Windpark Mohlis wächst – Transport der Bauteile als Herausforderung

Schmölln/Mohlis  Die vier Anlagen für den Windpark Mohlis rollen ab 18. Juni in Einzelteilen an. Sie sind bis zu 70 Meter lang und 70 Tonnen schwer.

Vier bis sechs Wochen sind für die Anlieferung der Einzelteile für den Windpark Mohlis veranschlagt.

Vier bis sechs Wochen sind für die Anlieferung der Einzelteile für den Windpark Mohlis veranschlagt.

Foto: Vestas

Die Bauarbeiten am Windpark Mohlis laufen auf Hochtouren. Investor auf den Gemarkungen der Schmöllner Ortsteile Drogen und Steinsdorf ist die Juwi AG. Die vier Anlagen vom Typ Vestas V 136 werden ab Dienstag, 18. Juni, angeliefert. Der Transport der so genannten Großkomponenten nimmt laut Juwi vier bis sechs Wochen in Anspruch. Dabei werden Turmteile, Gondeln und Rotorblätter durch den Anlagenhersteller angeliefert. Die größten Einzelteile sind die Windradflügel. Samt Fahrzeug erreicht deren Transport eine Länge von über 70 Meter und wiegt rund 70 Tonnen.

Die Anlieferroute erfolgt laut Juwi und Stadtverwaltung Schmölln über die Autobahn 4, Anschlussstelle Ronneburg, entlang der Bundesstraße 7 durch Untschen bis nach Schmölln. In Schmölln führt der Weg bis zum Abzweig Bergstraße, von dort über Bohra und die Kreisstraße 522 und weiter entlang der Milchproduktion Altkirchen bis zur Windparkeinfahrt.

Vollsperrung ist nicht erforderlich

Die Transportroute ist laut Juwi im Vorfeld mit der Polizei und allen zu beteiligenden Behörden abgestimmt. Aufgrund der ausreichend großen Fahrbahnbreite ist eine Vollsperrung des Verkehrs nicht erforderlich, teilt das Unternehmen mit. Lediglich in Höhe der Ortsdurchfahrt Untschen könne es aufgrund der Kurvensituation zu kurzen Vollsperrungen im Minutenbereich kommen. Die Verkehrsabsicherung erfolge durch das Speditionsunternehmen und deren Begleitfahrzeuge.

Generell soll der Großteil der Transporte nachts und außerhalb der morgendlichen Pendlerzeiten erfolgen. Die Anlieferung der Rotorblätter erfolgt ab Untschen auf einem so genannten Selbstfahrer. Dies ist aus Sicherheitsgründen nur tagsüber gestattet, da man die Ladung jederzeit sehen können müsse. Die Anlieferung soll außerhalb der Stoßzeiten erfolgen.

Ampeln werden mobil und Bäume beschnitten

Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (SPD) nannte gestern auf Nachfrage von OTZ Schmöllner Nachrichten weitere Details. So sind die selbstfahrenden Transporte mit fünf bis zehn km/h unterwegs. Flankiert werden sie von vier Begleitfahrzeugen. „Diese sperren bei Engstellen den entgegenkommenden Verkehr und die einmündenden Straßen, bis der Transport passiert hat“, so Schrade.

Auf der gesamten Fahrtstrecke würden zudem diverse Verkehrszeichen und Wegweiser abgebaut und mobil gestellt, die Ampel an der Anschlussstelle Ronneburg der A4 müsse ganz abgebaut und mobil gestellt werden. Ferner würden zudem Schutzplanken entfernt. Auch müssten Beleuchtungen und Beschilderungen der Fußgängerüberwege weichen. Straßenlaternen würden abgebaut, Fußgängerüberwege und Verkehrsinseln oder Querungshilfen dagegen überbaut. Bankette (erhöhte Randstreifen) müsse man zudem ausbauen und befestigen, Bäume und Sträucher entlang der Route werden laut Schrade verschnitten. „Am Abzweig Lohma wird ein Umladeplatz, zwischen Bohra und Trebula auf Höhe der Milchviehanlage ein Wendetrichter gebaut“, so Schrade.

All das solle wieder rückgängig gemacht werden, sobald die Transporte stattgefunden haben. „Zu welchen Uhrzeiten die Transporte erfolgen werden, steht indes noch nicht fest und muss noch bestimmt werden“, so der Bürgermeister. Wie die Juwi AG versichert, trägt sie die Kosten für alle transportbedingten Maßnahmen. Auch solle die Infrastruktur vor Ort wieder in den ursprünglichen Zustand zurück versetzt werden.

Unumstritten ist der Windpark und die damit verbundenen Aufwendungen nicht. Die Stadt Schmölln lehnte das Projekt ab und auch Anwohner in Schloßig und Nödenitzsch protestierten. Genutzt hat das nichts. Denn der Windparkbau steht als Vorranggebiet im Entwurf des Regionalplanes Ostthüringen und die damalige Gemeinde Drogen, zu der Mohlis als Ortsteil gehörte, befürwortete den Bau.

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Details zum Windpark Mohlis

  • In Mohlis, einem Ortsteil der Stadt Schmölln, baut Juwi vier Windenergie-Anlagen, darunter das 1000. Windrad der Firmengeschichte. Hier sind die Details zum Projekt:
  • Anlagentyp: Vestas V136 mit jeweils 3,6 Megawatt
  • Abmessung: Nabenhöhe 149 Meter, Rotordurchmesser von 136 Meter, Gesamthöhe 217 Meter
  • Stromerzeugung: jährlich rund 50 Millionen Kilowattstunden (Jahresverbrauch von mehr als 16.000 Haushalten)
  • Klimaschutz: CO2-Einsparung von 37.600 Tonnen
  • 16 Einzelgutachten waren im Genehmigungsverfahren notwendig: Vom üblichen Turbulenzgutachten bis zu eher außergewöhnlichen Dokumenten wie einem Mahd­gutachten
  • Der Standort ist im Entwurf des Regionalplans Ostthüringen enthalten
  • Weitere Infos zu dem Vorhaben: www.juwi.de

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