Betonplatten aus Gera für ICE-Strecke

Das Plattenwerk aus Gera soll die Betonteile für die feste Fahrbahn auf dem ersten Abschnitt der ICE-Trasse durch den Thüringer Wald herstellen. Das sagte Olaf Drescher, Gesamtleiter des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit 8, beim Beginn der Arbeiten.

Hans-Jürgen Hummel vom Thüringer Verkehrsministerium setzt das erste Bohrloch an der neuen ICE-Trasse. Der Bau der festen Fahrbahn und der Oberleitungsmasten beginnt. Foto: Tino Zippel

Hans-Jürgen Hummel vom Thüringer Verkehrsministerium setzt das erste Bohrloch an der neuen ICE-Trasse. Der Bau der festen Fahrbahn und der Oberleitungsmasten beginnt. Foto: Tino Zippel

Foto: zgt

Kirchheim. Seit mehr als einem Jahrzehnt liegt der Trassenstreifen zwischen dem Erfurter Kreuz und dem Tunnel Behringen ungenutzt neben der Thüringer Waldautobahn. Seit gestern ist die feste Fahrbahn im Bau. "Ein normaler Schotteraufbau hält den Belastungen bei Geschwindigkeiten jenseits von Tempo 250 nicht stand", erläutert Drescher. Daher wird mit 6,50 Meter langen Stahlbetonplatten operiert, auf die Gleise montiert werden.

Zunächst bohrt das Bauunternehmen Löcher für die Verankerung der Oberleitungsmasten, die acht Meter tief gegründet werden, um den Fahrtwind zu verkraften. Am 32,4 Kilometer langen Streckenabschnitt entstehen 1250 solcher Masten. Die Bauarbeiten, die 110 Millionen Euro kosten, sollen in zwei Jahren abgeschlossen sein. Laut Drescher steht jedoch noch nicht fest, ob gleich Schienen montiert werden: "Es sind zu viele Metalldiebe unterwegs, die sich an nicht genutzter Infrastruktur zu schaffen machen."

Benötigt werden die Gleise nämlich erst ab dem Jahr 2016. Dann sollen erste Güterzüge das Material zum Streckenausbau in den Thüringer Wald transportieren. Anschließend beginnen Testfahrten. Die Verantwortlichen hoffen darauf, dass die Strecke im Jahr 2017 eingeweiht werden kann. Züge benötigen dann für die Fahrt von Erfurt nach Nürnberg nur noch wenig mehr als eine Stunde. Ein weiterer Halt in Thüringen ist nicht geplant, so wird es auch den einst konzipierten Ilmenauer Bahnhof nicht geben.

Bedenken, dass einige der Brücken, die schon seit zehn Jahren fertig sind, vor dem Einsatz saniert werden müssen, zerstreute Drescher. Die Bauwerke, darunter die lange Bahnbrücke über das Erfurter Autobahnkreuz, würden regelmäßig gewartet und seien auf Nutzungszeiten von 70 bis 100 Jahren ausgerichtet.

Der Landeschef des Fahrgastverbandes ProBahn, Bernd Schlosser, bekräftigte gestern seine vor zwei Wochen in der OTZ vorgetragene Kritik, der noch fünf Milliarden Euro teure Bau der ICE-Trasse möge gestreckt werden. So würden Mittel frei für wichtige andere Bahnprojekte in Deutschland.