Gera schätzt „Smart City“-Kosten auf gut 8,2 Millionen Euro

Gera  Die Stadt hat sich fristgemäß als Modellkommune für die Digitalisierung beworben. Bei Zuschlag könnten 90 Prozent der Gesamtkosten gefördert werden

Matthias Drobny, der in der Stadtverwaltung schon das Thema Freifunk bearbeitete, ist nun für das Thema Digitalisierung zuständig.

Matthias Drobny, der in der Stadtverwaltung schon das Thema Freifunk bearbeitete, ist nun für das Thema Digitalisierung zuständig.

Foto: Peter Michaelis

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Die Stadt Gera hat sich fristgemäß als „Smart City“-Modellkommune beworben. Mit dem Bundesprogramm werden Kommunen gesucht, die sich den Herausforderungen des digitalen Wandels im Wechselspiel mit Fragen der Stadtentwicklung mit beispielhaften Projekten stellen. Die ausgewählten „Smart City“-Modellprojekte werden mit bis zu 90 Prozent vom Bund gefördert.

Für den zweigeteilten Prozess aus zweijähriger Strategiephase und fünfjähriger Umsetzung schätzt die Stad in ihrem Antrag die Kosten auf insgesamt rund 8,2 Millionen Euro, davon etwa 1,7 Millionen für die erste Phase der Strategieentwicklung.

Laut Stadt wird voraussichtlich im Juli die Auswahl der zu fördernden Kommunen stattfinden. Zuvor wird es dem dann neu gewählten Stadtrat obliegen, über die Finanzierung des sich daraus ergebenden Eigenanteils von gut 800.000 Euro zu beschließen. Laut Antrag wird mit einem Beschluss dazu am 4. Juli gerechnet.

Die Strategie mit konkreten Maßnahmen soll in der ersten Phase des Projektes entwickelt werden, geht aus dem von der Stadt veröffentlichten Antrag hervor. Dieser wurde gemeinsam von Jürgen Müller von der Dualen Hochschule, dem Geraer Wirtschaftsförderer Tobias Werner und dem Digitalisierungs-Koordinator der Stadt, Matthias Drobny, formuliert.

Für diese Strategiephase solle zunächst der Oberbürgermeister als Koordinator einen „Chief Digital Officer“ benennen, der ein mit zwei Personalstellen ausgestattetes Smart City-Team leitet. Nach Bedarf würden weitere Mitarbeiter der Stadtverwaltung in dieses Team eingebunden, besonders der Bereich Stadtentwicklung.

In einer Vollversammlung sollen alle Partner an einen Tisch geholt werden, die sich dann in Arbeitsgruppen zu Wirtschaft, Energie, Städtebau, Verkehr und Qualitätsmanagement organisieren. Wie eine solche Versammlung aussehen könnte, hat Anfang Mai der Auftaktworkshop in der Dualen Hochschule gezeigt, die als tragender Partner der Smart-City-Idee auftritt. Vertreter aus Wirtschaft, Vereinen, Bildungseinrichtungen, der Kommunalpolitik sowie engagierte Bürger hatten hier ihre Ideen zum digitalen Wandel zusammengetragen. Aus den Teilkonzepten der Arbeitsgruppen soll dann eine Digitalstrategie für Gera entstehen.

„Bildung und Technik bilden die zwei Hauptbestandteile dieses Antrages“, so die Stadtverwaltung. Als ein erster konkreter Schritt wird der Aufbau eines umfassenden „Opendata-Portals“ für Daten des Stadtgebiets genannt. Perspektivisch geht es neben Punkten wie digitale Teilhabe und E-Governement sowie smarten energieautarken und klimagerechten Stadtquartieren auch um wirtschaftliche Fortschritte durch die Ansiedelung beispielsweise von Softwareentwicklern. Als Modellprojekt liege dabei ein Schwerpunkt auf dem Wissenstransfer, sowohl innerhalb der Kommune, aber auch zwischen Kommunen.

Gera will „Smart City“-Modellstadt werden

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