Biogasanlage in Teichwolframsdorf soll noch 2010 ans Netz

Mit dem Blick in die Zukunft begann am Sonnabend das zehnte Hoffest der Teichwolframsdorfer Agrar GmbH auf dem Lerchenberg. Geschäftsführer Gerd Halbauer schob zum einen eine Gebietsreform an. Zudem kündigte er an, dass noch dieses Jahr die Biogasanlage starten soll.

Rundgang im Kälberstall der Teichwolframsdorfer Agrar GmbH mit Gerd Halbauer, Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) und anderen Interessierten.

Rundgang im Kälberstall der Teichwolframsdorfer Agrar GmbH mit Gerd Halbauer, Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) und anderen Interessierten.

Foto: zgt

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Teichwolframsdorf. Zum einen schob Geschäftsführer Gerd Halbauer die Diskussion um die Gebietsreform für das Kleeblatt im Elstertal – Berga, Teichwolframsdorf, Mohlsdorf – wieder an, andererseits gab er einen Ausblick auf ein weiteres Standbein des landwirtschaftlichen Betriebes, denn auch an der Milchviehanlage Lerchenberg soll noch in diesem Jahr eine Biogasanlage entstehen.

Die Pläne dazu liegen zur Genehmigung im Landratsamt Greiz, wie er gegenüber OTZ bestätigte. In die Anlage, die auf eine Leistung von 250 kW ausgelegt ist, investiert das Agrarunternehmen um die 900 000 Euro.

Wie die Wärme genutzt werden kann, beispielsweise über Satelliten-Blockheizkraftwerk für Turnhalle, Kulturhaus, Sommerbad und ähnliches, sei noch konkret zu entscheiden. Albrecht Broßmann, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Greiz-Gera, kann aus der Erfahrung der ersten Anlage dieser Art im Landkreis die Teichwolframsdorfer in ihrem Vorhaben nur bestärken. "Wir unterstützen Konzepte innerhalb der Bioenergieregion Thüringer Vogtland", betont er, "bis 2012, wenn das nächste EEG kommt, auf jeden Fall".

Um zukunftsfähige Gemeindestrukturen ging es im politischen Frühschoppen, zu dem sich die Landwirte neben Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) auch CDU-Bundestagsabgeordneten Volkmar Vogel, seinen Kollegen im Landtag, Horst Krauße, sowie die drei Bürgermeister Wolfgang Herold, Teichwolframsdorf, Christian Häckert, Mohlsdorf und den 1. Beigeordneten aus Berga, Wilhelm Schubert, eingeladen hatten.

Schon 2008 beim Hoffest habe man über die Gebietsreform diskutiert. Seither habe es zwar Gespräche, allerdings wenig Fortschritte gegeben, beschreibt Halbauer seinen Eindruck. Vielleicht sollte auch die Struktur der Landgemeinde in die Betrachtungen einbezogen werden, regt er an.

Landrätin Martina Schweinsburg erklärt Grundsätzliches: "Die Gemeinden müssen selbst wissen, was sie wollen. Die Zusammenschlüsse müssen von den Einwohnern getragen sein und die neue Gemeinde muss zukunftsfähig sein".

"Die Eingemeindung von Mohlsdorf und Teichwolframsdorf nach Berga wäre ein guter Weg", schlägt Horst Krauße vor. Thüringenweit wollen sich 24 Gemeinden zusammenschließen. Momentan sei in der Landeskasse auch das Geld dafür noch vorhanden. Doch wie lange noch, das sei angesichts der Haushaltslage fraglich. Bis 2012 soll die Freiwilligkeitsphase aufrecht erhalten werden.

Christian Häckert ist sich sicher, es gibt Mehrheiten in Mohlsdorf für die ländliche Option. Er habe kein Problem mit Greiz, aber der ländliche Raum unterscheide sich von städtischen Entwicklungszielen. Im Herbst wolle man auf Bürgerversammlungen weiter diskutieren.

"Die angestrebte Verwaltungsgemeinschaft mit den Bürgerbüros ist aus meiner Sicht gut gelaufen", sagt Wolfgang Herold, "für eine Landgemeinde wär’ noch viel zu klären."

Während Wilhelm Schubert auf Entscheidungen drängt: "Die Verwaltungsgemeinschaft ist die Verlobung, Zusammenschluss und Eingemeindung wäre die Hochzeit."

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