentierte Kay Weise vielsagend. Aber das tut er bekanntlich nicht, so dass sich seine Mannschaft nach knapp zwei Stunden als Derbysieger feiern durfte und weiter beste Karten im Titelrennen hat. Die unterlegen Pößnecker behaupten zwar Rang drei, nun aber schon mit reichlich Rückstand auf das Spitzenduo der Bezirksliga Ost.

SSV Weimar III – SV Rot-Weiß Knau 0:3(18:25, 21:25, 21:25)SSV Weimar III – 1. SV Pößneck 1:3(25:20, 11:25, 20:25, 22:25)SV Rot-Weiß Knau – 1. SV Pößneck 3:2(25:16, 25:19, 16:25, 24:26, 15:10)Knau: Marco Weise, Michael Ruhkieck, Thomas Wunsch, Daniel Riedl, Vincent Weise, Andreas Fest, Arndt Petermann, Dirk Straubel, Maik Lückemann, Nick Naundorf, Kay Weise.Pößneck: Tony Nuemeister, Christian Büttner, Steffen Wegwerth, Nik Bredschneider, Dennis Ritzmann, Brian Metze, Leon Riedl, Christopher Krieck, Nils Radig.

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