Wernburgs Keglern gelingt zweiter Bundesligasieg

Wernburg.  Die Bundesligakegler des SV Wernburg holen maximale Ausbeute beim 8:0 gegen TSG Kaiserslautern.

Es lief am Samstag bei Wernburgs Keglern gegen Kaiserslautern.

Es lief am Samstag bei Wernburgs Keglern gegen Kaiserslautern.

Foto: Christian Zeh

Es ist schon etwas anders, in Coronazeiten ein Bundesligaspiel im Kegeln zu beobachten. Da fällt bei Wernburgs Simon Axthelm ein recht schwieriges Bild auf seiner zweiten Bahn – und statt der sonst üblichen Jubeltirade samt Schlachtgesang, hopsen seine Teamkollegen lediglich kurz zum Klatschen von den Stühlen, um danach direkt wieder ruhig auf diesen zu verharren.

Neben der begrenzten Zuschauerzahl ist das Unterlassen lautstarker Anfeuerungsrufe ein Teil des Hygienekonzeptes, ohne dessen Einhaltung derzeit gar kein Kegelwettkampf möglich wäre. Wie lange man die Begegnungen überhaupt noch durchführen könne, weiß der Dachverband DKBC nicht – bereits an diesem Spieltag wurden einige Partien in beiderseitigem Einverständnis der Mannschaften verlegt.

Woche für Woche, beinahe Tag für Tag, wird neu abgewogen, was möglich ist. Nicht einfach für Funktionäre und Spieler gleichermaßen.

Das Heimspiel des SV Wernburg gegen die TSG Kaiserslautern fand jedenfalls statt – eine wichtige Partie für beide Mannschaften im Kampf um den Klassenerhalt. Entsprechend fokussiert trat Wernburgs Nummer eins Alexander Conrad auf die Bahn, entschied das Duell gegen seinen starken Gegner Pascal Kappler mit 659 zu 650 Holz und einem Mannschaftspunkt (MP) für sich. Simon Axthelm haderte ein wenig mit seiner Leistung – am Ende unnötig, er sicherte bei 620 Holz die 2:0-Führung.

Kapitän und tanzender Enkel

In der zweiten Runde war Zuschauer Klaus Bohne besonders gespannt, denn Enkel und Wernburg-Kapitän Manuel Hopfe ging zusammen mit dem Teamjüngsten Raven Michel ins Rennen. „Da ist er jetzt schon ruhiger geworden — früher hat er manchmal getobt, wenn es nicht lief“, sagte der 83-jährige Opa, der selbst noch aktiv im Seniorenbereich kegelt.

Enkel Manuel feiert mittlerweile lieber sehr gelungene Aktionen mit kleinen Tanzeinlagen, von denen man auch gegen die Pfälzer die ein oder andere sah.

Bestechende Form bei Michel

Klaus Bohne war zufrieden mit seinem ehrgeizigen Manu, der am Ende 633 Holz und damit einen weiteren Mannschaftspunkt beisteuerte.

Seine seit Wochen konstant gute Form bewies einmal mehr Raven Michel. Unaufgeregt und für 18 Jahre erstaunlich abgeklärt, sorgte er mit 621 Holz für die Vorentscheidung.

Symptomatisch für die Wernburger Dominanz an diesem Nachmittag war die Auswechslung von Kaiserslauterns Pascal Nikiel, der die ersten beiden Bahnen gegen Michel keinen Zugriff fand und frustriert die Kabine aufsuchte.

Vor den Schlussspielern Daniel Zeh und Paul Sommer waren die Weichen mit 4:0-Punkten und 112 Holz Vorsprung auf Sieg gestellt.

Dass für den SV mit Martin Müller sogar ein siebter Spieler auflief, war bei der Auswechslung von Daniel Zeh so sicherlich nicht vorgesehen.

Doch beide zusammen erzielten mit 580 Holz dennoch drei Zähler mehr als Gegner Andreas Nikiel und bescherten MP Nummer fünf, bevor Paul Sommer dominant mit 632 Holz den Schlusspunkt setzte.

Ein furioser Erfolg für Wernburg, der zweite Erstligasieg in der Vereinsgeschichte – was er in dieser besonderen Kegelsaison wirklich wert sein wird, weiß heute noch keiner.