„Interessent für ganze Fläche“: Groß-Gewerbegebiet für Gera soll bis 2020 erschlossen werden

Gera-Cretzschwitz  Die Erschließung für das 42 Hektar große Gebiet in Cretzschwitz beginnt im Mai 2018 und soll bis Ende 2020 dauern

Der Hochbehälter Steinberg unweit des Industriegebietes soll vom 2. Mai 2018 bis voraussichtlich 11. Mai 2019 erweitert werden.

Der Hochbehälter Steinberg unweit des Industriegebietes soll vom 2. Mai 2018 bis voraussichtlich 11. Mai 2019 erweitert werden.

Foto: Peter Michaelis

Bis Ende des Jahres 2020 soll das neue Industriegebiet Cretzschwitz erschlossen sein. Das kündigte Josef Maier in der Sitzung des Geraer Wirtschaftsausschusses an. Der Vertreter der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) ist dort Projektleiter Entwicklung in der Abteilung Standortmanagement.

Das 42 Hektar große Gebiet mit einer Nutzfläche von rund 33 Hektar ist Teil der Großflächeninitiative des Freistaates Thüringen und liegt etwa fünf Kilometer von der Bundesautobahn 4 entfernt. Seine Randlage verursacht „relativ große Aufwendungen für die Erschließung“, so Maier. So sind alle Ver- und Entsorgungsleitungen neu zu errichten sowie 660 Meter Erschließungsstraße.

Stromtrasse soll aus der Stadt kommen

Zuerst soll ab 2. Mai 2018 der Hochbehälter Steinberg für die Trinkwasserversorgung im Geraer Norden um ein Volumen von 500 Kubikmeter erweitert und eine Druckerhöhungsanlage gebaut werden. Im Dritten Quartal soll Baustart für die beiden 1100 und 850 Meter langen Regenwasserablaufleitungen mit bis zu einem Meter Durchmesser in Richtung Söllmnitz sein, bevor im vierten Quartal 2018 der Bau der beiden Regenrückhaltebecken im Gebiet beginne. Erst 2019 sollen weitere Erschließungsanlagen im Industriegebiet folgen. Für kommendes Jahr ist auch der Bau der Druckleitung geplant, die das Schmutzwasser bis zum Ortsnetz Kleinaga ableiten soll.

Für die Stromversorgung muss eine 11,6 Kilometer lange Leitung aus der Stadt neu gebaut werden. „Wir werden dafür in Vorleistung gehen, weil die Energieversorgung Gera wirtschaftlich dazu nicht in der Lage ist“, erklärte Maier für die LEG.

Im Moment sei man dabei, die dafür nötige Trasse zu sichern. Ob sich für die Bereitstellung mit Strom nicht Blockheizkraftwerke an Ort und Stelle eignen würden, fragte Ausschusschef Ulrich Porst (Bürgerschaft) und Bürgermeister Kurt Dannenberg (CDU) erfragte „Gedankenmodelle“, bei denen Strom näher zur Verfügung stünde. Maier wusste, worauf er hinaus wollte.

Das Energiedreieck mit Biogas und Windkraft im Raum Aga sei betrachtet worden. „Aber das deckt den Bedarf von 30 bis 40 Megawatt nicht ab“, sagte er und erläuterte: „Wir befinden uns im Konzessionsgebiet der Energieversorgung Gera, deshalb planen wir die Stromtrasse mit ihr“.

Seit Mitte 2017 biete die Landesentwicklungsgesellschaft das Industriegebiet wie alle eigenen Flächen, im ImmobilienScout zur Vermarktung an. Unter der Adresse Am Steingarten in 07554 Gera taucht der künftige Industriegroßstandort bei der Suche im Internet auf.

Interesse bestehe, hieß es. Falk Nerger (Liberale Allianz) wollte es genau wissen und hinterfragte, ob es sich nur um „Klein-Klein“ handele. „Ausnahmsweise gibt es einen, der die ganze Fläche will“, antwortete Maier. „Könnten wir dann das Verfahren beschleunigen?“, hakte Norbert Geißler (CDU) nach. „Wenn ein Investor dieses Jahr kaufen und nächstes Jahr starten wollte, wir würden das hinkriegen“, betonte Maier. Im Moment geht der Parzellierungsplan davon aus, dass die Parzellen zwischen 5,8 und 7,4 Hektar groß sein können. Schon das würde großflächige industrielle Ansiedlungen von regionaler und überregionaler Bedeutung möglich machen.

Seit 2011 entwickelt die LEG das Areal im Geraer Norden. 2013 war der Grundstückskauf abgeschlossen. Baurecht gibt es seit August 2014. Die Fördermittel, die 90 Prozent der Bausumme betragen und den Förderhöchstsatz erreichen, übergab Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 21. Dezember 2015 an die Oberbürgermeisterin. Auf dem Scheck standen 11 777 559 Euro. Der Erschließungsvertrag stammt aus dem Jahr 2016.

Dazu der Kommentar Warten auf den echten Start

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