Unverpackt-Laden in Jena: Tante Emma auf modern

Jena  „Jeninchen – Fröhlich unverpackt einkaufen“ soll der Name des Ladens von Kati Fröhlich heißen. Ob Nudeln, Erbsen oder Kosmetikartikel, alles wird verpackungsfrei bei ihr zu finden sein.

Engagiert sich für einen Unverpackt-Laden "Jeninchen" in Jena: Kati Fröhlich Foto: Isabel Gorzitze

Engagiert sich für einen Unverpackt-Laden "Jeninchen" in Jena: Kati Fröhlich Foto: Isabel Gorzitze

Foto: zgt

"Ein moderner Tante-Emma-Laden soll es werden", so beschreibt Kati Fröhlich ihren zukünftigen Unverpackt-Laden. Eine Café-Ecke, Kurse zur gesunden Ernährung oder zur eigenen Herstellung von Waschmitteln soll es in ihrem Geschäft geben. Auch Kräuterwanderungen sind geplant.

Die gelernte Lebensmittelchemikerin engagierte sich schon immer für Umweltprojekte. Nachhaltigkeit, gesunde Ernährung und der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen liegen ihr am Herzen. Ihren Laborjob gab sie auf zugunsten ihres Projekts: Bis zum Frühjahr 2017 will sie in Jenas Innenstadt den Unverpackt-Laden "Jeninchen" eröffnen.

Den ersten verpackungsfreien Laden in London kenne sie schon lange, und in Thüringens erstem Unverpackt-Laden "Louise genießt" in Erfurt half sie als Freiwillige beim Aufbau. Nun stehen ihr im Gegenzug die Erfurter bei ihrer Projekt-Verwirklichung zur Seite.

Umweltbewusst Einkaufen ist ganz leicht

Die Entscheidung, den Laden in Jena zu eröffnen, fiel vor etwa einem Jahr. Und wie kann man sich so einen verpackungsfreien Laden vorstellen? – Kati Fröhlich: "Das Ganze soll so aussehen, dass Leute zu mir in den Laden kommen und ihre eigenen Behälter mitbringen, sie direkt im Laden kaufen oder sich ausleihen. Auf einer speziellen Waage, der Tara-Waage, wird dann das Nullgewicht gewogen." Danach kann das Einkaufserlebnis beginnen. Kunden bezahlen dann nur das, was sie selbst abgefüllt haben. Sie können bedarfsgerecht und bewusster einkaufen. "Umweltbewusst und nachhaltig einzukaufen, ist nicht so aufwendig, wie man oft denkt", sagt Kati Fröhlich.

Doch bis zur geplanten Eröffnung im Frühjahr 2017 ist es noch ein langer Weg. Es muss ein geeigneter Laden in Jenas Innenstadt gefunden, manch bürokratische Hürde überwunden und natürlich auch das nötige Geld aufgebracht werden, um die Idee wahr werden zu lassen. Ein Kredit und ein Crowdfunding-Projekt sollen die Finanzierung sichern. In zwei bis drei Wochen startet die Crowdfunding-Aktion. Dann können alle, die das Projekt unterstützen wollen, einen Beitrag dazu leisten. Zwei Monate soll die Sammel-Aktion laufen. Für Kati Fröhlich ist die Crowdfunding-Aktion auch ein Indikator für das allgemeine Interesse der Saalestädter an einem Unverpackt-Laden. Je mehr Jenaer das Projekt unterstützen, desto sicherer kann sich Kati Fröhlich ihrer Sache sein. Wer mehr tun will, als "Jeninchen" finanziell zu unterstützen: Kati Fröhlich freut sich auch über Helfer und motivierte Mitstreiter für das Projekt.