Neues Innovationsforum in Ostthüringen will Restholz aus Sägewerken besser nutzen

Tino Zippel
| Lesedauer: 2 Minuten
Ein neues Innovationsforum will eine bessere Verwertung von Holz-Nebenprodukten erreichen.

Ein neues Innovationsforum will eine bessere Verwertung von Holz-Nebenprodukten erreichen.

Foto: Frank Kalla

Remptendorf.  Für ein bessere Verwertung von Rinde, Spänen und Hackschnitzeln: Ein im Saale-Orla-Kreis angesiedeltes Innovationsforum sucht Mitstreiter.

Beim Sägen von Rohholz in Thüringer Kleinsägewerken fallen fast zur Hälfte Rinde, Späne und Hackschnitzel an. Bislang können diese Nebenprodukte oft nicht wirtschaftlich verwertet werden. Das neue Thüringer Innovations­forum Holzwertplus will gemeinsam mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen Lösungen entwickeln, das Holz effizienter zu nutzen.

„Wir wollen Resthölzer, die in Kleinsägewerken beim Bearbeiten der Holzstämme anfallen, wirtschaftlicher in neue Produkte bringen“, sagt Christine Loßmann, Projektmanagerin bei Holzwertplus. Das Bundesforschungsministerium unterstützt das Innovationsforum, das Projekte vor allem mit kleineren und mittelständischen Firmen entwickeln möchte. Der in Remptendorf (Saale-Orla-Kreis) ansässige Verband Schnittholz- und Holzwarenindustrie Mitteldeutschland will vor allem Thüringer Firmen einbeziehen, aber auch jene aus Sachsen-Anhalt oder Oberfranken.

Landwirtschaft, chemische Industrie und Bauwirtschaft im Fokus

Zum einen geht es darum, Lieferketten mit einer guten Vermarktung der Nebenprodukte zu entwickeln. Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit, dass diese eben nicht mehrere Hundert Kilometer transportiert werden müssen. Rinde, Späne und Hackschnitzel könnten in der Landwirtschaft als Pflanzensubstrate oder Düngemittel genauso wie in der chemischen Industrie als Fasern oder Harze oder auf dem Bau als Spanplatten oder Dämmstoffe zum Einsatz kommen. Um eine solche Verwendung zu ermöglichen, sind veränderte Prozesse in den Sägewerken oder verbessere Werkzeuge notwendig.

„Kleinbetrieben fehlt oft das Personal zur Forschung“, sagt die Verbandsvorsitzende und Projektleiterin Susanne Rochler. Das Innovationsforum bietet die Chance, die Betriebe mit wissenschaftlichen Einrichtungen in Kontakt zu bringen. Zu den Partnern gehören beispielsweise das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoffforschung (TITK) in Rudolstadt, die Fachhochschule Erfurt oder die Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung aus dem südthüringischen Schmalkalden.

Anmeldung für Auftaktveranstaltung am 5. Mai noch möglich

Die Auftaktveranstaltung plant das Innovationsforum für den 5. Mai. Aufgrund der Corona-Pandemie findet die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Umweltzentrum des Handwerks Thüringen per Videokonferenz statt – weitere Interessenten sind gern gesehen. Die Teilnehmer hören unter anderem Impulsvorträge wirtschaftsnaher Forschungseinrichtungen und haben die erste Gelegenheit, mögliche Projektpartner kennenzulernen. Darauf aufsetzend vertiefen bis zum Herbst Arbeitsgruppen die Ansätze, um schließlich auf einer zweitägigen Konferenz die Ergebnisse vorzustellen.

„Wir können mit einer wertvollen Ressource nicht weiter so umgehen. Wir wollen unseren Beitrag leisten, dass der Wald besser genutzt wird“, sagt Susanne Rochler. Ziel sei, dem Untertitel des Innovationsforums gerecht zu werden. Jener lautet: Vom Restholz zum Wertholz.

Informationen zu den Vorhaben unter schnittholzverband.de