Wismut legt zum 1:0 vor

Gera  Fußball: Vor 2138 Zuschauern endet das Freundschaftsspiel der BSG aus Gera gegen Dynamo Dresden 1:6 (1:1)

Wismut-Innenverteidiger Stefan Raßmann klärt energisch vor Dynamo-Angreifer Moussa Kone. Mit 1:6 unterlagen die Geraer zur Stadioneröffnung am Steg Dynamo Dresden 1:6.Fotos (2): Jens Lohse

Wismut-Innenverteidiger Stefan Raßmann klärt energisch vor Dynamo-Angreifer Moussa Kone. Mit 1:6 unterlagen die Geraer zur Stadioneröffnung am Steg Dynamo Dresden 1:6.Fotos (2): Jens Lohse

Foto: Jens Lohse

Das war doch mal was für den Geraer Fußball. 2138 Zuschauer wohnten der Stadioneröffnung am Steg bei und boten dem freundschaftlichen Vergleich zwischen Gastgeber BSG Wismut Gera und Zweitbundesligist SG Dynamo Dresden einen würdigen Rahmen.

Dass die Orange-Schwarzen trotz der 1:6 (1:1)-Niederlage mehr als eine Halbzeit äußerst achtbar mithielten, verbesserte die Stimmung auf den gut gefüllten Rängen noch. „Ich bin mit dem Auftritt meiner Mannschaft sehr zufrieden. Wir haben erst einmal trainiert, aber schon vieles richtig gemacht. Dynamo hätte sich vor der Pause nicht beschweren dürfen, wenn es zumindest noch ein zweites Gegentor kassiert hätte“, äußerte sich Wismut-Trainer Frank Müller. Der Dresdner Coach Uwe Neuhaus meinte zu den anwesenden Journalisten: „Es war keine rauschende Ballnacht von uns. Dafür war der Platz auch zu schlecht. Aber am Ende unserer ersten, sehr intensiven Trainingswoche haben wir gezeigt, dass wir auch Tore schießen können.“

Die Dresdner, die noch am Freitag Abend bei Sachsenligist BSG Stahl Riesa 8:0 gewonnen hatten, stellten sich den Auftakt am Steg sicherlich etwas anders vor. Denn erst einmal gerieten die Dynamos in Rückstand. Nach einem Rückpass auf Zugang Tim Boss patzte der Gäste-Torwart, verlor den Ball an Christopher Lehmann und Chris Söllner markierte den umjubelten Geraer Führungstreffer (12.). „Bei ekligen Rückpässen wollten wir den gegnerischen Torwart sofort attackieren. Das hat ganz gut geklappt“, freute sich Torschütze Chris Söllner. Und die Wismut-Elf spielte weiter mutig nach vorn, versteckte sich keineswegs. Insbesondere der aus Weida zurückgekehrte Jegor Jagupov leitete mit seiner Schnelligkeit manchen gefährlichen Konter ein. So musste Dresdens Niklas Kreuzer nach einer Lehmann-Eingabe vor dem abermals einschussbereiten Chris Söllner zur Ecke klären (14.). Kurz darauf fiel der Gäste-Ausgleich. Der Ex-Ingolstädter Patrick Ebert verwertete einen zweiten Ball zum 1:1 (16.). Trotz ihrer Feldvorteile hätten sich die Dynamos nicht beschweren dürfen, wenn Wismut erneut in Führung gegangen wäre. Wieder war Keeper Tim Boss ein Zuspiel versprungen. Christopher Lehmann hatte den Ball schon erobert, versuchte sich aber überhastet im Liegen und verzog, anstatt den besser postierten Chris Söllner anzuspielen (23.). Auf der anderen Seite geriet nun Torhüter Jacob Mühlmann unter Dauerbeschuss. Der 28-jährige Schlussmann lenkte einen Schuss von Haris Duljevic übers Gebälk (28.) und hatte Glück, dass Niklas Kreuzer freistehend knapp verzog (30.).

Vor der Pause besaßen aber auch die Geraer noch zwei Großchancen. Gegen den Flachschuss von Jegor Jagupov rettete Keeper Boss per Fuß (35.). Nach Überzahlkonter und tollem Pass von Florian Schubert scheiterte auch Christopher Lehmann freistehend (40.). Der 1,92 Meter große Altenburger Zugang Jacob Mühlmann kommentierte den Halbzeitstand so: „Es hat richtig Spaß gemacht. So kann es weitergehen. Beim Gegentor stand ein Mitspieler so vor mir, dass ich den Ball nicht gesehen habe. Ansonsten haben wir richtig gut verteidigt und sehr diszipliniert agiert. Die Oberliga ist für mich noch einmal eine große Herausforderung, die ich annehmen will.“

Auch die alten Hasen auf der Tribüne zollten dem Spiel der Wismut-Elf ihren Respekt. „Das sah richtig gut aus. Nur ein zweites Tor hätten sie noch schießen müssen. Ich hätte da auf Heinz Zubek abgelegt“, verriet der 67-jährige Gerd Struppert, der bei der 2:4-Niederlage 1977 gegen Dynamo Dresden selbst getroffen hatte und fügte hinzu: „Zu unserer Zeit war das Trinken am Spielfeldrand verpöhnt. Bei Hans Meyer in Jena bin ich einmal ausgewechselt wurden, weil ich etwas getrunken hatte.“ Auch Matthias Kaiser kramte in alten Zeiten: „Ich kann mich noch gut an so manches Vorbereitungsspiel erinnern, wo man am ganzen Körper Muskelkater hatte und sich kaum noch bewegen konnte.“

Weiter ging es auf dem Platz. Die Dresdner wechselten bis auf Torwart Boss komplett durch. Bei Wismut kamen mit dem 17-jährigen Moritz Bachmann, der von den A-Junioren des FC Carl Zeiss Jena nach Geraer zurückkehrte, dem gerade dem A-Junioren-Alter entwachsenen Manuel Seibt und mit Nicolas Kriebel sowie Marco Pusch vier neue Leute. Torwart Kriebel erhielt gleich mehrfach Gelegenheit sich auszuzeichnen und glänzte mit tollen Paraden gegen Pascal Testroet und Brian Hamalainen.

Die Dynamos agierten nach Wiederbeginn konzentrierter, so dass die Geraer kaum noch einmal gefährlich vor dem Gäste-Tor auftauchten. Mit dem 1:2 durch Sascha Horvath (54.) stellten die Dresdner die Zeichen auf Sieg. Osman Atilgan per Kopf (65.), Marius Hauptmann (72.), Rudolf Sanin nach einem Eckball (86.) und Brian Hamalainen per direkt verwandeltem Freistoß (90.) schraubten das Endergebnis noch auf 6:1 in die Höhe, was der Stimmung auf den Rängen aber keinen Abbruch tat.

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