Bauern in Region Zeulenroda unterwegs: Molkerei und Hanf-Pavillon

Teilnehmer der 15. Flurfahrt des Kreisbauernverbandes Greiz/Gera besichtigten im Raum Zeulenroda-Triebes, Auma, Geroda und Burkersdorf landwirtschaftliche Firmen und Produktionsanlagen.

Ein bisschen Enttäuschung war den Teilnehmern der Flurfahrt schon anzumerken. ­Hatten sie doch alle auf eine laufende Produktion der Hanfverarbeitungsanlage der Pahren Agrar in Zeulenroda gehofft. Doch diese stand still. Foto: Heidi Henze

Ein bisschen Enttäuschung war den Teilnehmern der Flurfahrt schon anzumerken. ­Hatten sie doch alle auf eine laufende Produktion der Hanfverarbeitungsanlage der Pahren Agrar in Zeulenroda gehofft. Doch diese stand still. Foto: Heidi Henze

Foto: zgt

Zeulenroda/Läwitz. "Wir be- und verarbeiten bisher knapp 70 Millionen Liter Milch im Jahr, verkäsen pro Tag etwa 155 000 Liter Milch und sind hauptsächlich Zulieferer für unsere Mutter-Firma in Italien", informierte gestern Wilfried Waldenmaier, Geschäftsführer der MZG Molkerei in Zeulenroda.

Sein Publikum waren Teilnehmer der 15. Flurfahrt des Kreisbauernverbandes Greiz/Gera, die gestern von 7.30 Uhr bis etwa 18.30 Uhr stattfand. Die Flurfahrt führte durch den Raum Zeulenroda-Triebes, Auma, Geroda und Burkersdorf und dabei unter anderem zum Moorer­lebnispfad im Pöllwitzer Wald, zur Aumaer Holz & Imprägnierwerk GmbH, zur neuen Stall­anlage in Porstendorf sowie zum Golfplatz in Burkersdorf.

Schon des Öfteren hatten die Organisatoren versucht, allen voran Angelika Geilert, die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, - die ab Oktober in Rente geht - auf einer der Flurfahrten Station an der Molkerei in Zeulenroda zu machen. Bis gestern allerdings vergebens.

"Wir sind mittler­weile zehn Jahre in der Region, sind jetzt gefestigt und ich denke, dass wir uns einen relativ guten Namen gemacht haben, was den Milchpreis und den Umgang mit den Milch-Erzeugern angeht", sagte Waldenmaier und begründete damit, warum er nun zur Betriebsbesichtigung mit anschließender Verköstigung geladen hatte. Ein weiterer Grund sei, dass die Firma, nachdem bisher bereits fünf Millionen Euro in Technik investiert worden seien, nun kurz davor stehe, den Betrieb in Zeulenroda zu erweitern. "Das ist die logische Konsequenz dessen, dass die Nachfrage da ist und wir locker doppelt so viel Käse verkaufen könnten, wie wir haben. Dafür aber fehlen uns momentan die Kapazitäten in Bezug auf die Endverpackung, das Salzbad und so weiter. Unser Ziel ist es, die Produktionsmenge bis 2018 mindestens zu verdoppeln", sagte er und ergänzte mit einem Schmunzeln in Richtung Flurfahrt-Teilnehmer: "Dafür brauchen wir zum einen die BImSchG-Genehmigung und zum anderen Unmengen an Milch."

Milchannahme, -versand und Maschinenraum

Für die geplante Erweiterung sei bereits ein an die Molkerei angrenzendes Grundstück erworben worden. Dort soll künftig Milch angenommen und versendet, soll außerdem ein Maschinenraum eingerichtet werden. "Zunächst aber planen wir, am bestehenden Gebäude einen Teil komplett zu überbauen und die Käserei in puncto Salzbad, Pressen und Endverpackung zu erweitern."

Etwa drei bis vier Mal im Jahr ist - so auch gestern und dieses Mal gemeinsam mit Sohn Giovanni - Francesco Amodio in Zeulenroda zu Gast. Er sei "der Kopf" der Mutter-Firma "Latteria Sorrentina" in Neapel, welche er mit seinen sieben Brüdern in fünfter Generation führt. "Für uns macht die Arbeit mit Italien Sinn, liegt dort der Selbstversorgungsgrad von Milch doch bei etwa 60 Prozent", sagte Wilfried Waldenmaier. Er informierte, dass in der italienischen Firma täglich etwa 600 000 Liter Milch verarbeitet werden, die zurzeit vor allem aus der Slowakei, der Tschechei und nun auch hauptsächlich aus Zeulenroda bezogen werden. Neben der Milch habe die Firma noch 120 Supermärkte sowie 60 000 Schweine, von denen 1000 täglich im hauseigenen Schlachthof geschlachtet werden.

Im Kommunikationszentrum Öko-Scheune im Hanf-Pavillon Vogtlandfaser in Läwitz empfing Geschäftsführer der Pahren Agrar Albrecht Broßmann die Teilnehmer der Flurfahrt. 1,2 Millionen Euro sind mittler­weile in den Läwitzer Standort zusammen mit Fördermitteln geflossen seit 2008, als die Pahrener das Grundstück erwarben.

Eine Hanf-Produktionslinie soll eines Tages hier mal beträchtlichen Gewinn abwerfen. "Doch noch ist man beim Experimentieren", sagt Broßmann.

Obwohl bereits zugekaufter und selbst angebauter Hanf hier schon verarbeitet wurde, sind sich die Pahrener noch nicht im Klaren darüber, was einmal die Produktion ausmachen soll. Die angeschafften Maschinen sind keine neuen und stammen aus verschiedenen Produktions­linien, klärt Broßmann auf. Neuanschaffungen und Ergänzungen der Technik sind an der Tagesordnung. Die Vorstellungen, was in Läwitz einmal produziert werden soll, sieht man in der Autoindustrie. Aber auch die Herstellung von Dämmstoffen, Tierstreu oder alternativen Materialien für die Bauindustrie könnte noch in diesem Jahr aus dem Ortsteil Läwitz in Zeulenroda-Triebes kommen. "Wenn die Technik komplett ist, dann hoffen wir auf einen Produktionsstart noch 2013", so Broßmann.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.