Neujahrswunsch von Carl Zeiss: Wachstum in Jena

Der Optiktechnologie-Konzern Carl Zeiss will in diesem Jahr bei der Mitarbeiterzahl die Marke von 2000 Beschäftigten in der Saalestadt durchbrechen und sich weiter für die Region engagieren.

Carl Zeiss stellt in Jea Linsen für Kameraobjektive her: Claudia Nitzsche mit einer Frontlinse für das Weitwinkelobjektiv UL100, das an der hochauflösenden Filmkamera ARRI zum Einsatz kommt. Foto: Tino Zippel

Carl Zeiss stellt in Jea Linsen für Kameraobjektive her: Claudia Nitzsche mit einer Frontlinse für das Weitwinkelobjektiv UL100, das an der hochauflösenden Filmkamera ARRI zum Einsatz kommt. Foto: Tino Zippel

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Jena. Carl Zeiss will in Jena weiter wachsen. Schon im Dezember hatte das Vorstandschef Dr. Michael Kaschke im OTZ-Interview angekündigt. Gestern zum Neujahrsempfang des Unternehmens in Jena bekräftigte er das Vorhaben.

So rechnet er damit, dass die Mitarbeiterzahl in der Saalestadt in diesem Jahr die Marke von 2000 durchbrechen wird. "Damit sind wir neben der Universität und der Kommune der größte Arbeitgeber", sagte Kaschke. In Jena ist inzwischen die Führung von zwei Unternehmensbereichen angesiedelt: Die Medizintechnik, die mit 984 Millionen Euro zum größten Umsatzbringer aufgestiegen ist, und die Mikroskopie, die laut Kaschke "sehr solides Wachstum" zeigte. Auch der kleine Geschäftsbereich Planetarien schloss deutlich über dem Vorjahreswert ab.

Fürs neue Geschäftsjahr hofft Kaschke angesichts der wirtschaftlich unruhigen Zeiten auf einen gleichbleibenden Konzernumsatz in der Größenordnung von 4,2 Milliarden Euro. Vor allem die Halbleiterbranche durchlebt die zyklische Schwächephase. Umso stärker sollen die anderen Bereiche zum Erfolg beitragen - dank ihrer Innovationen. Kaschke betonte, dass Zeiss inzwischen 14 Prozent des Umsatzes für Forschung und Entwicklung ausgibt.

Der Vorstandschef bezifferte den Wert der Marke Zeiss mit gut vier Milliarden Euro. Ziel sei es, die Marke zu stärken und neue Wege zu mehr Kundenorientierung zu gehen. Als Beispiel nannte er den Bereich Kameraoptik. Hier sei über soziale Netzwerke eine Gemeinschaft von Kamerafreunden vereint, die Objektive der Marke Zeiss lieben. "Das neueste Weitwinkelobjektiv haben wir auf Anregung der Community entwickelt", sagte Kaschke.

Eine Marke könne aber nur eine starke Marke sein, wenn sie Verantwortung ausdrücke. Dazu zähle die Ausbildung neuer Arbeitskräfte, aber auch einen Beitrag zu einer höheren Attraktivität der Standortes zu leisten. Das helfe dabei, neue Fachkräfte zu gewinnen oder sie dauerhaft zu halten. Durch den regionalen Zeiss-Förderfonds erhielten Projekte in Jena und Umgebung im vergangenen Jahr 200.000 Euro. In diesem Jahr will Zeiss in etwa die gleiche Summe ausschütten.

Das neueste unterstützte Projekt ist in der Biodidaktik der Friedrich-Schiller-Universität Jena angesiedelt. Zeiss gibt 15.000 Euro für eine "Straße der Mikroskopie" im Jenaer Bienenhaus, die mit acht Mikroskopen ausgestattet wird. "Leider ist das Mikroskopieren aus dem Lehrplan verschwunden", sagt Prof. Uwe Hoßfeld. Er wolle Schüler, aber auch Studenten und Lehrer wieder an diese wissenschaftliche Methode heranführen und für eine Wiederaufnahme in den Lehrplan werben.

Der Oberbürgermeister der Stadt Jena, Dr. Albrecht Schröter (SPD), freut sich "über das Bekenntnis von Zeiss zu Jena". Die Stadt wolle die Rahmenbedingungen schaffen, dass Unternehmen erfolgreich sind. Dazu gehöre es, den Bewohnern eine hohe Lebensqualität zu bieten. Die Stadt brauche aber mehr Fläche zum Wachsen. Schröter sprach sich für eine Gebietsreform aus. "Jena muss mit den Nachbarkommunen zusammenwachsen. Das ist wichtig für die Region", sagte das Stadtoberhaupt. Als weiterhin kreisfreie Stadt werde Jena die "die Arme öffnen, um zu wachsen".

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