Zwätzens Coach Daniel Sander blickt jetzt öfter in Taktik-Bücher

Jena.  Zwätzens Trainer Daniel Sander nutzt die Zeit des Lockdowns in eigener Sache und geht davon aus, dass es erst im April weitergeht

Schmökert sich gerade durch die Welt der Fußball-Lektüre: Trainer Daniel Sander.

Schmökert sich gerade durch die Welt der Fußball-Lektüre: Trainer Daniel Sander.

Foto: Peter Poser

In gewisser Weise bildet sich Daniel Sander dieser Tage weiter. Der Trainer des SV Jena-Zwätzen widmet sich gar intensiv der Fußball-Lektüre und schmökert abwechselnd in Trainer-Biographien oder Taktik-Büchern. Der Fußball im Geiste – wenn man denn so will. „Wenn wir schon nicht spielen und trainieren können. Irgendwie muss man ja die Zeit sinnvoll überbrücken“, sagt Daniel Sander.

Ja, es sei gerade schwierig. Das gewisse Etwas würde dieser Tage einfach fehlen. Der Zwätzen-Coach macht keinen Hehl daraus, dass das Dasein dieser Tage einfach etwas unspektakulär, ja eben etwas monoton und grau daherkommen würde. Er arbeite viel – und ansonsten seien die Optionen ja sehr überschaubar. „Es ist nun einmal so. Man kann daran gerade nichts ändern.“

Natürlich vermisse auch er den Ligaalltag und das Training, „doch was mir besonders fehlt, ist das Miteinander mit den Spielern, der regelmäßige Austausch“, sagt Daniel Sander. Zwar versuche man jenes Miteinander beim Landesklassisten mithilfe der sozialen Medien aufrechtzuerhalten, doch dergleichen könne nun einmal nicht das reale Leben ersetzen.

Trainingspläne rund um Ausdauer und Athletik hat er seinen Fußballern für die Zeit der Unterbrechung indes nicht mitgegeben. Keine Hausaufgaben sozusagen. „Das hat einen Grund: Wir gehen davon aus, dass es in diesem Jahr sowieso nicht weitergehen wird“, sagt Sander. An Motivation würde es bei seinen Spielern nicht mangeln. Sie würden sich auch ohne Vorgaben sportlich betätigen.

Sander hofft, dass er und die Seinigen im Februar 2021 wieder ins Training einsteigen können. In Sachen Spielbetrieb gibt sich der Zwätzen-Coach indes um einiges pessimistischer. Er geht davon aus, dass man frühestens im April 2021 dem runden Leder wieder frönen dürfe. Und überhaupt, es sei wohl das Vernünftigste, wenn man die Spielzeit 2020/21 auf zwei Jahre verteilen würde. „Uns rennt ja sonst die Zeit davon.“

Ach ja, eines der letzten Bücher, in dem Daniel Sander geschmökert hat, war „Leading“ von Sir Alex Ferguson. „Es ist einfach nur Wahnsinn, was er in all den Jahren geleistet und aufgebaut hat.“