Tenno Systemhaus Hermsdorf: Gefragte Software-Lösung für Fördereinrichtungen

Hermsdorf  Vor über 15 Jahren entwickelte die auch in Hermsdorf ansässige Tenno Systemhaus GmbH mit „Sofia“ eine Software-Lösung für soziale Fördereinrichtungen. Nun sollen mobile Endgeräte stärker in die Nutzung einbezogen werden.

Das Markenlogo der von Tenno Systemhaus vor 15 Jahren entwickelten Software "Sofia". Foto: Frank Kalla

Das Markenlogo der von Tenno Systemhaus vor 15 Jahren entwickelten Software "Sofia". Foto: Frank Kalla

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In über 300 Frühförder- oder Beratungsstellen, in sozialpädiatrischen Zentren oder Therapie- und Autismuspraxen wird die Software, die Tenno Systemhaus damals gemeinsam mit dem Thüringer Landesjugendamt entwickelte, inzwischen eingesetzt. Nunmehr macht sich das Hermsdorfer Unternehmen zunehmend Gedanken, wie mobile Endgeräte wie beispielsweise Tablets stärker in das System integriert werden können. „Wir wollen mobiles Arbeiten unterstützen“, sagte Ralf Fessner, der neben drei weiteren Geschäftsführern die Tenno Systemhaus GmbH leitet.

Transparente Dokumentation

„Sofia“ zeichnet sich durch eine transparente Dokumentation der Förderleistungen, Hilfebedarfseinschätzungen und Zielbeschreibungen aus. „Uns ging es damals darum, den gesamten Förderprozess abzubilden“, sagt Fessner. Mit der Software sei es erstmals gelungen, eine Übersichtlichkeit in den komplizierten Prozess von Organisation, Dokumentation und Abrechnung hineinzubringen.

Beim Jenaer Verein Quer-Wege ist man mit der Softwarelösung überaus zufrieden. Der Verein, der unter anderem die gemeinsame Erziehung und Bildung sowie Förderung von behinderten und nichtbehinderten Kindern in Zusammenarbeit mit deren Eltern in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt hat, sieht über das Programm Gesprächsinhalte mit den Kooperationspartnern übersichtlich dokumentiert, diagnostische Vorgänge nachvollziehbar dargestellt und kann sich auch bei der Abrechnung mit den Kostenträgern voll auf die Software verlassen.

Der Erfolg von „Sofia“ ermuntert die Hermsdorfer auch, über die Landesgrenzen hinaus eine weitere Vermarktung anzugehen. „Unsere Software-Lösung hat es bereits bis nach Österreich und in die Schweiz geschafft. Man könnte sie aber auch Institutionen in anderen Ländern zur Verfügung stellen, da die Software multilingual geschrieben ist“, sagt Fessner. Da in den Frühförderstellen besonders sensible Daten erfasst und ausgewertet werden, legt man bei Tenno großen Wert auf den Datenschutz. „Das Thema spielt bei uns eine herausragende Rolle“, betont Fessner. „Wir haben eigene Serverkapazitäten.“

Die gesamte Bandbreite wird bedient

Neben dem Eigenprodukt bietet das Unternehmen aber auch für Firmen sowie Institutionen maßgeschneiderte Netzwerk- und IT-Infrastrukturlösungen an. „Wir decken die gesamte Bandbreite von der Beratung, Planung bis zur Realisierung ab“, erklärt Mitarbeiter Uwe Landgraf. Ziel sei es, die Insellösungen der Kunden möglichst abzuschaffen und in ein Gesamtkonzept umzusetzen. Unter anderem arbeite man auch mit „Sage“ und anderen namhaften IT-Konzernen zusammen. „Wir schaffen ganz spezielle Lösungen, sind aber auch Ansprechpartner, wenn ein Unternehmen beispielsweise nur die Planung realisiert haben möchte.“ Softwarelösungen aus Hermsdorf kommen unter anderem im Landratsamt in Eisenberg oder im kaufmännischen Bereich bei Großhändlern oder Mittelständlern zum Einsatz. Auch hier legt man großen Wert auf den Datenschutz.

25 Mitarbeiter zählt das 1992 von vier Informatik- und einem Ökonom-Studenten in Hermsdorf damals als NCS - Netzwerk Computer Service gegründete Unternehmen mittlerweile. 1996 zog man in die Hermsdorfer Porzellinergasse in einen Neubau um, 1998 übernahm man die Tenno Systembau GmbH in Dresden. Im Jahr 2000 wurde ein weiterer Standort in Weißwasser in das Unternehmen aufgenommen. Dass man nur noch auf den Firmennamen Tenno fokussiere, liege an der besseren Verständlichkeit des Namens, aber auch daran, dass dieser einen größeren Bekanntheitsgrad habe. „NCS kommt nun halt mal ein wenig sperrig daher und ist nicht selbsterklärend“, sagt Geschäftsführer Fessner. Auch wenn das Unternehmen in Sachsen im Handelsregister registriert sei, so verstehe man sich als regional verwurzelte Firma an allen drei Standorten. „Das ist auch eine unserer Stärken. Alle drei Niederlassungen sind uns gleich wichtig, alle Mitarbeiter verstehen sich als ein Team.“

Dieses Jahr rückt allerdings der Standort Hermsdorf kurzfristig stärker in den Vordergrund. Nachdem man 1996 aus dem kleinen Laden in der Eisenberger Straße ausgezogen und den Neubau in der Porzellinergasse in Besitz genommen hatte, findet es Fessner nun an der Zeit, das leicht in die Jahre gekommene Gebäude wieder auf Vordermann bringen zu lassen. „Eine neue Fassade dürfte dem Gebäude mit Sicherheit nicht schaden“, meint er mit Blick auf den Neubau gegenüber.

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