Batterien und Biochips aus Jena in Bayern

Jena/München  Jenaer Wissenschaftler präsentieren drei Forschungsprojekte auf der Messe Analytica in München.

Professor Ulrich Schubert, Lehrstuhlinhaber für Organische Chemie II,zeigt ein Testgerät für Batterien auf Plastikbasis.

Professor Ulrich Schubert, Lehrstuhlinhaber für Organische Chemie II,zeigt ein Testgerät für Batterien auf Plastikbasis.

Foto: Tino Zippel

Was Naturwissenschaftler bewegt, ist oft winzig klein und nicht selten entziehen sich dem menschlichen Auge die Arbeitsschritte, die letztlich richtungsweisend für die Zukunft sein können.

Um sichtbar zu machen, was in den Laboren der Welt geschieht, findet vom 10. bis 13. April die Analytica in München statt. Auf der Messe für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie sind auch Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena am Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ der Hochschulen der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (Halle A3, Stand 528) vertreten. Das teilt die Friedrich-Schiller-Universität Jena mit.

Auflösungen im Nanometerbereich

Die Arbeitsgruppe von Professor Ulrich Schubert, Lehrstuhlinhaber für Organische Chemie II, bringt zwei Projekte mit zur Analytica. Zum einen stellen die Materialwissenschaftler organische Batterien als sinnvolle Alternative vor, um im Zeitalter der immer knapper werdenden Ressourcen elektrische Energie zu speichern. „Die Aktivmaterialien bestehen aus organischen Polymeren, mit denen wir potenziell knappe anorganische Elektrodenmaterialien ersetzen“, sagt Schubert. Weiterhin ermöglichen die Polymere einfachere Verarbeitungsmethoden und flexible Batterien können hergestellt werden.

Zum anderen zeigt das Wissenschaftlerteam, dass mittels Tintenstrahldruck funktionale Materialien gezielt und materialschonend auf verschiedene Oberflächen gedruckt werden können. „Hierdurch eröffnen sich potenzielle Anwendungen, beispielsweise in der Biochip-Herstellung, aber vor allem im Bereich der Mikroelektronik und organischen Elektronik“, erklärt Schubert. Konjugierte Polymere können auf diese Weise zu organischen Solarzellen verarbeitet werden und mit Hilfe von Tinten, basierend auf Silbernanopartikeln, werden sehr dünne leitfähige Linien erzeugt. Bei dieser Anwendung spielen unter anderem schonende Sintertechniken eine entscheidende Rolle.

Aus dem Institut für Optik und Quantenelektronik der Uni Jena präsentiert die Arbeitsgruppe „Nichtlineare Optik“ von Professor Gerhard G. Paulus Forschungsergebnisse aus der nanoskaligen Kohärenztomografie. Zerstörungsfreie dreidimensionale Bildgebungsverfahren sind heute aus vielen Bereichen wie Materialwissenschaft oder Medizin nicht mehr wegzudenken.

„Wir haben ein Verfahren entwickelt, welches extrem ultraviolette bzw. Röntgenstrahlung nutzt, um Auflösungen im Nanometerbereich zu erreichen“, berichtet Paulus. „Damit können wir oberflächennahe dreidimensionale Strukturen, beispielsweise in siliziumbasierten Strukturen wie Halbleitern oder biologischen Strukturen, zerstörungsfrei dreidimensional abbilden.“ Für den weichen Röntgenbereich haben die Physiker darüber hinaus ein Hochleistungs-Spektrometer konstruiert, welches in seiner Flexibilität und Funktionalität alle gängigen Spektrometer übertrifft und das sie ebenfalls auf der Analytica vorstellen.

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