Kahla-Porzellan liegt auf Wachstumskurs

Kahla  Der Thüringer Porzellan-Hersteller erzielte im vergangenen Geschäftsjahr 22,5 Millionen Euro Umsatz und will in neue Produktionsstraße investieren. Die Exportquote des Familienunternehmens soll gesteigert werden.

Ein Blick in den Fertigungsbereich bei Kahla-Porzellan. Foto: Peter Michaelis

Ein Blick in den Fertigungsbereich bei Kahla-Porzellan. Foto: Peter Michaelis

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Der Thüringer Porzellan-Hersteller Kahla ist mit vollen Auftragsbüchern ins neue Jahr gestartet. „Wir rechnen 2017 mit einem zweistelligen Wachstum“, so der geschäftsführende Gesellschafter, Holger Raithel. Derzeit werde in dem Werk, das auch einer der wichtigen Drehorte des am vergangenen Sonntag im Fernsehen ausgestrahlten Weimar-„Tatorts“ („Der scheidende Schupo“) war, unter Vollauslastung gearbeitet. Zudem solle dieses Jahr eine siebenstellige Summe in eine neue Produktionsstraße für Produkte wie Auflaufformen und Schüsseln investiert werden, so Raithel.

Nach vorläufigen Zahlen betrugen die Erlöse des vergangenen Geschäftsjahres etwa 22,5 Millionen Euro und lagen damit etwa auf dem Niveau des Jahres zuvor. Damit steht das traditionsreiche Unternehmen vergleichsweise gut da: Nach Angaben des Verbandes der Keramischen Industrie hat die Branche vergangenes Jahr insgesamt ein Minus von etwa einem Prozent hinnehmen müssen. Das habe vor allem an Rückgängen im Geschäft für Privatkunden gelegen, während bei Porzellan für Hotels- und Gaststätten Zuwächse verbucht wurden.

Diesen Bereich will Kahla ausbauen. Zweistellige Steigerungen seien auch im Online-Geschäft zu verzeichnen, berichtete Raithel. Zudem setzt das Familienunternehmen mit rund 300 Beschäftigten auf Wachstum im Ausland, etwa in Nahost und den USA. Derzeit ist es nach eigenen Angaben in mehr als 60 Ländern aktiv, in einigen davon sei Kahla-Porzellan aber noch ein Geheimtipp. Die Exportquote liegt bei etwa 40 Prozent. Raithel: „Ziel bleibt, dies auf 50 Prozent zu steigern.“

Der Branchenverband sieht angesichts der internationalen politischen Lage noch viele Fragezeichen mit Blick auf die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr. „Die Auftragseingänge im Dezember und Januar waren gut“, erklärt der Hauptgeschäftsführer, Christoph René Holler. Gerade im Geschäft mit Privatkunden mache aber weiter Billig-Porzellan aus China den deutschen Herstellern zu schaffen. Und angesichts der hohen Energie- und Lohnkosten in Deutschland hätten die hiesigen Hersteller wenig Spielraum beim Preis.

Die Strafzölle der Europäischen Union (EU) als Reaktion auf Dumpingpreise der Chinesen seien zwar ein wichtiges politisches Signal gewesen, sagt Holler. Sie hätten aber nicht zu wesentlichen Umsatzsteigerungen geführt. Im Export gebe es Unsicherheiten, etwa wegen der Abschottungspolitik der USA und des angestrebten Austritts Großbritanniens aus der EU.

Kahla-Porzellan hat 2016 laut Raithel schwarze Zahlen geschrieben, konkretere Angaben zum Gewinn macht das Familienunternehmen aber nicht. Weiteren Schub erhofft sich Raithel von der Konsumgütermesse Ambiente, die Freitag in Frankfurt/Main beginnt. Dort will das Unternehmen neue Produkte mit Wildblumen-Dekor vorstellen, aber auch seine Serie „cup it“. Darin wird das Prinzip des Kaffeebechers für unterwegs auf weitere Gefäße ausgeweitet, um Einwegverpackungen oder Plastikdosen zu ersetzen. Auch setzen die Kahlaer weiter auf rutschfestes Porzellan, das sich selbst bei Windstärke 8 auf hoher See bewährt.