Selbst gemacht: Gehäkelte Einkaufsnetze - praktisch, umweltfreundlich, retro

Greiz.  OTZ-Serie „Selbst gemacht“: Gehäkelte Einkaufsnetze sind im Kommen – wir beschreiben, wie sie entstehen.

Hübsch und farbenfroh: ein von Christa Kausch gehäkeltes Einkaufsnetz.

Hübsch und farbenfroh: ein von Christa Kausch gehäkeltes Einkaufsnetz.

Foto: Katja Grieser

Die Plastetüte verliert immer mehr Anhänger, der Trend geht zu alternativen Tragevarianten. Genau das war für Christa Kausch aus Greiz der Auslöser: Sie strickt und häkelt nahezu alles. Warum dann nicht auch Einkaufsnetze?, hat sie sich gefragt.

Gesagt, getan. „Als gelernte DDR-Bürgerin habe ich mich dran erinnert, dass wir so etwas ja früher schon mal hatten“, sagt Kausch. Einkaufsnetze gab es zu kaufen, sie wurden aber auch schon damals gern selbst gemacht. „Ähnlich wie diese Eierwurf-Netze zu Ostern“, so die 65-Jährige.

Baumwollgarn gut waschbar

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie wollene Einkaufsnetze gemacht werden können. „Sie können gestrickt oder gehäkelt werden“, weiß die Greizerin. Einfacher sei die gehäkelte Variante.

Als Material empfiehlt Christa Kausch Baumwollgarn. „Das ist strapazierfähig und vor allen Dingen gut waschbar“, weiß die Fachfrau, die in Greiz das Geschäft „Meine Masche“ betreibt. Gut geeignet sind Einkaufsnetze, um Wollreste zu verarbeiten. „Da kann das, was von anderen Arbeiten übrig geblieben ist, gut verwertet werden“, so die 65-Jährige. Schöner Nebeneffekt: Die Netze werden auf diese Weise richtig schön bunt. „Je bunter, desto besser, finde ich“, sagt Kausch.

Nachhaltige Alternative

Für Handarbeitsfans ist die gehäkelte Beutelalternative natürlich vor allem deshalb etwas Besonderes, weil sie buchstäblich die Fäden in der Hand haben und selbst entscheiden können, wie das Werk aussehen soll. Nachhaltig sind die Woll-Netze natürlich auch. Und selbst weniger Erfahrene können sich dank Christa Kauschs Anleitung schnell reinfitzen und an einem gehäkelten Netz versuchen – so kompliziert ist es nämlich nicht.

Farbwechsel möglich

So wird es gemacht: Empfohlen wird Häkelnadelstärke vier. Begonnen wird mit einer Luftmaschenkette, deren Länge davon abhängt, wie groß das Einkaufsnetz sein soll. Christa Kausch geht von 25 bis 30 Maschen aus. Die Kette wird dann von beiden Seiten mit festen Maschen behäkelt. An den Enden werden danach in eine feste Masche jeweils drei feste gehäkelt. So entstehen die Rundungen. Ungefähr fünf Runden wird so weiter gehäkelt, dabei wird jeweils die mittlere Masche verdoppelt/verdreifacht. So entsteht der feste Boden des Netzes.

Nun zum eigentlichen Netz: Angefangen wird mit einer festen Masche, dann folgen fünf Luftmaschen. In die dritte feste Masche kommt eine weitere feste, dann wieder fünf Luftmaschen. So geht es weiter: zwei feste Maschen übergehen, in die dritte eine feste, bis der Boden umhäkelt ist. Wenn die Runde geschlossen ist, kommen zwei Kettmaschen in den ersten Luftmaschenboden. Dann eine feste Masche häkeln, es folgen wieder fünf Luftmaschen. Die nächste feste Masche wird in den Luftmaschenboden der unteren Reihe gehäkelt. So geht es weiter, bis das Netz 30 Zentimeter groß ist. Farbwechsel sind dabei gut möglich.

Nun zu Rand und Henkeln: In jeden Luftmaschenbogen werden drei feste Maschen gehäkelt; auf die untere feste kommt eine weitere feste. Eine Runde wird es so gehäkelt. Für den Henkel werden über dem ersten Seitenteil circa 20 feste Maschen gearbeitet. Dann werden etwa 25 bis 20 Luftmaschen neu angeschlagen, das Gleiche wird beim zweiten Seitenteil gemacht. Nun müssen nur noch drei Runden feste Maschen gehäkelt werden über Seitenteile und Henkel. Fertig.

Das Netz kann in der Größe variiert werden.

Wer Fragen hat, kann sich gern an Christa Kausch, Tel. 03661/671368, wenden.