Vorfreude in Rudolstadt auf den großen FC Carl Zeiss Jena

Nah dran: In Rudolstadt freut man sich seit Wochen auf das Landespokalspiel des FC Einheit gegen den FC Carl Zeiss Jena. Angenehme Begleiterscheinung: Das städtische Stadion wird aufgemöbelt.

Phantomtor hoffentlich ausgeschlossen: Jörg Schneider baut gestern die Tore auf. Foto: P. Scholz

Phantomtor hoffentlich ausgeschlossen: Jörg Schneider baut gestern die Tore auf. Foto: P. Scholz

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Rudolstadt. Für Frank Eismann steht es wenige Minuten nach der Auslosung fest: "Ich organisiere das Spiel", sagt der Schwarzaer, als er den Einheit-Chef Frank Krätzschmar per Telefon vom heutigen Viertelfinalgegner im Landespokal informiert.

Seither glühen bei dem ehemaligen Vorstandsmitglied des jetzigen Oberligisten die Drähte: Hunderte Details müssen geklärt werden, ehe das für die Rudolstädter hochkarätigste Pflichtspiel nach der Wende heute über die Bühne gehen kann. Dabei können die Rudolstädter auf diverse Erfahrungen von Freundschaftsspielen gegen Erst- und Zweitligisten, zu denen bis zu 3000 Zuschauer in den Heinepark kamen, zurückgreifen.

"Bis jetzt haben wir im Vorverkauf mehr als 1200 Karten verkauft", sagt Frank Eismann beim Treffen mit Polizei, Vertretern der Stadt und des Sicherheitsdienstes. Keiner weiß zu diesem Zeitpunkt, wie viele es heute Nachmittag wirklich werden. Klar ist jedoch, dass für etwa 1000 Gästefans ein Areal vorgehalten wird. Nicht nur für diese Begegnung montiert man einen 80 Meter langen und 2,30 hohen Zaun - und kommt damit auch Forderungen des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) nach, der einen genau so großen Gästebereich auch für die Oberligaspiele fordert. "Den haben wir aber weder in der vergangenen Saison noch in dieser Spielzeit gebraucht", sagt Frank Eismann, der sich darüber freuen würde, "wenn wir wieder einmal mehr als 2000 Zuschauer haben".

Mit insgesamt vier separaten Eingänge - zwei für die neutralen Zuschauer, einer für die Gästefans und einer für die VIPs - will man den erwarteten Besucheransturm bewältigen. Helfen sollen dabei mehr als 50 Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes sowie weitere Polizeibeamte. "Es ist eine sensible Aufgabe, die uns da erwartet", ist sich Jens Rudolf vom gleichnamigen Sicherheitsdienstes überzeugt. Zumal man nicht weiß, was passiert, wenn der Außenseiter führt und die Gästefans nervös werden: "Das ist nicht mit einem Freundschaftsspiel zu vergleichen. Hier geht es um viel."

Doch der Thüringer Fußball-Verband (TFV) in Person von Torsten Abicht beruhigt: "Die Partie ist kein Sicherheitsspiel", sagt der für Prävention und Sicherheit zuständige TFV-Vertreter. Und auch Frank Eismann, unterstützt von Polizeivertreter Frank Krebs, sagt: "Rudolstadt ist doch ureigenstes FCC-Gebiet."

Heute elf Uhr, zwei Stunden vor dem Anpfiff, steigt dann nicht nur bei Frank Eismann so langsam der Adrenalinspiegel. Sondern auch bei Rene Rudolph. Wenn die Tageskassen öffnen, trifft sich die Mannschaft. Eine halbe Stunde früher als zu Punktspielen. "Wir werden noch gemeinsam etwas essen", sagt Einheit-Kapitän, für den das Spiel gegen den FC Carl Zeiss ein ganz Besonderes ist: Er ist seit Jahren glühender FCC-Fan.

"Ich bin sicher spätestens beim Einlaufen aufgeregter als bei anderen Spielen", gibt der Rottenbacher zu, der einer von wenigen Akteuren beim Gastgeber ist, der nicht durch die Jenaer Fußballschule ging. Gewinnen will der Jena-Fan dennoch, "ich spiele doch für Rudolstadt". In die Zweikämpfe werde er genauso gehen wie sonst auch, "aber wenn wir ein Tor schießen, werde ich nicht jubeln", sagt der Rudolstädter Spielführer.

In eine emotionale Zwickmühle kommt vermutlich auch Frank Eismann als Cheforganisator des Spieles: Auch wenn sein Sohn Sören verletzungsbedingt fehlt, hängt er doch sozusagen familienbedingt am Jenaer Fußball: "Ich bin traurig, dass er nicht spielen kann", sagt Eismann, der zudem glaubt, dass die Jenaer die Rudolstädter schon etwas unterschätzen werden. "Für mich als Schwarzaer, der für die Rudolstädter das Spiel organisiert, wäre mir ein Elfmeterschießen am liebsten", so Eismann.

Doch ehe das Spiel beginnt, klingelt bei ihm pausenlos das Telefon. Die einen wollen noch VIP-Karten, die anderen haben Fragen zum Catering. Dann wieder kümmert er sich um ein Gespräch mit dem mdr, den er unbedingt zum Spiel im Heinepark sehen will. Dazwischen gibt es dann noch Entscheidungen über Heizungen und Klimageräten im Technik Service Betrieb (TSB) Schwarza zu treffen, dessen Geschäftsführer er ist.

"Mir macht das Organisieren viel Spaß", gibt Frank Eismann zu. Neben den Freundschaftsspielen gegen 1. FC Nürnberg und auch Borussia Mönchengladbach war er auch für den reibungslosen Ablauf des Biathlon-Fußball-Spektakels vor einigen Jahren im Schwarzaer Gemeindetal mitverantwortlich. Allein bei diesem Ereignis waren mehr als 3000 Zuschauer dabei.

Für sein offensichtliches Organisationstalent erntet Frank Eismann schon im Vorfeld einiges Lob: "Die Vorbereitung auf das Spiel ist professionell", sagt TFV-Mann Abicht. Und Jens Rudolf vom Sicherheitsdienst lobt, als detaillierte Pläne und Luftbilder auf dem Tisch liegen: "Das hat ja Erstliga-Niveau."

Und vielleicht gibt es ja weitere Bewährungsproben für Frank Eismann und sein Team: "Ich organisiere gern auch das Halbfinale", sagt Frank Eismann und lacht. Ein Anruf beim Vereinsvorsitzenden würde genügen.

Zum Liveticker vom Spiel

FC Carl Zeiss Jena ist gewarnt

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