„Wir haben Bock auf das Finale“

Jena  Interview der Woche Trainer Christopher Pchalek kann mit den Damen des HBV Jena Thüringer Pokalsieger werden

Josefine Wiegand (in Schwarz) und die Damen des HBV Jena treffen im Pokalfinale am Sonntag in Göschwitz auf den THC II.

Josefine Wiegand (in Schwarz) und die Damen des HBV Jena treffen im Pokalfinale am Sonntag in Göschwitz auf den THC II.

Foto: Peter Poser

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Am Sonntag, 16 Uhr, wird in der Spielhalle des SBSZ Göschwitz der Thüringer Pokalsieger im Damenhandball gesucht. Der Thüringer HC ist mit seiner zweiten Mannschaft dabei – und trifft auf den HBV Jena. Dessen Trainer Christopher Pchalek will mit seinem Team den Favoriten ärgern ...

Der THC II spielt Dritte Liga, Sie mit dem HBV in der Fünften – ist die Favoritenfrage damit geklärt?

Definitiv. Die kommen als Favorit.

Haben Pokalspiele auch im Handball ihre eigenen Gesetze?

Nicht wirklich. Im Handball bedeutet eine Liga Unterschied schon schnellerer, qualitativ höherer Handball. Rein spielerisch wird es schon schwierig, wenn der Gegner eine Etage weiter oben spielt – bei zwei wird es fast unmöglich. Die Dritte Liga ist semiprofessionell, in der Spielerinnen unterwegs sind, die höhere Ambitionen haben. Das ist was anderes als bei uns in der Thüringenliga.

Gewänne man den Pokal, wäre man dann für den nationalen Pokal qualifiziert?

Das war mal so, ist nach meinem Kenntnisstand aber nicht mehr der Fall. Ich hoffe im Sinne aller, dass sich das nochmal ändert.

Was macht den Thüringer HC II aus?

Sie hatten im Laufe der Rückrunde die Probleme, dass erfahrene Spielerinnen den Verein nach einem Trainerwechsel verlassen haben. Das macht es für uns nicht gerade einfacher. Die bringen die Spritzigkeit und die Motivation mit. Sie haben den Klassenerhalt auch geschafft mit Spielerinnen aus der eigenen Jugend, die seit Jahren zusammenspielen. Da sind Spielerinnen dabei, die in ein, zwei Jahren eine große Rolle im zukünftigen deutschen Handspiel spielen können.

Aber kann man nicht genau daraus die eigenen Motivation ziehen?

Genau so ist es. Genau so motivieren wir uns. Es weiß jeder, dass es spielerisch ein extrem schwieriges Ding ist. Aber wir puschen uns, jeden Tag. Wir haben Bock auf das Finale, nehmen diese Herausforderung an. Es ist eine Chance, uns weiterzuentwickeln.

Sie haben mit Saalfeld bereits einen dicken Brocken aus dem Weg geräumt – warum sollte das kein zweites Mal gelingen?

Saalfeld ist ein Gegner, gegen den wir seit Jahren immer Probleme haben. Es war tatsächlich von uns ein exzellentes Spiel, mental sehr schwierig – aber wir haben das 17:16 gewonnen und nehmen das als Motivation mit.

Sie sind in dieser Saison Zweiter geworden – ist der Aufstieg mal ein Thema?

Natürlich. Dementsprechend haben wir den Kader auch aufgebaut, hochklassiger Spielerinnen nach Jena gelockt. Das Ziel ist die Oberliga – das ist vom Team, von den Trainern und dem Verein gewollt. Der Vizemeistertitel spricht schon dafür. Im nächsten Jahr soll der Aufstieg dann Priorität haben.

Fühlen Sie sich manchmal im Schatten der Männer?

Wenn es in einem Verein beides gibt, dann ist der Männerhandball der, der mehr Zuschauer lockt, der attraktiver ist. Das ist in jedem Verein so. Wir arbeiten sehr viel in Eigeninitiative, machen Werbung für uns — und denken gar nicht darüber nach, im Schatten zu stehen. Wir sind ein Team, müssen als solches präsent sein und haben einen eigenen Zuschauerkreis. Wir geben für uns alles, damit es gar nicht erst einen Schatten gibt.

Am Sonntag wird‘s ein Finale daheim – spielt das eine Rolle?

Das ist der größte Vorteil, den wir haben werden. Denn bei uns herrscht Harzverbot, es dürfen keine Klebemittel verwendet werden. Der THC ist anderes gewohnt. Das wird das Spiel etwas langsamer machen, der Ball bei den schnellen Spielzügen eben nicht in den Händen kleben bleibt und es so in den ersten 15 Minuten einen kleinen Überraschungseffekt gibt. Es sind natürlich alles gute Spielerinnen, die aber damit sicher umgehen können.

Sonntag, 16 Uhr: HBV Jena - THC II (SBSZ Göschwitz).

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.