Wismut unter Wert geschlagen

Gera  Fußball, Testspiel: Vor der Pause vergibt die Müller-Elf beim 0:6 (0:1) gegen Lok Leipzig einige gute Gelegenheiten

Im ersten Testspiel der Wintervorbereitung kam Fußball-Oberligist BSG Wismut Gera auf dem Kunstrasen im Stadion am Steg gegen den Regionalliga-Achten 1. FC Lok Leipzig mit 0:6 unter die Räder.

Zur Halbzeit hatten die Orange-Schwarzen lediglich mit 0:1 zurückgelegen und zunächst gute Chancen besessen, selbst in Führung zu gehen. „Wir müssen vor der Pause einfach zwei Tore schießen. Dann führen wir mit 2:1 und dann sieht es ganz anders aus. Aber dieses Manko in Sachen Chancenverwertung hat sich schon durch die Hinrunde gezogen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann die ersten Tore zu einfach bekommen. Durch die Wechsel war die Luft etwas raus und die Ordnung ging verloren. Auch die Kräfte haben im Schnee nachgelassen. Mit der ersten Hälfte war ich zufrieden. Wir wurden unter Wert geschlagen“, schätzte Wismut-Trainer Frank Müller.

Müller: Mit der ersten Hälfte war ich zufrieden

Auf dem von fünf Zentimeter Schnee-Matsch bedeckten Kunstrasen, der nur in den Strafräumen beräumt war, entwickelte sich anfänglich ein munteres Spiel. Die Probstheidaer besaßen zwar die größeren Spielanteile, doch standen die Geraer in der Defensive recht sicher und konnten nach eigenen Ballgewinnen im Mittelfeld immer wieder gefährliche Konter inszenieren. Die erste Großchance bot sich Lok. Den Heber des freistehenden Kevin Schulze meisterte Wismut-Keeper Jacob Mühlmann ohne große Probleme (7.). Auf der anderen Seite lief der Brasilianer dos Santos nach einem Pass von Jegor Jagupov allein auf das Leipziger Tor zu, doch rettete Gäste-Torwart Benjamin Kirsten per Fußabwehr zur Ecke (15.). Spielerisch fand der Regionalligist kaum Mittel, die tief stehende Geraer Abwehr auszuhebeln, zumal immer wieder die Abseitsfalle zuschnappte. Gegen Matthias Steinborns Schuss aus spitzem Winkel klärte Jacob Mühlmann zur Ecke (23.). Es folgte die beste Phase der Geraer. Nach Zuspiel von Christopher Lehmann blieb der Schuss von Jegor Jagupov im Matsch stecken (30.). Nach einer Söllner-Ecke wurde der Kopfball von dos Santos noch geblockt. Nach dem nächsten Standard ließ Jegor Jagupov an der Strafraumgrenze seinen Gegenspieler ins Leere laufen, traf aber den Ball nicht richtig (30.). Eine abgerutschte Flanke von Chris Söllner segelte haarscharf am rechten Dreiangel vorbei (32.). Eher aus dem Nichts ging Lok in Führung. Mit einem Doppelpass war die Geraer Abwehr ausgespielt und Matthias Steinborn traf per Heber aus 18 m zum 0:1 (38.).

In der Halbzeit brachte Wismut vier frische Leute. Nicolas Kriebel, Marco Pusch, A-Junior Lionel Kirstein und Neuzugang Felix Richter rückten ins Team.

Per schmeichelhaftem Foulelfmeter erhöhten die Leipziger auf 0:2. Sascha Pfeffer kam im Zweikampf gegen Marcel Nolde zu Fall und Matthias Steinborn ließ sich die Strafstoßchance nicht entgehen (47.). Auch für den dritten Lok-Treffer zeichnete Matthias Steinborn nach einem gewonnenen Laufduell gegen Joseph Gröschke verantwortlich – 0:3 (52.).

Konnte Joseph Gröschke nach einer Eingabe von Kevin Schulze in höchster Not noch retten (56.), hatte kurz darauf Nicolas Kriebel Pech. Nach einer Leipziger Ecke traf Pascal Pannier den Innenpfosten, von wo der Ball an den Rücken des Wismut-Keepers prallte und von dort über die Linie trudelte (59.). Die Geraer mühten sich um ein Ehrentor. Joseph Gröschke setzte seinen 16 m-Schuss nach einem Patzer von Benjamin Kirsten zu hoch an. Lionel Kirstein und Philipp Katzenberger per Freistoß fanden im Lok-Schlussmann ihren Meister. Wie es geht mit dem Toreschießen, zeigte der Regionalligist. Nach einer Eingabe traf Peter Misch per Direktabnahme (76.). Das halbe Dutzend voll machte der gerade eingewechselte Djamal Ziane zum aus Wismut-Sicht etwas ernüchternden 0:6-Endstand (80.).

Wismut Gera: Mühlmann (46. Kriebel) – Katzenberger, Paul (46. Richter), Nolde, Gröschke, Raßmann, Börner, dos Santos, Söllner (46. Pusch), Jagupov (46. Kirstein), Lehmann. 1. FC Lok Leipzig: Kirsten – Berger, Urban, Zickert, Schinke, Malone, Gottschick, Pannier, Pfeffer, Steinborn, Schulze (Misch, Ziane, Wagner, Salewski). SR: Daniel Bartnitzki (Erfurt). Z.: 200. Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Steinborn (38., 47./Elfmeter, 52.), 0:4 Pannier (59.), 0:5 Misch (76.), 0:6 Ziane (80.).

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.