Energiesparfüchse in Ponitz

Neue Kabel, neue Laternenmasten und neue LED-Leuchten kosten zwar einiges. Doch der Einsatz dient nicht nur der Verschönerung. Manches soll sich auch schnell wieder rentieren. Und dann wird da auch nur jeder zweite Mast aufgestellt.

 Marcel Greunke, Bürgermeister von Ponitz, an der neuen Netzstation in Merlach. Foto: Petra Lowe

Foto: zgt

Ponitz. Nur der aufmerksame Betrachter kann in Merlach, Zschöpel und Grünberg, drei Ortsteilen von Ponitz, den Unterschied zwischen Alt und Neu noch sehen. Die alten Holz- oder auch Betonmasten für ebenso alte Straßenlampen sind verschwunden. Nur vereinzelt sind sie am Straßenrand zu finden und harren des Abtransportes. Dafür glitzern neue verzinkte Masten in steter Reihenfolge in der hellen Frühlingssonne.

Was in Merlach aber noch geschah, liegt unter der Erde. Die alten Freilandkabel sind eingezogen. Letzte Restarbeiten liegen zwar noch an, aber die Demontage sei weitestgehend erledigt, freut sich Bürgermeister Marcel Greunke (CDU) über den schöneren Anblick des Dorfes. 1500 Meter Niederspannungskabel wurden in die Erde gelegt, 600 Meter Hausanschlusskabel mit 26 Hausanschlüssen hat der Energieversorger envia Mitteldeutsche Energie AG in Merlach fertiggestellt. Auch die neue Netzstation, Ersatz für die alte schon abgetragene, steht wie auf einem Podest.

Der Bauherr enviaM habe hier gleich vorsorglich gebaut, sagt Greunke. An dieser Stelle sei im vergangenen Jahr das Wasser der Pleiße gefährlich weit ins Dorf gekommen, zeigt er auf das nebenstehende Haus, das beim Junihochwasser abgesoffen sei. Die kompakte Station steht nun drei Stufen hoch wie auf einem Thron. "So hoch sollte die Flut nicht mehr kommen", meint Greunke.

145 000 Euro hat Energieversorger enviaM die Bauleistung gekostet, inklusive der Verkabelung der Straßenbeleuchtung.

Die Gemeinde hat 30 000 Euro in die Hand genommen und 14 Beleuchtungsmasten in Merlach, sechs Laternen in Zschöpel und zwei in Grünberg aufstellen lassen - mit modernen neuen Lampen. Zweckleuchten, nennen sie sich. Dabei habe man gleich deutlich gespart sagt Greunke. Nicht etwa jede zweite Laterne auszuschalten, ist die Devise in Ponitz. "Wir haben die jeweils Zweite gar nicht erst gebaut", erklärt er. Im Nachgang könne man immer die Mast-Abstände verkürzen. Aber da müsste die Geldsituation im Dorf schon üppig sein, schränkt er ein.

In Ponitz ist, wie andernorts auch, das Sparen angesagt. Der Auftrag für die neue Straßenbeleuchtung in Merlach sei schon im letzten Jahr ergangen. In einem Atemzug sollte Zschöpel mitziehen und die im Jahre 2012 gebaute neue Anlage in Grünberg sollte nun auch mit den noch fehlenden Lampen und Masten versorgt werden.

Insgesamt 280 Straßenlaternen hat die Gemeinde Ponitz, 200 sind neueren Datums. In diesem Jahr sollen sie auf die energiesparenden LED Leuchtmittel umgestellt werden. Dafür habe die enviaM auch noch 2000 Euro gesponsert, ist Greunke froh. Aber Dank des Verkaufs eines Teils der Aktien an der Kommunalen Energie Beteiligungsgesellschaft Thüringen AG (KEBT) war das Geld nicht so knapp wie sonst und der Gemeinderat von Ponitz konnte 17"000 Euro für den Wechsel zur Verfügung stellen. "Und dadurch, dass wir nur die Leuchtmittel auswechseln, sparen wir auch schon. Das koste pro Leuchtmittel nur 100 Euro, statt 700 Euro, rechnet Greunke vor.

Energieeinsparung ist ein großes Thema in der Gemeinde. 35 000 Euro würde allein der Strom für die Straßenbeleuchtung auffressen, erklärt der Bürgermeister. "Wir versprechen uns eine Einsparung von 10 000 Euro pro Jahr durch den Wechsel von 70 Watt alt auf neu 22 Watt-Leuchten." Derzeit bereite man die Ausschreibung für die Umrüstung vor. Und dann soll es zügig vorangehen.

Zu den Kommentaren