Traditionshaus pleite: Saalfelder Gaststätte „Das Loch“ ist insolvent

Saalfeld  Der Betreiber bekennt „Wir waren zahlungsunfähig“. Nun hofft der Vermieter GIV auf einen Nachfolger. Die Loch-Betreiber kümmerten sich zudem um Saalfelds berühmten Ostereierbaum, das übernimmt nun ein Verein.

Die Saalfelder Traditionsgaststätte „Das Loch“ in der Blankenburger Straße ist geschlossen. Die Betreiber haben Insolvenz angemeldet.

Die Saalfelder Traditionsgaststätte „Das Loch“ in der Blankenburger Straße ist geschlossen. Die Betreiber haben Insolvenz angemeldet.

Foto: Berg

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Eines der traditionsreichsten Gasthäuser der Stadt Saalfeld hat seinen Betrieb eingestellt. Die Betreiber der 1840 gegründeten Gaststätte „Das Loch“ in der Blankenburger Straße haben Insolvenz angemeldet. Das bestätigte Reinhard Bähring auf Zeitungsnachfrage.

Bähring gehörte neben Uwe Gerstenberg und Volkmar Tippmann zu den drei Wagemutigen, die vor fünf Jahren mit Hilfe der Sparkasse Saalfeld-Rudolstadt den Neustart der Gaststätte im stilechten Ambiente des späten 18. Jahrhunderts initiierten. Bähring war am Tresen und in der Buchhaltung beschäftigt. „Nun sind wir zahlungsunfähig“, erklärte er.

Die Saalfelder hätten das Restaurant nicht angenommen, „und vom Tourismus allein kann man nicht leben“. In guten Jahren müsse für die traditionell schlechten ersten drei Monate eines Jahres ein finanzielles Puffer angelegt werden. In diesem Jahr habe „der Puffer nicht ausgereicht“.

Die ausbleibenden Gäste begründete Bähring auch mit einer „schwankenden Qualität“ der Speisen aus der Küche: „Wir hatten zehn Köche in fünf Jahren.“ Aber eine konstant hochwertige Küche sei „das A und O“ in der Gastronomie.

Nicht erfreut über das geschlossene „Loch“ hat sich Marko Schneider von der Gesellschaft für Immobilienentwicklung und -vertrieb mbH (GIV), einer Tochter der Sparkasse Saalfeld-Rudolstadt. Die Immobilie des Restaurants gehört der GIV.

Schneider zufolge ist die Insolvenz am 27. Februar auf dem Justizportal der Länder veröffentlicht worden. Die Schließung der Gastwirtschaft habe die GIV auch überrascht. Es habe mit den Wirten vorab keine Gespräche gegeben. Schneider hofft nun, zeitnah einen neuen Gastwirt zu finden.

Er sagt: „Wir haben das Interesse, dass das Loch eine gastronomische Einrichtung bleibt.“

Die Wirte des „Lochs“ waren in den vergangenen beiden Jahren indes sehr engagiert bei der Weiterführung des Saalfelder Ostereierbaums.

Ostereierbaum wird ab 6. April geschmückt

Nachdem das Ehepaar Christa und Volker Kraft über Jahrzehnte bis zu 10.000 Ostereier an einen Apfelbaum hängte, brachte das einen Eintrag ins „Guinnessbuch der Rekorde“. Als das Paar 2015 aus Altersgründen damit aufhörte, übernahmen Uwe Gerstenberg und Reinhard Bähring die Tradition, um sie fortzuführen. Bähring versichert nun, dass es trotz der Loch-Insolvenz auch 2019 einen Ostereierbaum geben wird. Längst wurde hierfür ein Trägerverein mit 14 Mitgliedern gegründet.

„Das Loch hat uns die Ostereier übergeben“, sagte Vereinsmitglied Reinhard Bähring. Allerdings seien von den einst knapp 10.000 bunt und kreativ gestalteten Eiern der Familie Kraft nur noch genau 8986 erhalten. Der Rest sei beim Auf- und Abhängen und bei Stürmen kaputt gegangen.

Aus diesem Grund hat der „Freundeskreis des Saalfelder Ostereierbaums“ einen Aufruf gestartet an alle, die gern Ostereier gestalten. Auf einem Flyer des Vereins heißt es, die bunt geschmückten und nach Möglichkeit mit Haarlack witterungsbeständig gemachten Ostereier könnten in den „Bayrischen Bierstuben“ in der Schlossstraße in Saalfeld abgegeben werden.

Für jedes Osterei erhalte der Gestalter ein Los, mit dem er die Chance habe, einen gesponserten Sachpreis zu gewinnen. Die Auslosung erfolge am Ostersonntag, 21. April. Laut Bähring beginnt das Anschmücken des diesjährigen Ostereierbaums auf dem Saalfelder Boulevard, der Blankenburger Straße, am 6. April. Und ab 1. Mai werde abgeschmückt, so Bähring.

Meine Meinung: Robin Kraska hofft auf einen gelingenden Neustart im Loch

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