EWU aus Serba fährt mit 15.000 Rostbratwürsten zur Grünen Woche in Berlin

Serba/Berlin  EWU aus Serba vertritt mit Wurst- und Feinkost-Spezialitäten aus dem Saale-Holzland-Kreis Thüringen mit auf der Grünen Woche.

Geschäftsführer Ekkehard Heilemann mit einer frisch gebratenen Thüringer Rostbratwurst aus der Produktion der EWU vor dem Betriebsgelände in Serba bei Eisenberg. Das Unternehmen wird ab Freitag auf der Grünen Woche in Berlin vertreten sein.

Geschäftsführer Ekkehard Heilemann mit einer frisch gebratenen Thüringer Rostbratwurst aus der Produktion der EWU vor dem Betriebsgelände in Serba bei Eisenberg. Das Unternehmen wird ab Freitag auf der Grünen Woche in Berlin vertreten sein.

Foto: Angelika Munteanu

„10.000 bis 15.000 Rostbratwürste werden wir in Berlin verkaufen“, kalkuliert Stefan Frühauf. Der Mitarbeiter der EWU Thüringer Wurst und Spezialitäten GmbH bereitet den Messeauftritt der EWU und des Schwester-Unternehmens Keunecke Feinkost im sächsisch-anhaltinischen Ballenstedt auf der Grünen Woche in Berlin vor.

Ab Freitag wird die EWU mit ihren Spezialitäten aus dem Saale-Holzland-Kreis Thüringen auf der international größten Messe der Land- und Ernährungsbranche mit vertreten. „Wir sind Stammaussteller seit vielen Jahren“, sagt Geschäftsführer Ekkehard Heilemann. Und er sagt aus Erfahrung: „Ohne Thüringer Bratwurst geht auf der Grünen Woche nichts“. Täglich würden am Stand der EWU auf der Messe Tausende Rostbratwürste verkauft. „Das ist unser Schwerpunkt, das, was die Messebesucher vor allem nachfragen.“ Die Bratwurst im Brötchen auf die Faust sei die Spezialität aus Thüringen, die am besten für „to go“ – also zum Essen unterwegs – beim Messebummel geeignet sei.

Natürlich werde das in Serba ansässige Unternehmen auch andere Thüringer Spezialitäten, insbesondere Frischwurst, auf der Grünen Woche anbieten. Die Soljanka im Glas, für die die EWU inzwischen als Marktführer gilt, werde im neuen Outfit daher kommen – dem 125-jährigen Bestehen angemessen, welches das 1894 in Eisenberg gegründete Unternehmen in diesem Jahr begeht. Die Wurst in Konserven soll mit der Kahlaer Leuchtenburg im Etikett für das Saale-Holzland und Thüringen werben.

Rostbrätel soll es auf der Messe geben und auch Rouladen aus Serbaer Herstellung, die die Heichelheimer Kartoffelspezialisten zu ihren Grünen Klößen reichen werden. Aber die Bratwurst sei nicht zu toppen, betont Heilemann mehrfach. Auf dies Traditionsprodukt sei die EWU festgelegt. „Ein Klassiker, den unsere Kunden von uns erwarten, so wie er ist“, sagt der Chef. Experimente mit neuer Würze oder gar neuartiger Füllung wie Schokolade würden gar nichts bringen.

Einzig die Holzkohle-Grill-Romantik wird auf der Grünen Woche fehlen. „Das geht am Stand in der Messehalle nicht. Aber wenn die Rostbratwürste in der Pfanne technisch gut gemacht sind, schmecken sie ebenso gut.“ Und trotz Dunstabzug über dem Herd werde sich der Duft von frischen Rostern so oder so in der Thüringer Messehalle verbreiten.

Mehr noch: Nicht nur bei den Thüringern und am Thüringentag, also am Samstag auf der Grünen Woche, soll die Bratwurst den kulinarischen Ton angeben. Auch am Niedersachsentag wird sie auf dem Speiseplan stehen. „Wir wurden angefragt, ob wir das Catering der Niedersachsen mit unterstützen können“, sagt der EWU-Messeverantwortliche Stefan Frühauf.

Nicht allein wegen der Bratwurst ist das Serbaer Unternehmen wie die Thüringer Ernährungsbranche überhaupt weiterhin auf Wachstumskurs. „Mit elf Millionen Euro, also einer Million Euro mehr als 2017, haben wir im Vorjahr unseren bislang größten Umsatz erzielt“, berichtet Geschäftsführer Heilemann. Zudem wird am Unternehmensstandort kräftig investiert.

„Wir bekennen uns zum Standort in Serba“, sagt Heilemann. Der geplante Neubau ist allerdings mittelfristig zunächst verschoben worden. Auf dem Fabrikgebäude, das seit etwa einem Vierteljahrhundert in Betrieb ist, war zunächst dringend das Dach zu erneuern. „Die Dachsanierung hatten wir im Jahr 2017 deshalb vorgezogen“, erläutert der Geschäftsführer.

Im Vorjahr hat das Unternehmen etwa eine Million Euro in eine neue Füllmaschine und in eine Rauchanlage investiert, um die Produktionskapazität zu erweitern. Um die Baugenehmigung zu erhalten, war zudem ein Brandschutzkonzept umzusetzen. „Das war vorrangig, hat uns aber weitere 80.000 Euro gekostet“, sagt Heilemann.

Als Nächstes soll in neue Dampf- und Kältetechnik mit Wärmerückgewinnung investiert werden. „Wir überlegen, eine neue Energiezentrale zu bauen“, erläutert Heilemann. „So könnten wir Kosten in der Produktion einsparen, denn die Kosten für Primärenergie steigen jährlich.“

Auch die Zahl der Mitarbeiter – derzeit 50 im Stamm und 15 Zeitarbeiternehmer – soll aufgestockt werden. Wiewohl Heilemann weiß: „Es ist schwierig, Fachpersonal wie Fleischer oder gar Fleischermeister zubekommen.“ Dem Arbeitsamt habe er angeboten, Mitarbeiter der Wurstfabrik Nohra zu übernehmen, die geschlossen werden soll. Auch auf die Suche nach Auszubildenden will sich die EWU verstärkt begeben.

„Wir wollen in die Schulen gehen und bezahlte Praktika anbieten, damit Schüler in unsere Produktion Thüringer Spezialitäten reinschnuppern können“, sagt Heilemann.

Meine Meinung: Angelika Munteanu über Genuss und seine Herkunft

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