Bei der Pizzeria Toscana in Zeulenroda kommt Plastik nicht mehr in die Tüte

Zeulenroda-Triebes  Claudia und Sandra Davies setzen auf umweltfreundliche Verpackungen für ihre Speisen und auf Trinkhalme aus Papier.

Die Pizzeria Toscana in Zeulenroda macht’s vor: Es geht auch ohne Plastik. Claudia (links) und Sandra Davies mit den umweltfreundlichen Verpackungen und Strohhalme, die im Restaurant verwendet werden.

Die Pizzeria Toscana in Zeulenroda macht’s vor: Es geht auch ohne Plastik. Claudia (links) und Sandra Davies mit den umweltfreundlichen Verpackungen und Strohhalme, die im Restaurant verwendet werden.

Foto: Cordula Fischer

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Die Bio-Gurke im Supermarkt ist in Folie eingeschweißt. Bio-Tomaten in Plastik-Dosen verpackt. Und Bananen – die steckt der Kunde selbst in eine Plastiktüte. Ein Irrsinn, der Ressourcen verbraucht, Müllberge wachsen lässt und die Umwelt verschmutzt. Das Team von der Pizzeria Toscana in Zeulenroda-Triebes will dem Plastikwahn den Kampf ansagen.

„Irgendjemand muss ja anfangen“, sagt Sandra Davies, Geschäftsführerin der Pizzeria Toscana in Zeulenroda-Triebes. Es sei unbedingtes Umdenken notwendig, findet auch ihre Tochter Claudia. Bei einem Urlaub im April sei ihnen das noch einmal so richtig bewusst geworden. „Das war in Bali, und dort lagen die Strände voller Plastikmüll“, berichtet die 26-Jährige. Zurück in Zeulenroda war klar, dass das Pizzeria-Team einen eigenen Beitrag leisten will, um solche Bilder nicht mehr sehen zu müssen.

Anfangen hieß, zu schauen, wo sie zu Hause, aber auch im Restaurant Plastik vermeiden können. Künstliche Blumen kamen Sandra Davies sowieso nicht auf den Tisch. Also ging es zunächst darum, beim Einkauf darauf zu achten, Plastik zu vermeiden, Obst und Gemüse wandern nicht in eine Tüte, sondern in einen Karton und Brot und Brötchen kommen natürlich in einen Papierbeutel. Ein Dorn im Auge waren den beiden Frauen und dem Inhaber Sante Chierghi dann aber auch noch die Verpackungen, in denen das Restaurantessen für außer Haus und die Reste von Gästen, die diese mitnehmen wollen, gegeben werden. Die Suche nach nachhaltigen Alternativen gestaltete sich allerdings schwierig, denn im Großhandel war kaum eine plastikfreie Variante aufzutreiben.

Aber das Toscana-Team wurde fündig. Die Speisenschalen sind aus Zuckerrohr und können bequem im Bio-Müll entsorgt werden. „Und sie sind sehr stabil“, sagt Sandra Davies. Allein eine Alternative für die Alu-Schalen, in denen die Gerichte auch im heißen Ofen gebacken werden können, habe sie noch nicht gefunden, sagt Sandra Davies. Sie ist noch auf der Suche nach hitzebeständigen und recyclebaren Behältnissen. „Wenn es eine Alternative gibt, bin ich sofort dabei“, sagt Sandra Davies.

Ein weiteres Ärgernis für die beiden Frauen und den Restaurantinhaber Cocktailspieße, die aber mühelos durch Bambus-Exemplare ersetzt werden konnten. Schwieriger gestaltete sich die Suche nach umweltfreundlichen Trinkhalmen. Doch auch hier gab es einen Treffer. Statt durch Plastikröhrchen schlürfen Gäste nun Cocktails und andere Getränke durch Papierstrohhalme.

Ganz auf Plastik zu verzichten, das gelinge allerdings doch nicht, sagt Sandra Davies. Denn selbst die umweltfreundlichen Schalen und Halme bekomme man nicht lose im Großmarkt, sondern leider in Plastik verpackt. „Aber,“, sagt Sandra Davies, das alles ist ein erste Schritt, und jemand muss anfangen, damit ein Umdenken einsetzt.“ Auch wenn die umwelt- und ressourcenschonenden Schalen und Halme teurer als die herkömmlichen Plastikprodukte seien: „Für uns ist das ein wichtiger Schritt. Und wir bemühen uns, mit gutem Beispiel voranzugehen.“

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