Wasserversorger "Thüringer Holzland" mit ambitioniertem Projekt für Kahla

Die Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft "Thüringer Holzland" mbH will in die Kläranlage in Kahla 1,5 Millionen Euro investieren und damit den Energiebedarf aus dem öffentlichen Netz reduzieren

Schüler der Tälerschule aus Ottendorf siegten im Mal- und Bastelwettbewerb der W+A Holzland GmbH. Glückwünsche gab es von Kahlas Bürgermeisterin Claudia Nissen-Roth, Hans-Peter Perschke, Verbandschef des ZWA Holzland, und von Steffen Rothe, Geschäftsführer der W+A Holzland GmbH. Foto: Annett Eger

Schüler der Tälerschule aus Ottendorf siegten im Mal- und Bastelwettbewerb der W+A Holzland GmbH. Glückwünsche gab es von Kahlas Bürgermeisterin Claudia Nissen-Roth, Hans-Peter Perschke, Verbandschef des ZWA Holzland, und von Steffen Rothe, Geschäftsführer der W+A Holzland GmbH. Foto: Annett Eger

Foto: zgt

Kahla. Die Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft "Thüringer Holzland" mbH will in die Kläranlage in Kahla weiter investieren.

"Grund sind die ständig steigenden Energiekosten", erklärte gestern Steffen Rothe, Geschäftsführer der W+A Holzland GmbH, zum Tag der offenen Tür auf der Anlage. Das Unternehmen habe seit der Übernahme der Kläranlage bereits gezielte Maßnahmen zur Optimierung des Anlagebetriebes vorgenommen. "Der Energiebedarf konnte damit um bis zu 25 Prozent gesenkt werden. Die steigenden Energiekosten aber schwächen die Einsparungen Jahr für Jahr ab", erklärte er. Deshalb will das Unternehmen nun auf ein neues Verfahren - die Hochlastfaulung - setzen. Es arbeitet dafür mit Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer Institut in Stuttgart oder der Firma Biotechnologie Nordhausen und Ingenieurbüros wie der Firma Mega-Technologie ebenfalls aus Nordhausen zusammen. Durch die Hochlastfaulung könne der Energiegehalt des Abwasserstroms zur Gaserzeugung genutzt werden. Durch die Eigenerzeugung ließe sich der Energieverbrauch wesentlich senken und Elektro- und Wärmeenergie für den Anlagenbetrieb einsetzen. Mit dem Verfahren könne außerdem der Schlammanfall auf ein Minimum reduziert werden, so der Geschäftsführer. Er berichtete weiter von den Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie. Demnach könne durch das neue Verfahren der Energiebedarf aus dem öffentlichen Netz bis zu 50 Prozent gesenkt werden. Fast halbieren würde sich die Schlammtonnage. Sie liege derzeit bei 2040 Tonnen und würde dann 1100 Tonnen betragen. Die Heizenergie für die Betriebsgebäude könnte vollkommen durch den neuen Prozess generiert werden. "Trotz der notwendigen Investitionen in Höhe von 1,5 Millionen Euro überwiegen die Vorteile", sagte Rothe, der guter Hoffnung ist, für das Projekt Fördermittel vom Bund zu bekommen. Ein Antrag soll in diesem Jahr gestellt werden. Gibt es grünes Licht, dann stehe 2015 die Detailplanung auf dem Programm, so dass 2016 gebaut werden könne. Der Geschäftsführer sprach von einem "ambitionierten Projekt, mit dem sich für Kahla viel erreichen lasse".

Den Tag der offenen Tür auf der Kläranlage in Kahla nutzte die W+A Holzland GmbH außerdem, um die Gewinner des diesjährigen Mal- und Bastelwettbewerbs an den Grundschulen der Region auszuzeichnen. 17 Klassen und Gruppen hatten ihre Arbeiten zum Thema "Energie und Wasser" eingereicht. Die Beteiligung war damit so hoch wie noch nie, zeigte sich Rothe begeistert. Schwer sei es der Jury gefallen, aus der Fülle der qualitativ hochwertigen Einsendungen eine Auswahl zu treffen. Wert sei auf das gemeinschaftliche Arbeiten gelegt worden.

Den ersten Platz und damit 200 Euro heimste die 4. Klasse der Tälerschule aus Ottendorf ein. Die Schüler hatten ein riesiges Wandbild gestaltet. Köpfchen bewiesen die Schüler der 1b der Grundschule "Novalis" aus Schlöben und der Orlamünder Grundschule "Saaletalblick" mit ihren Ideen zur Wassernutzung. Beide können sich über einen zweiten Platz und ein Preisgeld von jeweils 150 Euro freuen. Den dritten Platz holte sich die Ethikgruppe der Hermann-Sachse-Schule aus Bad Klosterlausnitz. Überzeugen konnten sie mit dem Bau eines Wasserrades.

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