Frevel im Saalfelder Stadtwald

Die Holzeinschläge im Saalfelder Stadtwald laufen aus dem Ruder, schlägt der Kreisverband des Naturschutzbund Alarm. Auf einem hektargroßen Teilstück wurde nahezu der gesamte Bestand an alten Kiefern und Lärchen entfernt, mit katastrophalen Folgen für die darunter wachsenden jungen Laubbäume.

Eine kahlschlagsgleiche "Auslichtung" eines Kiefernaltbestandes (ca. 1ha) - mehrere Hektar sind gemäß Bandkennzeichnung geplant! Die übermäßige und fachlich nicht zu begründende "Auslichtung" auf der Berganhöhe führt zu Sturmschäden an den verbleibenden Bäumen und zu einer gravierenden Veränderung des Waldinnenklimas. Es entsteht ein atypisches Freilandklima. Die ganzflächig eingesetzte schwere Technik ruft gravierende Schädigungen des Waldbodens hervor.

Eine kahlschlagsgleiche "Auslichtung" eines Kiefernaltbestandes (ca. 1ha) - mehrere Hektar sind gemäß Bandkennzeichnung geplant! Die übermäßige und fachlich nicht zu begründende "Auslichtung" auf der Berganhöhe führt zu Sturmschäden an den verbleibenden Bäumen und zu einer gravierenden Veränderung des Waldinnenklimas. Es entsteht ein atypisches Freilandklima. Die ganzflächig eingesetzte schwere Technik ruft gravierende Schädigungen des Waldbodens hervor.

Foto: zgt

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Saalfeld. „Im hinteren Arnsgereuther Tal und besonders entlang der Hohen Straße zwischen Obstgut und Wittmannsgereuth kam es zu derben Einschnitten“, sagt Nabu-Kreisvorsitzender Rainer Hämmerling. Auf einem hektargroßen Teilstück einer eingezäunten Waldumwandlungsfläche wurde nahezu der gesamte Bestand an alten Kiefern und Lärchen mit Vollerntetechnik entfernt, mit katastrophalen Folgen für die darunter wachsenden jungen Laubbäume.

Die Kritik ist berechtigt, sagt Gunter Werrmann, Leiter des städtischen Grünflächenamtes, dem auch die Pflege des Stadtwaldes obliegt. „Die beauftragte Firma hat trotz Einweisung nicht ordnungsgemäß gearbeitet.“ Inzwischen wurden die Arbeiten eingestellt. Was vom Jungbaumbestand übrig geblieben ist, wird man erst in einigen Wochen sehen. Der an dieser Stelle begonnene schrittweise Waldumbau zugunsten eines höheren Laubholzanteils war mit staatlichen Geldern über die Forstverwaltung gefördert worden.

Ähnlich schlimm sieht es in einem Waldstück östlich der Hohen Straße aus. Während der Nabu von „verdecktem Kahlschlag“ schreibt, will Werrmann es als starke Auslichtung von 150 Jahre alten Kiefern verstanden wissen. Auch hier wurden die Arbeiten gestoppt, nachdem das Forstamt, mit dem die Arbeiten nicht abgesprochen waren, sein Veto eingelegt hatte.

„Ein Blick in die benachbarten noch nicht durchforsteten Bestände zeigt, welches Gefüge nebenan verloren ging. Das Waldstück beherbergt in dieser Form seltene, kniehohe Heidelbeervegetation. Diese Flächen stehen als Lebensraum für das Auerhuhn im funktionalen Zusammenhang mit dem europäischen Vogelschutzgebiet am Eisenberg und unteren Schwarzatal“, sagt Helmut Schulz vom Nabu. Bei dieser Fläche habe sich die Stadt mit dem Forstamt geeinigt, sie nun nicht so stark auszulichten.

„Als einer der größten kommunalen Waldbesitzer der Region hat die Stadt für den Vorbildcharakter ihres Bürgerwaldes Sorge zu tragen. Aktuell tritt sie in Sachen Wald eher zwei Schritte zurück“, kommentiert der Nabu .

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