Kritik der Innenstadt-Initiative: Schlüpfermarkt schadet Jena

Jena  Der sogenannte Schlüpfermarkt in Jena biete vor allem Ramsch und beschere dem Zentrum ein schlechtes Image, sagt die Innenstadt-Initiative. Der Verein will den Markt abschaffen, zumindest in seiner jetzigen Form.

Die Initiative Innenstadt will unter anderem den sogenannten Schlüpfermarkt in seiner jetzigen Form abschaffen. Ein Umfrage unter Kaufleuten und Gastronomen hat das schlechte Image des Marktes bestätigt. 

Die Initiative Innenstadt will unter anderem den sogenannten Schlüpfermarkt in seiner jetzigen Form abschaffen. Ein Umfrage unter Kaufleuten und Gastronomen hat das schlechte Image des Marktes bestätigt. 

Foto: Thorsten Büker

Für die Vorsitzende der Initiative, Michaela Jahn, ist der Markt ein Relikt aus den Wendejahren: Er hat konnte sich mit Textilien, Accessoires, Schuhen, Schmuck und anderem mehr etablieren, weil das Angebot im Zentrum eher spärlich und Bückware immer noch teuer war. Das sei heute anders. Und auch der Hinweis auf einkommensschwache Familien ziehe nicht mehr, da auch für diese Klientel es längst Geschäfte gebe, sagt der Citymanager Hannes Wolf.

Damen-Slips, Schuhe, Hüte, Taschen, Waschlappen und anderes mehr: Feilgeboten an vier Tagen und an Ständen, die den Weg vom Holzmarkt über die Löbderstraße zum Eichplatz zu einem kleinen Hindernislauf werden lassen, zumal das Interesse der Kunden offenbar vorhanden ist. Den anliegenden Kaufleuten ist der Schlüpfermarkt ein Dorn im Auge. Eine Erhebung der Initiative Innenstadt Jena unter den 40 Gewerbetreibenden, in deren direkter Nachbarschaft der Jahrmarkt bisher durchgeführt wird, erbrachte eindeutige Ergebnisse. Danach wird der Jahrmarkt überdeutlich als unattraktiv bewertet.

Auch der Einfluss des Jahrmarktes auf Umsatz und Frequenz in den angrenzenden Geschäften wird mehrheitlich als negativ bewertet. Vorherrschend ist die Meinung, dass der Jahrmarkt in seiner jetzigen Form nicht zu einem positiven Erscheinungsbild der Innenstadt beiträgt und darüber hinaus sogar eine abschreckende Wirkung erzielt. „Wir wollen den Markt nicht verteufeln. Aber er muss deutlich attraktiver werden“, sagt auch Vorstandsmitglied Johannes Haschke. Ein Alternative könnte es sein, auf dem Marktplatz einen attraktiven Jahrmarkt mit ausgewählten Händlern und interessanten Angeboten zu etablieren, sagt Jahn.

Grüner Markt

Die Initiative schätzt den Grünen Markt, sieht aber auch hier Luft nach oben: Seine Ausprägung in der Vielfalt des Angebots und der Menge der Händler bleibt allerdings oft hinter dem möglichen Potenzial zurück. Die Bemühungen, neue und interessante Händler für diesen Markt zu gewinnen, sollten deutlich intensiviert werden.

Trödelmarkt

Angesichts des zu erwartenden Baugeschehens auf dem Eichplatz etabliert der Verein schon jetzt neue Fläche für die Standplätze. In einer Testphase wird der Trödelmarkt auf der Westseite der Neuen Mitte in Richtung Johannisplatz erweitert. Hierbei soll vom Trödelmarkt eine Brücke zum Einzelhandel in der Neuen Mitte und zu den kleinteiligen Geschäften der Wagnergasse geschlagen werden. Gleichzeitig will der Verein anstoßen, den Johannisplatz zu beleben. Nach der Premiere im Mai stehen diese Flächen am Samstag abermals zur Verfügung. Standgebühren werden in dieser Testphase dort nicht erhoben.

Feste

Die derzeit gesetzten Formate Frühlingsmarkt und Altstadtfest sollten nicht nur inhaltlich, sondern laut der Initiative auch hinsichtlich ihrer Dauer überprüft werden. Ohnehin wird im Zuge der anstehenden Bebauung des Eichplatzes und des damit einhergehenden Platzmangels ein Umdenken stattfinden müssen. Die Kombination dieser tradierten Formate mit dem Rummel wird es allerdings in der Jenaer Innenstadt so wie bisher nicht mehr geben.

Umfrage: Ist der Schlüpfermarkt ein Schandfleck?

Meine Meinung: Thorsten Büker über Konsum und Qualität

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