Übertragung von WM-Finale dank Weltraum-Sensor aus Jena möglich

Jena-Optronik hat Technik für neuen Kommunikationssatelliten geliefert, der zur Übertragung der Fußball-WM eingesetzt wird.

Annett Feige, Mitarbeiterin der Jena Optronik GmbH, mit einem Sternensensor. Dieser lokalisiert die genaue Position mittels eines Fotos, auf dem die Lage der Sterne analysiert wird. Foto: Tino Zippel

Annett Feige, Mitarbeiterin der Jena Optronik GmbH, mit einem Sternensensor. Dieser lokalisiert die genaue Position mittels eines Fotos, auf dem die Lage der Sterne analysiert wird. Foto: Tino Zippel

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Jena. Wenn heute das WM-Finale zwischen Deutschland und Argentinien angepfiffen wird, hilft Jenaer Technik dabei, dass die ganze Welt im Fernsehen zuschauen kann: Jena-Optronik hat Sternsensoren geliefert, mit deren Hilfe sich der Übertragungssatellit Amazonas 4A im Weltall platziert.

"Bereits im Februar 2013 haben wir zwei Sensoren vom Typ Astro 15 an Orbital Sciences Corporation geliefert", sagte Projektleiter Christian Elstner der OTZ. Der amerikanische Raumfahrtkonzern baute den Satelliten, der seit dieser Woche im All schwebt, im Auftrag der spanischen Betreibergesellschaft Hispasat. Der Erdtrabant soll Fernseh- und Radiokanäle übertragen, aber auch Telekommunikations- und Multimediadienste.

Damit die Satelliten nicht im All umherirren, braucht es eine stabile Ausrichtung. Die 50 Zentimeter großen Sensoren orientieren sich an Sonne und Sternen, richten den Satellit mit drei Bogensekunden Genauigkeit aus und sollen 15 Jahre ihren Dienst verrichten. 50 Flug­modelle sind in der Erdumlaufbahn aktiv. Laut Jena-Optronik ist der Astro 15, der einen mittleren sechsstelligen Betrag kostet, der meist verkaufte Sternen­sensor der Welt.

Der Projektleiter bezeichnete Orbital als sportlichsten Kunden in Sachen Sternensensoren, da die Auslieferung bereits zehn Monate nach Auftragseingang erfolgt war. "Eine solche Dynamik ist nur auf der Grundlage einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit möglich", sagte Elstner angesichts der in der Raumfahrtbranche äußerst knappen Lieferfrist.