Nürnberg/Eisenberg. Das Eisenberger Unternehmen Esda wächst mit großen Plastikbausteinen. Trotzdem gibt es zwei gravierende Probleme. Was Geschäftsführer Patrick Richter von der deutschen Politik erwartet.

Die bunten Bausteine der Esda Technologie GmbH aus Eisenberg sind ein Hingucker auf der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg. Jedem Besucher werden sie gleichwohl nicht auffallen. Schließlich werden die Fachbesucher bei der weltgrößten Branchenmesse von Zehntausenden Produkten in elf großen Hallen virtuell überfrachtet. Dennoch versucht Geschäftsführer Patrick Richter sein Netzwerk auszubauen und neue Kunden zu gewinnen.

Die Bausteine, die anmuten wie Lego im Großformat, sind freilich nur ein Produkt, welche das mittelständische Unternehmen aus Ostthüringen produziert. „Wir freuen uns, dass die XXL-Fun-Blocks in immer mehr Kindergärten und Indoor-Spielhallen zum Sortiment gehören“, sagt Richter und fügt hinzu: „Natürlich können sie auch ein Kinderzimmer bereichern.“ Aus seiner Sicht erkennen inzwischen viele Erwachsene mit kleineren Kindern, dass die nicht nur digital bespaßt werden sollten.

Trotz eines schwierigen Marktumfeldes konnte das Unternehmen nach Richters Angaben ein „natürliches Wachstum“ generieren. Allerdings sei es immer schwieriger in Deutschland zu produzieren. Zwei Parameter macht er dafür verantwortlich – die hohen Energiepreise und die Nachwuchsgewinnung. „Endlich ist es gelungen, einen Azubi für das Büro zu gewinnen“, so Richter. Auf einen jungen Menschen, der Mechatroniker werden will, wartet er seit zwei Jahren vergeblich. Hier greifen insbesondere die großen und namhaften Unternehmen aus Jena die wenigen Interessenten ab. Dabei würden gerade die kleineren Firmen den Auszubildenden noch „richtiges Handwerk bieten“.

Bei den Energiepreisen sieht der Esda-Chef die Politik in der Verantwortung. „Wir brauchen die Unterstützung des Staates bei der Umstellung auf grünen Strom“, betont Richter. Er beklagt aktuell einen Standortnachteil im Vergleich zu europäischen Staaten, die energieintensive Unternehmen besser unterstützen.

Der mittelständische Unternehmer wünscht sich eine intensivere Zusammenarbeit der deutschen Unternehmen. Nachdem der Suez-Kanal aus Sicherheitsgründen von mehreren Reedereien nicht mehr genutzt wurde, haben einige Firmen gemerkt, dass Lieferketten innerhalb von Deutschland oder Europa viel kürzer sind. So seien bei ihm Anfragen aufgelaufen, ob er das eine oder andere liefern könne.

Sehr gefragt sei Esda bei Nischenprodukten, wenn andere Unternehmen die Hände heben. So haben die Eisenberger beispielsweise eine große Flasche für Marketingzwecken für einen namhaften Getränkehersteller produzieren können. Gleiches gelte für einen Akku-Kühler eines bekannten Staubsaugerherstellers. Richter ärgert sich über die Mentalität von Unternehmen, die es auf Gewinnmaximierung anlegen. „Bei kleineren Margen habe ich ein besseres Gefühl und bei meinen Geschäftspartnern schafft dies Vertrauen“, so Richter.