Papst trägt Carl-Zeiss-Gläser: Konzern will weiter wachsen

Vorstandschef Kaschke blickt beim Neujahrsempfang in Jena optimistisch in die Zukunft des Technologiekonzerns.

Neujahrsempfang bei Carl Zeiss in Jena: Vorstandschef Michael Kaschke und Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im Gespräch mit Prof. Gerd Gigerenzer (von links), der einen Vortrag zum Risiko bei Entscheidungen hielt. Foto: Tino Zippel

Neujahrsempfang bei Carl Zeiss in Jena: Vorstandschef Michael Kaschke und Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im Gespräch mit Prof. Gerd Gigerenzer (von links), der einen Vortrag zum Risiko bei Entscheidungen hielt. Foto: Tino Zippel

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Jena. Papst Franziskus trägt Gleitsichtgläser von Zeiss. Nicht ohne Stolz zeigte Vorstandschef Michael Kaschke beim Neujahrsempfang des Unternehmens in Jena ein Foto des Kirchenoberhauptes.

Es seien solche Momente, für die Zeiss arbeite: Mit den Gläsern sorge der Papst nicht nur für sich für Durchblick, sondern auch für die katholische Kirche.

Carl Zeiss hofft im neuen Jahr auf leichtes Wachstum. "Unsere Investitionsanstrengungen mögen sich auszahlen", sagte Kaschke am gestrigen Abend - einen großen Beitrag sollen die in Jena angesiedelten Geschäftsfelder leisten. Aus der Saalestadt steuert der Konzern seine Aktivitäten in der Medizintechnik, die inzwischen die Marke der Umsatzmilliarde überschritten hat, und der Mikroskopie. Aber auch Großgeräte für die Halbleiterindustrie und die Planetariumsprojektoren werden in Jena gebaut. Knapp 2000 Mitarbeiter zählt das Unternehmen am Gründungsstandort.

Erfolg in Asien sichert deutsche Arbeitsplätze

"Unser Erfolg in den asiatischen Märkten sichert und schafft auch in Deutschland Arbeitsplätze, vorausgesetzt wir halten Schritt mit den notwendigen Flexibilitätsmaßnahmen und Produktivitätsverbesserungen", sagte der Vorstandschef.

Das zum 30. September abgelaufene Geschäftsjahr hatte das Unternehmen mit einem Rekordumsatz von 4,19 Milliarden Euro beendet. Wegen der hohen Investitionen ging das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 355 Millionen Euro zurück.

Allein 411 Millionen Euro investierte das Unternehmen in die Forschung und Entwicklung. Der Aufwand lohnt sich: 421 Erfindungen meldeten die Entwickler im vorigen Geschäftsjahr zum Patent an. Auch in die Weiterbildung der Belegschaft werde investiert. "Ein Bildungsfreistellungsgesetz brauchen wir nicht", sagte Kaschke in Richtung der Thüringer Landespolitik, die ein solches Gesetz auf den Weg bringen will.

Fortsetzen möchte der Konzern sein gesellschaftliches Engagement. Im vergangenen Jahr eröffnete der Kindergarten "Sternschnuppe" in Jena, an dem sich Zeiss mit einer halben Million Euro beteiligt hatte.

Förderfonds als feste Größe etabliert

Als feste Größe ist der Förderfonds etabliert, um soziale und kulturelle Projekte in der Region zu unterstützen - dieser ist jährlich mit etwa 250000 Euro bestückt. Im vergangenen Jahr profitierten 50 Thüringer Projekte von den Geldern.

So spendete Zeiss bereits zweimal 20.000 Euro an die Kinder- und Jugendfußballstiftung Jena. Gemeinsam mit der Stadt Jena förderte Zeiss ein Projekt zur Kooperation und Entwicklung wissenschaftlich-technischer Lernorte. Der Kooperationsverbund Witelo sammelt die vielfältigen schulischen und außerschulischen Angebote, vernetzt sie und präsentiert sie auf einer Plattform.

Ein weiteres Beispiel bietet die Mikroskopierstraße an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Im Bereich Biologiedidaktik stehen nun sieben Mikroskope bereit, um die praktische Ausbildung von Lehramtsstudierenden in naturwissenschaftlichen Fächern voranzubringen.

Zudem tritt Zeiss als Partner des neuen Regionalwettbewerb von Jugend forscht für Jena und Umgebung auf. Auch in diesem Jahr plant das Unternehmen wieder, Vereine mit Geldern aus dem Fonds zu unterstützen.

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