Neue Experimente dank Jenaer Zusammenarbeit von Wirtschaft und Universität

Jena  Die Universität Jena und die Firma Carl Zeiss Microscopy geben neue Mikroskopie-Anleitung für Schüler und angehende Lehrer heraus. Neue Experimente werden damit möglich.

Mit der neu erschienenen Mikroskopiefibel kann den Besuchern der „Mikroskopierstraße für Schüler, Studenten und Lehrer" der FSU Jena zusätzlich Material zur Verfügung gestellt werden. Foto: Jan-Peter Kasper

Mit der neu erschienenen Mikroskopiefibel kann den Besuchern der „Mikroskopierstraße für Schüler, Studenten und Lehrer" der FSU Jena zusätzlich Material zur Verfügung gestellt werden. Foto: Jan-Peter Kasper

Foto: zgt

Es ist der Klassiker unter den Präparaten, die Biologie-Schüler unter dem Mikroskop untersuchen: Das Zwiebelhäutchen. Zwar ist es als Einstieg in die Mikroskopie gut geeignet und das ganze Jahr über erhältlich, doch zu den spannendsten Präparaten kann es wohl nicht gezählt werden. Wesentlich fesselnder klingt da schon „Befruchtungsexperiment am Beispiel des Seeigels“ oder aber „Chloroplasten der Wasserpest“. Wie die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) jetzt mitteilte, seien diese und weitere Experimente für Schüler und angehende Lehrer von der universitären Arbeitsgruppe Biologiedidaktik und der Carl Zeiss Microscopy GmbH gemeinsam in einer neuen Mikroskopie-Anleitung zusammengetragen worden. Mitinitiator ist Uwe Hoßfeld. Hoßfeld vertrete mit seiner Arbeitsgruppe schon seit Jahren das Lehrkonzept des praxisrelevanten forschenden Lehrens und Lernens in der Biologie, heißt es. „Mikroskopieren ist eine wesentliche Fähigkeit, die Biologielehrer beherrschen sollten. Außerdem können Schüler beim Mikroskopieren nicht nur eine völlig neue Welt erkunden, sie schulen gleichzeitig ihre Fertigkeiten und lernen auf ganz andere Weise mit biologischen Problemstellungen umzugehen“, so Hoßfeld zur Motivation dieser Neuerscheinung.

Dass die Mikroskopie in den thüringischen Lehrplänen nur noch als Randgebiet auftauche, sei mit Blick auf den Standort schade: „Gerade weil wir hier in Jena mit Zeiss einen der führenden Hersteller von Mikroskopsystemen vor Ort haben, ist es nur sinnvoll, zusammenzuarbeiten und den aktuellen Stand der Technik mit neuen Erkenntnissen aus der Wissenschaft und Bildung zu vereinen.“

Der erste Teil der Broschüre widme sich den modernen Mikroskopen und deren Funktionsweise. Im zweiten Teil folgen Anleitungen zur Probenpräparation, mikroskopischen Zeichnens und zu ausgewählten Experimenten.

Die Idee, eine gemeinsam neue Anleitung aufzulegen, sei vor rund drei Jahren mit der Eröffnung der „Mikroskopierstraße für Schüler, Studenten und Lehrer“ im Bienenhaus der FSU Jena entstanden, die dank einer Spende von über 15 000 Euro aus dem Zeiss-Förderfonds realisiert wurde. Sie diene zum einen der praktischen Ausbildung der Lehramtsstudierenden im Fach Biologie und ermögliche Schülern einen anschaulichen Unterricht außerhalb des Klassenzimmers, hieß es.

Mit der nun erschienenen Mikroskopiefibel könne den Besuchern des Bienenhauses zusätzlich Material zur Verfügung gestellt werden. Verfügbar sei die Anleitung, die sich für Einsteiger wie Spezialisten gleichermaßen eignet, als Print- und Online-Version. Neu sei zudem die Einbindung moderner Medien wie dem Smartphone, hieß es. So lassen sich die durch das Mikroskop beobachtbaren Bilder auf das Display des Handys übertragen.

Die kostenlose Anleitung von FSU Jena und der Carl Zeiss Microscopy wird am Freitag im Internet freigeschaltet unter www.zeiss.de/microscopy.

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