Tanzloge Hainbücht wird in Schuss gebracht

Im Stadtrodaer Ortsteil Hainbücht begannen gestern die Arbeiten an der Loge. Am Montag hatte der Stadtrat den Auftrag unter fünf Bewerbern an die Zimmerei und Blockhausbau aus Probstzella vergeben. Am Dienstag wurde der Bauvertrag mit der Stadt unterschrieben.

Sanierungsbeginn Tanzdiele Hainbücht: Hans-Jürgen Hader (vorn) und Werner Bliem von Zimmerei und Blockhausbau aus Probstzella.

Foto: zgt

Hainbücht. Gestern wirbelten die Zimmerleute bereits in der Tanzdiele, um sie zu entkernen. Zuvor hatte der Hainbüchter Karnevalsclub (HKC) die Loge schon ausgeräumt.

"Nach dem Entkernen geht es darum, die Tragwerkskonstruktion segmentweise zu stabilisieren", erläuterte Geschäftsführer Hans-Jürgen Hader. Die Hölzer werden erneuert, und der Seitenflügel wird zurückgebaut. "Der war nicht mehr zu halten", beschreibt Jörg Keller den Zustand. Der Planer aus Gera ist von Beginn an mit der Dorferneuerung in Hainbücht befasst. Sie begann 2003 mit der Dorfplatzsanierung. Die Loge ist ein Bestandteil dieses Areals. Von Beginn an plädierte auch Jörg Keller für deren Bestand. Sie sei seines Erachtens die noch einzig erhalten gebliebene Tanzdiele in Thüringen. Der Tanzboden wurde um 1935 auf ein Punktfundament gestellt und mit einem Holzboden versehen. Das massive Festzelt soll auch ein solches bleiben. Die Ursprünglichkeit zu bewahren, das ist Ziel der Arbeiten. Diese standen noch bis vor kurzem auf der Kippe. Mit einer Stimme Unterschied hatte der Stadtrat im August den Stadtanteil von 10 000 Euro zum Dorferneuerungsprogramm bewilligt und damit beschlossen, die Hainbüchter Loge zu erhalten.

Noch einen Winter, so meinte Bürgermeister Harald Kramer (CDU) gestern, hätte das Bauwerk wahrscheinlich nicht überstanden.

Im November müssen die Arbeiten abgeschlossen sein, weil dann auch die Fördermittel abzurechnen sind, informierte Jörg Keller. Die Bausumme von 75 000 Euro wird zu 75 Prozent bezuschusst, durch die Dorferneuerung und auch durch die Regionale Arbeitsgemeinschaft (RAG), die damit die Einmaligkeit dieses Objektes anerkannte.

Mit dem Hainbüchter Karnevalsclub wolle die Stadt dann einen Pachtvertrag abschließen. Die Tanzdiele solle hernach vom HKC gemeinsam mit dem Hainbüchter Gastwirt betrieben werden, erklärte Kramer.

Die Loge liegt am Radweg zwischen Stadtroda und Jena. Auch an den Wochentagen, so hatte Jörg Keller feststellen können, ist der Dorfplatz von Radlern gut frequentiert.

Während die Tanzdiele erhalten wird, musste die über hundert Jahre alte Eiche inmitten des Dorfes gefällt werden. Bei Pflegemaßnahmen sei der Befall mit einem giftigen Pilz festgestellt worden. Es hätte ein statisches Problem gegeben, erklärte Kramer, weshalb man sich kurzfristig dazu entschloss, den Baum fällen zu lassen. Die Dorfplatzsanierung sei nicht ursächlich für den Zerfall gewesen, sagt Jörg Keller. Das Problem liege schon länger zurück. An der Stelle, so kündigte der Bürgermeister an, werde im Herbst wieder ein Baum gesetzt – ein dorftypischer und auch bereits in einer entsprechenden Größe.

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