Ungewöhnlicher Wettbewerb - Fight Night ohne Schläge in Jena

Jena  Am 17. November soll in Jena die erste Technologie Fight Night stattfinden: Dabei steigen Jung-Unternehmer in den Ring und kämpfen um Preise im Wert von 34.000 Euro – allerdings ganz ohne Schläge. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu der Veranstaltung.

Laden zur Technologie Fight Night nach Jena ein: Hendrik Ditzel von Art-Kon-Tor Jena und Merle Fuchs von Technologie­contor Gera organisieren den Wettbewerb, der im November stattfindet. Foto: Tino Zippel

Laden zur Technologie Fight Night nach Jena ein: Hendrik Ditzel von Art-Kon-Tor Jena und Merle Fuchs von Technologie­contor Gera organisieren den Wettbewerb, der im November stattfindet. Foto: Tino Zippel

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Was wollen die Organisatoren mit der Fight Night erreichen?

Bei der Veranstaltung präsentieren sich zehn junge Technologieunternehmen: Die Jenaer Marketingagentur Art-Kon-Tor, die Unternehmensberatung Technologiecontor aus Gera und TowerPR aus Jena schreiben gemeinsam den Wettbewerb aus. Ziel sei, überregional die Stärke Thüringens zu zeigen, und das Netzwerk wieder zu stärken. „Um das Jahr 2000 ging richtig die Post ab, aber heute gibt es nicht mehr so viele Gründungen“, sagt Merle Fuchs, Geschäftsführerin von Technologiecontor. Die neue Veranstaltung sei als Ergänzung für den jährlichen Elevatorpitch gedacht, bei dem Firmengründer mit dreiminütigen Reden nach Investoren suchen.

Wie duellieren sich die jungen Technologiefirmen?

Die Vorträge finden im Pecha-Kucha-Format statt. Der Vortragende erzählt seine Geschichte, während seine 20 Folien automatisch im 20-Sekunden-Takt durchlaufen. Jeder Vortrag dauert damit exakt sechs Minuten und 40 Sekunden. „Dieses Format ist unter Kreativen für spannende, witzige, auf alle Fälle interessante Vorträge bereits weit verbreitet, unter Technologieorientierten aber kaum – das wollen wir ändern“, sagt Hendrik Ditzel, Prokurist von Art-Kon-Tor. Ziel sei es, dass die Unternehmer ihre Firma nicht nur anpreisen, sondern in der kurzen Zeit auch über die größten Schwierigkeiten sprechen.

Wer entscheidet über die Preisträger?

Die Veranstalter haben eine Jury aus erfahrenen Investoren gewonnen. „Sie sind gewohnt, Projekte schnell zu überprüfen“, sagt Fuchs, die 150 Gäste bei der Veranstaltung erwartet.

Welche Unternehmen können sich bewerben?

Gesucht werden zehn junge Technologie-Unternehmen aus den Bereichen Greentech, Photonics, Elektro-, Automatisierungs-, Nano- oder Medizintechnik, Robotik, Maschinenbau, Industrie 4.0 oder Sensorik. „Idealerweise haben sie bereits eine Finanzierung“, sagt Fuchs. Eine räumliche Beschränkung besteht nicht – die Firmen können aus der ganzen Welt stammen. Bislang sind drei Anmeldungen eingegangen: eine aus Jena, eine aus Ilmenau und eine aus Belgien. Bis zum 30. September läuft die Anmeldefrist unter www.technology-fight-night.de . Danach wählen die Veranstalter zehn Kandidaten aus.

Welche Defizite haben junge Unternehmen?

Weil bei Start Ups oft das Geld knapp ist, betreiben die Teams gewöhnlich persönliche Selbstausbeutung und vermeiden darüber hinaus alle Ausgaben, die aus ihrer Sicht nicht überlebenswichtig sind, sagt Fuchs. Dazu gehören beispielsweise das professionelle Design für Firma und Produkte, das rechtzeitige Hinzuziehen von Beratern für die Geschäfts­entwicklung, Finanzplanung, Steuern und Recht oder für die professionelle Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. „Wir sehen jedoch anhand von Beispielen, wie hoch das schnelle Wertsteigerungspotenzial und die Risiko­minimierung genau durch diese Bereiche für ein Unternehmen sein können“, sagt Fuchs. „Mit Expertise bringen die jungen Unternehmen noch mehr Kraft auf die Straße.“

Welche Preise erhalten die Gewinner ?

Die Teilnehmer gewinnen Geldpreise und Beratungspakete. Als Hauptpreis winkt neben 1500 Euro Bargeld auch ein Beratungspaket für 21.000 Euro. „Wir wollen das Siegerunternehmen ein halbes Jahr lang intensiv begleiten, dass es richtig durchstarten kann“, sagt Fuchs. Art-Kon-Tor will in Sachen Design beraten und bei der Gestaltung der Website helfen. Technologiecontor erstellt beispielsweise eine Stärke-Schwächen-Analyse und will helfen bei der Fragestellung, wer tatsächlich die Kunden für die Innovation sind. TowerPR möchte eine Pressekampagne organisieren.

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